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Managenment

Kleiner Plausch ganz groß …

Wer seine Geschäftspartner für sich einnehmen möchte, sollte dafür auch das ungezwungene Gespräch am Rande nutzen. Es schlägt die Stunde des Small Talk.

Wer seine Geschäftspartner für sich einnehmen möchte, sollte dafür auch das ungezwungene Gespräch am Rande nutzen. Es schlägt die Stunde des Small Talk.

von Astrid Funck

Kennen Sie das? Sie kommen auf einen Empfang, sind etwas spät dran und bleiben nun zögernd am Eingang stehen. Wo Sie auch hinsehen, überall stehen Gäste in Grüppchen zusammen, bereits ins Gespräch vertieft. Niemand geht freudig auf Sie zu oder führt Sie herum. Was ist zu tun?

Diese Frage hatte sich auch Ulrich Hauff, Chef der U.H. Spezialmöbel und Ladenbau GmbH in Bad Schwartau, gestellt. Ich wusste nicht recht, wie ich mich in eine Runde einklinken kann, ohne dass die anderen mich als zu neugierig oder aufdringlich empfinden, sagt der Handwerksunternehmer. Um künftig sicherer auftreten zu können, nahm er an einem Seminar des Lübecker Kommunikationstrainers Dr. Stefan Goes teil, der unter dem Namen Communicare die Sprachingenieure firmiert.

Einstieg über das Alpha-Tier

Stellen Sie sich zu der Gruppe, hören Sie eine Weile zu und finden Sie heraus, wer in der Gruppe den Ton angibt, riet Kommunikationsprofi Goes dem Unternehmer Hauff. Dann gelte es, diesem Alpha-Tier eine Frage zu stellen und sich dabei kurz vorzustellen.

Geschickter Themenwechsel

Ist das Eis dann gebrochen, empfiehlt Goes die Stepping Stones-Methode, um das Gespräch auf ein gewünschtes Thema zu lenken: Statt zu sagen Ich würde jetzt gern über Ladeneinrichtungen sprechen..., hakt der Small-Talk-Profi ein, wenn zum Beispiel gerade von Büchern die Rede ist dann ist der Themenwechsel zu maßgefertigten Regalen nicht mehr schwer. Er springt über Assoziationen von Thema zu Thema, bis er dort angekommen ist, wo er hinwollte.

Eleganter Abschied aus der Runde

Auf die Frage, wie man sich möglichst elegant aus einer Gesprächsrunde verabschieden kann, rät Goes, den Abschied kurz zu halten. Ein knappes Ich bin gleich wieder da reiche völlig aus und wirke wesentlich souveräner als umständlich zu erklären, warum man jetzt gehen müsse. Besonders geschickt sei, den Umstehenden eine neue Person vorzustellen und sich erst, wenn diese dann in die Gesprächsrunde integriert ist, zu verabschieden.

Small Talk ist an sich nichts Schwieriges, meint Stefan Goes. Es geht vor allem darum, aufmerksam für andere zu sein und ihnen über ein Lächeln und eine offene Körperhaltung zu verstehen zu geben, dass man gerne da ist. Gewinnend wirke aber nur, wer sich selbst treu bleibt: Wenn jemand eher schüchtern ist, dann sollte er nicht versuchen, einen Salonlöwen aus sich zu machen.

So punkten Sie beim Small Talk!

Aufgeräumtheit: Bereiten Sie sich innerlich auf das gesellschaftliche Ereignis vor: Wem werde ich dort begegnen? Was ist mein Ziel? Wie fühle ich mich heute?

Ausstrahlung: Seien Sie freundlich, natürlich und offen. So machen Sie einen angenehmen ersten Eindruck!

Zugewandtheit: Wenn Sie Ihren Gesprächspartnern Aufmerksamkeit, Achtung und Respekt schenken, werden Sie immer ein gern gesehener Mensch sein!

Understatement: Sprechen Sie nicht zu offensichtlich über das eigene Geschäft auch dann nicht, wenn Sie danach gefragt werden. Ein wenig Zurückhaltung wirkt vornehm und bescheiden. Schneiden Sie stattdessen lieber Randbereiche an, die entfernt etwas mit Ihrem Geschäft zu tun haben, um elegant auf Ihr Thema überzuleiten.

Sensibilität: Als Gesprächseinstieg eignet sich die eigene Anreise. Oder Sie erzählen von etwas Lustigem, das Ihnen jüngst passiert ist. Unverfänglich sind auch Gespräche über Kultur, Reisen oder Sport. Meiden Sie hingegen heikle Themen wie Politik oder Krankheiten, wenn Sie Ihr Gegenüber noch nicht einschätzen können. Komplimente zu Kleidung oder Körperbau sind genauso tabu wie das Reden über Dritte!

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