Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Bürokratie

Keine Entwarnung bei "Elena"

Eigentlich soll Elena, der "Elektronische Entgeltnachweis", für weniger Bürokratie in den Betrieben sorgen - mit einer umfangrechen Datemsammlung. Nach Protesten gegen die Datensammlung will die Regierung jetzt nachbessern. Von weniger Aufwand für Arbeitgeber ist aber nicht die Rede.

Jede Menge Informationen sollen Arbeitgeber seit Anfang Januar per Elena an die Rentenversicherung liefern: Daten über Einkommen und Beschäftigungsdauer ihrer Mitarbeiter zählen ebenso dazu wie Angaben über Abmahnungen, Kündigungsgründe, Fehlzeiten und Streikdaten.

Regierung will Daten anders speichern
Nach Protesten von Datenschützern und Gewerkschaften rudert die Bundesregierung nun ein Stück zurück: "Wir werden nur die zur Berechnung von Sozialleistungen zwingend erforderlichen Informationen speichern. Der entsprechende Datenfragebogen wird in Kürze überarbeitet", zitieren die Westfälischen Nachrichten einen Sprecher von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

Eine weitere Äußerung des Sprechers zeigt allerdings, dass Elena keineswegs weniger Daten sammeln, sondern sie nur anders verarbeiten soll: Eine direkte Zuordnung von Streiktagen eines Beschäftigten solle nach den Änderungen unmöglich gemacht werden, heißt es in der Westfälischen.

"Das macht Angst"
handwerk.com-User haben für die neuen Regeln kein Verständnis: Ein User namens "4711"! befürchtet, dass bald auch die Arbeitgeber "nackt herumlaufen" müssten, damit der Staat den kompletten Überblick hat. So ähnlich sieht es Bärbel Hirschfeld: "Wie wäre es denn mit einem Ortungssystem, da weiß dann auch Väterchen Staat gleich, wo ich gerade bin." Und User "Nehrlich" bringt es auf den Punkt: "Wozu eine solche Datei über die Verhaltensweisen von Millionen Menschen, das macht Angst." Sein Fazit: "Man sollte sich die Schaffung eines Arbeitsplatzes also noch reiflicher überlegen als bisher."

Die kompletten Kommentare unserer User und weitere Infos zum Thema finden Sie hier.

Arbeitgeber sehen keine Kürzungsmöglichkeiten
Keine Chance auf Kürzung der Liste sieht indes die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). "Wir wollen so wenig Daten wie möglich liefern", zitiert der Tagesspiegel BDA-Hauptgeschäfftsführer Alexander Gunkel. "Die Streichung von Überflüssigem würden wir sofort unterstützen." Allerdings sollten die Kritiker dann sagen, welche Daten wegfallen könnten. "Uns ist dazu bisher nichts eingefallen."

Wichter ist nach Gunkels Ansicht, dass der Staat schneller mit Elena voranschreitet. Denn erst 2012 sollen die Vorteile der elektronischen Erfassung richtig greifen. Bis dahin, sollen Arbeitgeber alle Daten nicht nur digital melden, sondern zusätzlich auch manuell - wie bisher schon.

(jw)

Frustriert von der Mitarbeitersuche?

handwerk.com und die Schlütersche helfen Ihnen Ihre offenen Stellen einfach, zeit- und kostensparend mit den richtigen Kandidaten zu besetzen! Mehr als 500 Betriebe vertrauen uns bei der Mitarbeitersuche!

Jetzt Bewerber finden!

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.
SHK-Unternehmer  und Innungsobermeister Kai Schaupmann sieht bislang keine Vorteile durch die eAU, sondern Mehraufwand: Ist die eAU erst nach der Lohnabrechnung verfügbar, müsse diese im Folgemonat korrigiert werden.

Personal

Nach 8 Monaten: Noch immer Probleme mit eAU

Weniger Aufwand und Bürokratie war das Ziel der elektronischen Krankschreibung (eAU). In der Praxis sieht das anders aus. Kassen und Minister geben den Betrieben die Schuld. Zu Recht?

    • Personal, Politik und Gesellschaft
elterngeld.jpeg

Politik und Gesellschaft

Elterngeld-Reform: Das müssen Arbeitgeber jetzt wissen

Für das Elterngeld gelten ab September 2021 neue Regelungen. Die Regierung verspricht mehr Flexibilität und weniger Bürokratie.

    • Politik und Gesellschaft
AdobeStock_148482637.jpeg

Bundestag und Bundesrat

Beschlossene Sache: Neues Register für Unternehmensstammdaten

Nach dem Bundestag hat nun auch der Bundesrat grünes Licht für das Unternehmensbasisdatenregister gegeben. Für Betriebe soll es dadurch künftig weniger Bürokratie geben.

    • Politik und Gesellschaft
Laut einem FAQ des Bundesgesundheitsministerium trifft die einrichtungsbezogene Impfpflicht auch Handwerker.

Corona

Impflicht: Leichte Entwarnung für Handwerker in Gesundheitseinrichtungen

Zum 16. März kommt die Impfpflicht in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen. Laut einem neuen FAQ sollen nun doch nicht alle Handwerker davon betroffen sein.

    • Corona, Politik und Gesellschaft