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Auftragsvermittler

Kampf gegen Klauseln

Die Reihe der Betriebsinhaber, die bei Auftragsvermittlern unterzeichnen, reißt nicht ab. Sechs Tipps helfen Betroffenen aus der Patsche.

Was Handwerksmeistern viel zu spät bewusst wird: Die Unterschrift unter die "Individualverträge" kostet eine Menge Geld, oft verlangen die Planungsbüros mehr als 3000 Euro für ihre "Dienste". Und: Die tollen Aufträge für Bauhandwerker, über die Akquisiteure der Planungsbüros gern und ausführlich am Telefon reden, sind in den Verträgen nicht mehr zu finden.

Für die Unternehmen, die dubiosen Auftragsvermittlern in Deutschland auf den Leim gehen, hat der Bremer Rechtsanwalt Gernod W. Borchert sechs Tipps zusammengestellt:

Der Vertrag ist unterschrieben? Dann sollten Sie zunächst prüfen, ob der Unterzeichner überhaupt bevollmächtigt war. Liegt keine Vollmacht vor, kann der Vertrag widerrufen werden.

Im Vertrag ist von "nicht projektbezogenen Kosten" die Rede, die nicht näher bestimmt sind? Dann besteht ein krasses Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung. Schließlich wird der Betrag, den der Handwerker zahlen soll, ganz genau festgelegt. Oft verpflichten Auftragsvermittler die Handwerker, einseitig in Vorleistung zu gehen. Derartige Verträge sind gemäß BGB sittenwidrig und damit nichtig.

Während der Vertragsverhandlungen haben die Vermittler auf besondere Umstände verwiesen, die Sie zum raschen Vertragsabschluss bewegen sollten? Dann liegt eine Täuschung vor, der Vertrag ist anfechtbar. Aktuelles Beispiel: "Sie müssen sofort unterschreiben. Die Versammlung, bei der ich einen neuen Partner präsentieren muss, ist in einer Stunde."

Da die Verträge in vielfacher Weise angreifbar sind, sollten Sie die Vermittlerfirma unverzüglich darauf hinweisen, dass Sie sich nicht an den sittenwidrigen Vertrag gebunden fühlen. Hilfsweise können Sie den Vertrag aufgrund der anzunehmenden Täuschung bei Vertragsabschluss anfechten. Ebenfalls hilfsweise sollten Sie darauf hinweisen, dass die Vorabprovision unzulässig ist und keine Zahlungspflicht besteht.

Sie haben einen Wechsel unterzeichnet? Dann weisen Sie Ihre Hausbank unverzüglich an, den Wechsel auf keinen Fall einzulösen. In vielen Fällen wird die Forderung aus dem Wechselgeschäft nicht gerichtlich geltend gemacht, da unseriöse Vermittler nur auf schnelles Geld aus sind.

Die Vermittlerfirma hat die Aufhebung des Vertrages gegen Zahlung einer bestimmten Summe in Aussicht gestellt? Auf dieses Angebot sollten Sie nicht vorschnell eingehen. Häufig sind die Gebühren der anwaltlichen Beratung geringer als die verlangte einmalige Zahlung.

(sfk)

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Auftragsvermittler

Professionelles Gequatsche – amateurhafte Reaktion

Und wieder ein Stern am Auftragsvermittler-Himmel: P.R.O. nennt sich das jüngste „Unternehmen“. Interessant sind die Details aus dem Gesprächsleitfaden, mit dem die P.R.O.-Akquisiteure Betriebsinhaber in die Zentrale nach Frankfurt am Main locken sollen.

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Auftragsvermittlung

Seriöse Auftragsvermittlung – gibt es das?

Die Akquise von Aufträgen ist für Betriebe überlebenswichtig. Doch gehört diese Aufgabe in die Hände von Auftragsvermittlern? "Finger weg, das sind alles Gauner", warnen 74 Prozent der Leser in einer aktuellen handwerk.com-Umfrage.

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Auftragsvermittler

Unterschrift verweigern!

Auftragsvermittler versprechen viel. "Zu viel", sagt Dirk Kleis. Der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Westeifel (Rheinland-Pfalz) hat bei einem Vertragsgespräch zwischen einem Betrieb und einem Auftragsvermittler Mäuschen gespielt.

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Auftragsvermittler

Auftragsvermittler auf die Mattscheibe

Informanten gesucht: Der Fernsehsender Sat 1 sucht nach Unternehmen, die Erfahrungen mit Auftragsvermittlern gemacht haben.

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