Das soll künftig unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt sein.
Foto: rangizzz - Fotolia.com

Statt persönlicherm Arztbesuch

Krankschreibung künftig per Videosprechstunde möglich

Ärzte dürfen künftig die Arbeitsunfähigkeit von Arbeitnehmern per Videosprechstunde feststellen. Aber nur unter diesen Voraussetzungen.

Erstmals müssen Arbeitnehmer nicht mehr ausschließlich persönlich in der Arztpraxis erscheinen, um sich krankschreiben zu lassen. Künftig können Ärzte die Arbeitsunfähigkeit von Versicherten auch in Videosprechstunden attestieren. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) mit der Anpassung seiner Arbeitsunfähigkeitsrichtlinie beschlossen. Diese Bestimmung stehe nicht im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.

Krank ohne Grund: So zweifeln Sie ärztliche Atteste an

Haben Sie Zweifel an der Krankschreibung eines Mitarbeiters? Dann können Sie sein Attest überprüfen lassen. Wie das geht, lesen Sie hier.
Artikel lesen >

Die Krankschreibung per Videosprechstunde sei aber an bestimmte Voraussetzungen geknüpft:

  • Der Versicherte muss der behandelnden Arztpraxis bereits bekannt sein.
  • Wer zuvor nicht persönlich in der behandelnden Praxis vorstellig geworden ist, kann nicht per Videosprechstunde krankgeschrieben werden.
  • Ausgeschlossen ist auch die Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit ausschließlich auf Basis eines Online-Fragebogens, einer Chat-Befragung oder eines Telefonats.
  • Die Erkrankung muss eine Untersuchung per Videosprechstunde zulassen.
  • Die erstmalige Feststellung der Arbeitsunfähigkeit ist auf einen Zeitraum von sieben Kalendertagen begrenzt.
  • Eine Folgekrankschreibung per Videosprechstunde ist nur dann möglich, wenn die vorherige Krankschreibung aufgrund unmittelbar persönlicher Untersuchung ausgestellt wurde.
  • Es besteht für Versicherte kein Anspruch auf Krankschreibung per Videosprechstunde.

Der Beschluss werde nun dem Bundesgesundheitsministerium vorgelegt und trete nach Nichtbeanstandung und Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft, teilte der Gemeinsame Bundesausschuss mit.

Tipp: Wenn Sie mehr zum Thema Personal erfahren möchten, abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter von handwerk.com. Jetzt gleich anmelden!

Auch interessant:

Krankschreibung per Whatsapp: Rechte für Arbeitgeber

Online-Krankschreibungen ohne Arztbesuch: Müssen Arbeitgeber so etwas akzeptieren, wenn sie Missbrauch wittern? Eine Arbeitsrechtlerin klärt auf.
Artikel lesen >

Bei Erkältung: Krankschreibung per Whatsapp für 9 Euro

Ohne Arztbesuch eine Krankschreibung bekommen? Genau diesen Service bietet ein Start-up per Whatsapp an. Versicherte kostet das nur ein paar Klicks und 9 Euro.
Artikel lesen >

Kranke Azubis: Diese Gewerke sind besonders betroffen

In welchen Handwerksberufen gibt es die meisten Azubi-Krankschreibungen? Und wie oft sind im Vergleich ihre Kollegen krank? Hier kommen die Fakten.
Artikel lesen >