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Kindergeld vom BetriebKindergeld vom Betrieb

150 Euro pro Kind und Monat: Ihr familienfreundliches Klima lässt sich die Freie Holzwerkstatt in Freiburg einiges kosten. Und zeigt, dass sich der Einsatz auch für kleine Firmen lohnt.

150 Euro pro Kind und Monat: Ihr familienfreundliches Klima lässt sich die Freie Holzwerkstatt in Freiburg einiges kosten. Und zeigt, dass sich der Einsatz auch für kleine Firmen lohnt.

In einem kleinen Team sind gute Mitarbeiter besonders wertvoll. Um so wichtiger ist es dann, sie an sich zu binden. Diese Erkenntnis hat in der Schreinerei "Freie Holzwerkstatt" in Freiburg dazu geführt, dass Mitarbeiter mit Kindern dort eine besondere Unterstützung erhalten: Für sie gibt es für das erste Kind ein monatliches "Kindergeld" in Höhe von 150 Euro, für jedes weitere Kind 75 Euro. Die Mitarbeiter können sich entscheiden, ob sie sich das Geld auszahlen lassen oder dafür Freizeit nehmen - Zeit ist für Eltern ein besonders wertvolles Gut.

Entstanden ist die Idee schon 1995. "Wir wollten damals einen Mitarbeiter mit drei Kindern entlasten", erinnert sich Thomas Bethmann, geschäftsführender Gesellschafter des Küchenspezialisten "Freie Holzwerkstatt. In dem Unternehmen profitieren inzwischen nicht nur Gesellen, sondern auch Gesellschafter von dieser Idee. So wie Hartmut Lempp, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter und selbst Vater von drei Kindern. Ihm bringt das Kindergeld acht bis neun freie Stunden zusätzlich im Monat. Zeit um die Kindern in Kindergarten oder Schule zu bringen und sich am Familienleben zu beteiligen.

Wie wichtig eine familienfreundliche Unternehmenspolitik ist, bewiesen die Unternehmer auch bei der Geburt von Lempps erstem Kind. "Damals wollte Hartmut Lempp unbedingt mehr Zeit für seine Familie haben." Mit dem Kindergeld war es da anfangs nicht getan - das Führungsteam musste eine Lösung finden, wenn es sich nicht trennen wollte.

"Da haben wir uns einen Unternehmensberater geholt, der hat uns dabei geholfen, viele Abläufe umzuorganisieren." Schließlich konnte Lempp blieb ein ganzes Jahr zuhause bleiben. "Mit Internetanschluss, CAD und Telefonhotline, um uns in der Planung und Arbeitsvorbereitung von daheim zu unterstützen", erzählt Bethmann. Vor allem für Bethmann war das ein hartes Jahr: "Ich habe davor und danach nie wieder so viel und so schwer gearbeitet", erinnert sich der Unternehmer. Zumal niemand wusste, ob es überhaupt funktioniert: "In so einem kleinen Betrieb besteht auch die Möglichkeit, dass man es nicht schafft."

Doch Hartmut Lempp ist geblieben, ebenso wie das Kindergeld. Profitiert haben davon am Ende alle: "Das hat die Motivation gehoben, nicht nur der Gesellschafter, sondern auch der Mitarbeiter, dass wir hier so für einander eintreten." Für Bethmann und Lempp ist der Ausgleich zwischen den Interessen des Betriebs und der Mitarbeiter immer wichtiger. "Das bringt einen Wettbewerbsvorteil, den man mit Geld gar nicht aufwiegen kann."

Für ihr Engagement wurde die Freie Holzwerkstatt mehrfach für familienfreundliche und innovative Unternehmensführung ausgezeichnet. "Das Preisgeld von 24 000 DM für den Bundespreis haben wir gut brauchen können, genauso wie die tolle Imagewerbung für unseren Betrieb, die auch heute noch wirkt und uns Kunden bringt".

Es muss nicht immer Kindergeld sein

Viele weitere kostenlose Anregungen, wie sich Betriebe familienfreundlich engagieren können, finden Sie in einer Broschüre mit zahlreichen Beispielen aus dem Handwerk. Unter http://www.erfolgsfaktor-familie.de/data/downloads/studien/200810_Branchenservice_Handwerk.pdf können Sie diese Broschüre als PDF kostenlos herunterladen.

Weitere Infos:

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(jw)

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