Image
Kuendigung-einschreiben.jpeg
Foto: Andrey Popov - stock.adobe.com
Es gibt viele Möglichkeiten eine Kündigung wirksam zuzustellen. Doch warum reicht es nicht, wenn die Post das Einschreiben in den Briefkasten steckt?

Arbeitsrecht

Keine Kündigung per Einwurf-Einschreiben

Es gibt viele Möglichkeiten eine Kündigung wirksam zuzustellen. Doch warum reicht es nicht, wenn die Post das Einschreiben in den Briefkasten steckt?

Einwurf-Einschreiben sind für Arbeitgeber bei einer Kündigung nutzlos: Als Nachweis, dass der Mitarbeiter das Schreiben erhalten hat, taugen sie jedenfalls nicht, wie das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg entschieden hat.

Der Fall: Ein Chef schickt einem Mitarbeiter die schriftliche Kündigung per Einwurf-Einschreiben. Wie es sich gehört, wirft ein Postangestellter die Sendung in den Briefkasten und quittiert dies. Später klagt der Mitarbeiter gegen die Kündigung und argumentiert, er habe sie nie erhalten.

Wann gilt eine Kündigung per Post als zugestellt?

Um welche Uhrzeit muss eine Kündigung im Briefkasten liegen, damit sie als an diesem Tag zugestellt gilt? Das musste jetzt das Bundesarbeitsgericht klären.
Artikel lesen

Das Urteil: Das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg entscheidet für den klagenden Mitarbeiter. Eine Kündigung werde nicht wirksam zugestellt, wenn dabei nur der Einwurf in den Postkasten bestätigt wird. Es käme bei solchen Zustellungen immer wieder zu Fehlern auf Seiten der Post. Zudem gäbe es sicherere Wege eine Kündigung zuzustellen. Beispielsweise durch einen Boten oder per Einschreiben-Rückschein. Die Kündigung sei daher unwirksam. (Urteil vom 17.9.2020, Az. 3 Sa 38/19)

Tipp: Sie wollen beim Thema Arbeitsrecht nichts verpassen? Nutzen Sie den kostenlosen Newsletter von handwerk.com. Jetzt hier anmelden!

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Die fünf größten Fehler bei Kündigungen

Jemandem kündigen zu müssen, ist keine schöne Aufgabe. Noch schlimmer wird sie, wenn man grobe Fehler macht und die Kündigung unwirksam ist.
Artikel lesen

Kündigung: Nur quittieren lassen reicht nicht

Damit eine Entlassung wirksam ist, muss ein Kündigungsschreiben dem Mitarbeiter ausgehändigt werden.
Artikel lesen
Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Kündigung auch ohne Einschreiben rechtskräftig

Kündigung ohne Einschreiben

Wie das Amtsgericht Paderborn entschied, kann die Kündigung eines Arbeitnehmers auch ohne den üblichen Einschreibebrief rechtswirksam sein.

Image
Fotolia_49601192_M-web.jpeg
Foto: M. Schuppich - Fotolia

LAG-Urteil

Freundschaftsdienst trotz Krankschreibung: Kündigung rechtens?

Ein krankgeschriebener Mitarbeiter wird erwischt, als er einem Freund privat in einer Pizzeria aushilft und kassiert eine Kündigung. Zu Recht?

Dafür kassierte sie von ihrem Arbeitgeber eine fristlose Kündigung. Zu Recht, sagt das LAG Baden-Württemberg.
Foto: Maksym Azovtsev - stock.adobe.com

Kommunikation unter Kollegen

Rechtfertigt üble Nachrede per Whatsapp eine Kündigung?

Im Chat mit einer Kollegin bezeichnet eine Frau den Vater ihres Chefs als Vergewaltiger und kassierte dafür die Kündigung. So lautet das Urteil.

Dann dürfen Sie ruhig etwas Härte zeigen.
Foto: pzAxe - stock.adobe.com

Recht

Krankschreibung per Whatsapp: Rechte für Arbeitgeber

Online-Krankschreibungen ohne Arztbesuch: Müssen Arbeitgeber so etwas akzeptieren, wenn sie Missbrauch wittern? Eine Arbeitsrechtlerin klärt auf.

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.