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Politik und Gesellschaft

Leerplan: Miese Bedingungen an Berufsschulen

Ein Maurermeister schimpft über Berufsschulen, die sich in einem "trostlosen" Zustand befinden. Eine verständliche Klage?

„Wenn man in den Berufsschulen mit EDV arbeiten will, braucht man eine Viertelstunde, um den Rechner in Gang zu setzen, eine weitere Viertelstunde, um ihn hochzufahren, und dann bleibt nur noch eine Viertelstunde zum Arbeiten, dann ist die Schulstunde um“, schimpft Jan-Gerd Kröger.

Der Mann hat Einblick in die Situation der Berufsschulen in Deutschlands kleinstem Bundesland: Kröger ist Bauunternehmer in Bremen und Präses der dortigen Handwerkskammer.

Kröger spricht über Berufsschulen, die „nicht mal durchgängig ein WLAN-Netz“ haben. Wie kann das sein? In Bremen werde die akademische Ausbildung eindeutig bevorzugt, sagt der Maurermeister im Interview mit der Anzeigenzeitung Weserreport: „In die Allgemeinbildung wird Geld gepumpt, in die Universität wird Geld gepumpt, die Berufsschulen bekommen als letzte Geld.“

Dabei suchen die Betriebe händeringend Nachwuchs, eine Lage, von der auch Azubis profitieren könnten: „Wir können jungen Leute also eine Perspektive bieten – als Mitarbeiter und als Selbstständige.“

Allerdings bräuchte das Handwerk dafür „eine moderne berufsschulische Ausbildung“, sagt Kröger. Zumindest Bremen sei davon weit entfernt: „Unsere Maurerlehrlinge kommen mit Schulunterlagen, die nicht auf dem neuesten Stand sind.“ Und für seine eigenen Azubis organisiert der Kammerpräses zusätzliche Unterrichtseinheiten: „An den Berufsschulen fällt ja permanent Unterricht aus, weil es zu wenige Lehrkräfte gibt.“

Können Sie Krögers Klagen nachvollziehen? Oder ist die BBS-Situation in Ihrer Region besser? Kommentieren Sie hier oder schreiben Sie an siefken@handwerk.com!

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