Kommunikation per Whatsapp ist im Alltag präsent. Doch für die Übermittlung einer Kündigung ist der Messenger ungeeignet.
Foto: Denys Prykhodov - stock.adobe.com
Kommunikation per Whatsapp ist im Alltag präsent. Doch für die Übermittlung einer Kündigung ist der Messenger ungeeignet.

Urteil

Kündigung per Whatsapp – ist das rechtens?

Wer einen Mitarbeiter entlassen will, muss die Schriftform wählen. Reicht dafür eine Nachricht per Messengerdienst wie Whatsapp mit Foto des Schreibens?

Formale Fehler machen eine Kündigung unwirksam – auch per Whatsapp. Sie muss zum Beispiel schriftlich erfolgen. Das Landesarbeitsgericht München hat in einem aktuellen Urteil darüber entschieden, ob ein Foto der Kündigung, geschickt per Whatsapp, die geforderte Schriftform erfüllt.

Diese 6 formalen Fehler machen eine Kündigung unwirksam

Ganz egal, ob eine Entlassung begründet ist oder nicht: Bei diesen formalen Fehlern entscheidet das Arbeitsgericht gegen den Arbeitgeber.
Artikel lesen

Der Fall: Ein Arbeitgeber kündigte einem Helfer fristlos, da er betrunken zur Arbeit erschienen war. Die Kündigung schickte er allerdings nicht per Post, sondern er fotografierte das unterschriebene Schreiben und schickte es per Whatsapp an seinen Mitarbeiter. Dieser klagte. Die Kündigung sei unwirksam, da die Schriftform nicht eingehalten wurde.

Das Urteil: Die Richter des Landesarbeitsgerichts München entschieden im Sinne des Mitarbeiters. Eine Kündigung per Whatsapp erfülle nicht die Vorgaben an die Schriftform, wie sie das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) vorsehe. Danach müssten Kündigungen vom Arbeitgeber eigenhändig durch Namensunterschrift oder mittels notariell beglaubigten Handzeichens unterzeichnet werden. Eine per Whatsapp übermittelte Kündigung genüge nicht, denn es handele sich hierbei vergleichbar mit einem Faxschreiben lediglich um eine Ablichtung der Originalunterschrift.

Den Einwand des Arbeitgebers, er habe die aktuelle Adresse seines Mitarbeiters nicht gekannt, ließ das Gericht nicht gelten. Da er per Messenger im Kontakt mit dem Mitarbeiter stand, hätte er darüber die Adresse erfragen können. Das habe er aber nicht getan. (Urteil vom 28.10.2021, Az. 3 Sa 362/21)

Tipp: Sie wollen keine wichtigen Infos zum Thema Arbeitsrecht  verpassen? Dann abonnieren Sie hier den handwerk.com-Newsletter. Jetzt hier anmelden!

Auch interessant:

10 gute Gründe für eine fristlose Kündigung

Manchmal sind Mitarbeiter einfach nicht mehr tragbar. Hier sind 10 Gründe, die eine fristlose Kündigung rechtfertigen.
Artikel lesen

Kündigungsgründe: Wann darf ich Mitarbeiter entlassen?

Wer mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigt, fällt unter das Kündigungsschutzgesetz. Eine Kündigung muss dann gut begründet werden. Ein Überblick.
Artikel lesen

Frustriert von der Mitarbeitersuche?

handwerk.com und die Schlütersche helfen Ihnen Ihre offenen Stellen einfach, zeit- und kostensparend mit den richtigen Kandidaten zu besetzen! Mehr als 500 Betriebe vertrauen uns bei der Mitarbeitersuche!

Jetzt Bewerber finden!

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.
Mängel per Whatsapp rügen: Laut einem Urteil des OLG Frankfurt erfüllt das die notwendige Schriftform nicht.

Recht

Mängelrüge auf dem Bau: Reicht eine Whatsapp-Nachricht?

Whatsapp ist auf dem Bau ein gängiges Kommunikationsmittel, mit dem sich die Baubeteiligten austauschen. Doch reicht eine Mängelrüge per Messenger aus?

    • Recht, Baurecht
Whatsapp-business-tipps.jpeg

Strategie

Akquise: Preisverhandlungen per Whatsapp Business

Aufträge per Messenger? Whatsapp Business ist für ihn „Auftragsfilter und Kundenmagnet“. 5 Whatsapp-Tipps für Kollegen von Handwerksmeister Stefan Bohlken.

    • Strategie, Preise, Digitalisierung + IT

Recht

Whatsapp im Handwerk – erlaubt oder nicht?

Whatsapp verbietet in seinen AGB ausdrücklich die nicht-private Nutzung des Messengers. Müssen Betriebe, die per Whatsapp mit Kunden oder Mitarbeitern kommunizieren, nun damit rechnen, rechtlich verfolgt zu werden?

    • Recht, Digitalisierung + IT, Marketing, Personal, Mobile

Kommunikation

Whatsapp als Kommunikationszentrale im Betrieb – geht das?

Als App für schnelle, direkte Absprachen hat Whatsapp das Handwerk erobert. Aber der Messenger kann noch viel mehr, meint unser Experte.

    • Kommunikation