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Versicherungen

(K)eine Police fürs ganze Leben

Neue Versicherungsangebote sollen flexibel alle Wechselfälle des Lebens abdecken. Kann das wirklich funktionieren?

Neue Versicherungsangebote sollen flexibel alle Wechselfälle des Lebens abdecken. Kann das wirklich funktionieren?

von Jörg Wiebking

Kapitallebensversicherungen haben mit dem Wegfall ihres Steuervorteils Ende 2004 viel von ihrem Reiz verloren. Dass die Versicherer nun auch noch den eh schon mageren Garantiezins weiter senken wollen, versetzt dem ehemals liebsten deutschen Vorsorgeprodukt einen weiteren schweren Schlag. Kein Wunder, dass die Assekuranzen neue Produkte entwickeln, um die Lebensversicherung aufzupeppen. Universal-Life-Policen heißt das Zauberwort: eine Versicherung, die das ganze Leben lang passen soll, weil sie sich flexibel anpassen lässt.

Das bieten die Versicherer

Beispiel Aachen-Münchener: Versicherungsschutz und Beiträge können grundsätzlich alle fünf Jahre angepasst werden, bei besonderen Anlässen wie Heirat, Scheidung, Geburt, Existenzgründung, Hausbau oder Gehaltsveränderungen von mindestens zehn Prozent auch jederzeit außer der Reihe. Bei bestimmten Ereignissen geht das auch bei der Aspecta. In vielen Fällen sollen die Anpassungen ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich sein. Ein weiterer Vorteil gegenüber den alten Policen: Beitragsanpassungen und Einmalzahlungen sind möglich, ohne gleich eine neue Police abschließen zu müssen.

Flexibilität versprechen beide auch bei der Auswahl der Anlageform: Bei der Aspecta kann der Kunde zwischen verschiedenen Fonds wählen und wechseln, bei der Aachen-Münchener sogar konventionelle Anlage und Fonds kombinieren. Nicht zuletzt versprechen beide Flexibilität bei der Auszahlung: die Wahl zwischen Verrentung und Kapitalauszahlung. Zudem lassen sich Leistungen wie Berufsunfähigkeitsversicherung und Hinterbliebenenschutz hinzuwählen und anpassen.

Das sagen die Experten

Das ist etwas für die Faulen, meint Stefan Jans vom Bund versicherter Unternehmer in Regensburg. Wer so etwas macht, hofft darauf, sich nicht mehr kümmern zu müssen aber das ist ein Trugschluss. Zweifel hat Jans nach einem Blick in die Unterlagen der Aachen-Münchener auch an der Flexibilität: Die sagt nichts darüber, wie die Anpassungen den Rückkaufswert und das Beitragskapital beeinflussen. Ein Warnhinweis sei zudem, dass die Produkte zumindest teilweise nicht für die Rürup-Förderung geeignet seien.

Auch Versicherungsberater Rembert Schmidt aus Saarbrücken rät zur Vorsicht: Im Grunde ist das eine Lebensversicherung nach altem Muster, zwar flexibler, doch die Kritik an der Lebensversicherung trifft auch hier zu. Ein Pluspunkt sei lediglich die Sicherheit einer wenn auch niedrigen Rendite in Form des Garantiezinses. Wenn es sie denn gibt, denn die Aspecta beispielsweise kann den Garantiezins für ihre Fondsprodukte nicht versprechen ein Risiko, dem natürlich die Chance auf hohe Rendite gegenüber steht.

Stefan Jans empfiehlt eine genaue Prüfung solcher Angebote. Vor allem aber sollten sich Unternehmer zuerst um die Sicherung eines regelmäßigen Einkommens in Krisenfällen kümmern: Berufsunfähigkeit, Krankengeld und Risikolebensversicherung sollten Versicherungsnehmer zuerst abschließen. Erst dann kommt das Alter. Wenn das Einkommen gesichert ist, kann man sparen. Und dann sollte man prüfen, welche Förderung es gibt.

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Wer monatlich seine Prämie zahlt, muß einen Aufschlag von bis zu fünf Prozent hinnehmen - zahlen sie jährlich. Bei dem aktuellen Zinsniveau kann es sogar günstiger sein, den Beitrag durch einen Dispokredit zu finanzieren. Danach sollten Sie die jährliche Prämie im voraus monatlich ansparen.

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