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Kooperation

Treiben Ihre Kollegen Sie in den Wahnsinn?

Wer mit anderen Betrieben kooperiert, kennt sie: die Nervensägen aus der ersten Reihe, die anderen Chefs. So werden Sie mit den 4 schlimmsten Nervensägen fertig!

Auf einen Blick

  • Stress mit Kooperationspartnern? Diese 4 Cheftypen erschweren die Zusammenarbeit massiv. Der Chef, der Unkonkrete, der Zustimmer, der Besserwisser.
  • Glück gehabt: Für jeden Cheftypen gibt es eine Lösung. Manche brauchen eine enge Führung, andere klare Ansagen oder feste Absprachen.
  • Egal welcher Typ: Gute Planung und regelmäßige Baubesprechungen für den Soll-Ist-Vergleich schaffen Transparenz und nehmen jeden in die Pflicht.

Von Katharina Wolf

Zusammenarbeit mit anderen Handwerksbetrieben kann Ihr Unternehmen voranbringen. Aber egal, ob kurzfristig für ein Projekt oder langfristig im Netzwerk – diese vier Typen können alles torpedieren. So werden Sie mit ihnen fertig.

1. Der Chef

Bei jeder Diskussion hat der Chef des anderen Handwerksunternehmens das letzte Wort, Widerspruch verträgt er gar nicht und fährt gern mal aus der Haut? „Es gibt Menschen, die sehr viel Raum brauchen“, sagt Handwerkstrainerin Andrea Eigel aus Bietigheim-Bissingen. „Sie können deshalb sehr ungerecht und fordernd in der Zusammenarbeit sein.“ Doch wer sich gar nicht in die Pläne anderer einfügen kann, bringt letztlich das ganze Projekt zum Halten.

Tipp: „Gegenüber diesen Menschen müssen Sie sehr selbstbewusst auftreten und klare Ansagen machen“, rät Eigel. „Wenn die das Gefühl haben, dass der andere nicht stark genug ist, machen sie, was sie wollen.“

2. Der Unkonkrete

Ach, am liebsten möchte der andere sich gar nicht festlegen und Details kennt er ohnehin nicht? Sie aber haben einen strammen Zeitplan und müssen endlich loslegen. „Menschen, die zwar sehr kreativ sind, aber sich alles möglichst lange offenhalten wollen, arbeiten unstrukturiert. Das kann sich auf das ganze Projekt übertragen und alles in Verzug bringen“, sagt Andrea Eigel.

Ihr Rat: Finden Sie den strukturierten Mitarbeiter in der zweiten Reihe und stimmen Sie sich mit ihm ab. „Normalerweise gibt es bei so einem Chef jemanden, der für die Details zuständig ist“, so Eigel.

3. Der Zustimmer

Der Zustimmer verspricht Ihnen alles – leider aber auch jedem anderen Kooperationspartner und seinen eigenen Kunden noch dazu. Dass er dann alles einhalten kann, ist höchst unwahrscheinlich. Doch Achtung: Werden Sie zu ärgerlich, zieht sich der Zustimmer ganz zurück, denn Konflikten geht er gern aus dem Weg. „Diese Menschen wollen Sie nicht ärgern“, betont Andrea Eigel. „Sie geraten nur mit ihrer netten Art mit dem Rücken an die Wand.“

Deshalb: Bei Zustimmern müssen Sie eng dranbleiben ohne zu viel Druck aufzubauen. „Ein wertschätzender Umgang ist wichtig. Aber signalisieren Sie deutlich, dass Sie vereinbarte Ziele auch überprüfen“, rät Andrea Eigel.

4. Der Besserwisser

Es gibt immer irgendeine Norm, von der Sie noch nie gehört haben, aber der Besserwisser kennt sie natürlich. Und weil diese nicht zu 100 Prozent eingehalten wird, blockiert er die ganze Baustelle. „Besserwisser leben von Daten, Fakten und haben ein großes Kontrollbedürfnis“, erklärt Andrea Eigel. Mit Improvisation kommen sie gar nicht zurecht und fangen an, alle zu belehren.

Lösung: „Sie sollten sehr konkret an den vereinbarten Eckpfeilern festhalten“, sagt Eigel. Wichtig ist auch, möglichst viele Dinge im Vorfeld abzustimmen. „Der Besserwisser braucht das Gefühl, die Lage im Griff zu haben – und das geht am besten mit konkreter Planung.“

Schlüssel: Gute Planung

Egal, mit wem Sie zusammenarbeiten: Eine gute Vorbereitung und eine konkrete Planung sind Gold wert. „Nehmen Sie sich die Zeit für regelmäßige Baubesprechungen, bei denen Sie überprüfen, ob alle im Soll sind“, rät Eigel. „Dann haben Sie mit allen Typen weniger Probleme.“

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