Foto: DDRockstar – Fotolia.com

Politik und Gesellschaft

Leerplan: Miese Bedingungen an Berufsschulen

Ein Maurermeister schimpft über Berufsschulen, die sich in einem "trostlosen" Zustand befinden. Eine verständliche Klage?

„Wenn man in den Berufsschulen mit EDV arbeiten will, braucht man eine Viertelstunde, um den Rechner in Gang zu setzen, eine weitere Viertelstunde, um ihn hochzufahren, und dann bleibt nur noch eine Viertelstunde zum Arbeiten, dann ist die Schulstunde um“, schimpft Jan-Gerd Kröger.

Der Mann hat Einblick in die Situation der Berufsschulen in Deutschlands kleinstem Bundesland: Kröger ist Bauunternehmer in Bremen und Präses der dortigen Handwerkskammer.

Kröger spricht über Berufsschulen, die „nicht mal durchgängig ein WLAN-Netz“ haben. Wie kann das sein? In Bremen werde die akademische Ausbildung eindeutig bevorzugt, sagt der Maurermeister im Interview mit der Anzeigenzeitung Weserreport: „In die Allgemeinbildung wird Geld gepumpt, in die Universität wird Geld gepumpt, die Berufsschulen bekommen als letzte Geld.“

Dabei suchen die Betriebe händeringend Nachwuchs, eine Lage, von der auch Azubis profitieren könnten: „Wir können jungen Leute also eine Perspektive bieten – als Mitarbeiter und als Selbstständige.“

Allerdings bräuchte das Handwerk dafür „eine moderne berufsschulische Ausbildung“, sagt Kröger. Zumindest Bremen sei davon weit entfernt: „Unsere Maurerlehrlinge kommen mit Schulunterlagen, die nicht auf dem neuesten Stand sind.“ Und für seine eigenen Azubis organisiert der Kammerpräses zusätzliche Unterrichtseinheiten: „An den Berufsschulen fällt ja permanent Unterricht aus, weil es zu wenige Lehrkräfte gibt.“

Können Sie Krögers Klagen nachvollziehen? Oder ist die BBS-Situation in Ihrer Region besser? Kommentieren Sie hier oder schreiben Sie an siefken@handwerk.com!

Auch interessant:

7 Tipps: So verhindern Sie Ausbildungsabbrüche vor Ausbildungsbeginn

Erster Arbeitstag und der neue Azubi kommt doch nicht. Wie können Handwerksbetriebe Vertragsauflösungen vor Ausbildungsbeginn vermeiden? Wir haben 7 Tipps für Sie!
Artikel lesen >

Handwerk zu dreckig? Vorurteil verschärft Fachkräftemangel

Fehlende Wertschätzung, Fachkräftemangel und Studienabbrecher im Handwerk: All das ist für Richard Schildgen eng miteinander verbunden. Hier verrät der Meister, woran das liegt.
Artikel lesen >

Steuererklärung

Deutschlands Finanzämter brauchen länger!

Finanzämter brauchen im bundesweiten Schnitt 55,4 Tage, um eine Steuererklärung zu bearbeiten. Das sind 2,4 Tage mehr als im Vorjahr.

Datenschutz-Grundverordnung

So melden Sie die Datenschutzbeauftragten bei den Behörden

Für einige Handwerksbetriebe ist ein Datenschutzbeauftragter Pflicht. Doch der muss nicht nur bestellt werden, die zuständige Landesdatenschutzbehörde muss darüber auch informiert werden.

Politik und Gesellschaft

Werkzeug verboten? Länder planen Waffenverbotszonen

Werkzeuge wie Teppichmesser sind potenziell gefährlich. Sie könnten nach einem Gesetzesentwurf bald vielerorts verboten werden.

Panorama

Funktionieren die? Tipps für schnelle Handwerker-Termine

Im Interview mit RTL Nord gibt eine SHK-Fachfrau Tipps, wie Kunden schneller zu Handwerker-Terminen kommen. Wie gut würden die bei Ihnen funktionieren?