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Fachkräfte suchen und finden

Kunden empfehlen Mitarbeiter

Warum nicht einfach die Kunden in die Mitarbeitersuche einbeziehen? Jörg Julius Kapune zeigt, wie es geht.

Kreativ in Sachen Personalgewinnung: - Jörg Julius Kapune
Jörg Julius Kapune
Foto: Thomas Volberg

Jörg Julius Kapune vergleicht seine Tischlerei gerne mit einer Disko: „Sie brauchen einen guten Barkeeper, einen guten DJ, einen guten Türsteher – jede Stelle muss passend besetzt sein“, sagt der Inhaber der Firma Julius Möbel in Overath. „Doch gute Mitarbeiter und Auszubildende sind heute schwer zu finden.“

Jörg Julius Kapune hat das Problem gelöst. Und zwar, indem er bei der Personalgewinnung ungewohnte Wege eingeschlagen hat. „Wir sind verhältnismäßig schnell gewachsen, und ich war eigentlich durchgängig auf Mitarbeitersuche“, erzählt der Tischlermeister. „Irgendwann habe ich mir gesagt: Wir haben doch so viele tolle Privatkunden, mit denen ich auch mal ein Bierchen trinken würde. Warum frage ich die nicht, ob sie etwas für uns tun können?“

Im Faltflyer um Hilfe gebeten
Um Bewerber für einen Ausbildungsplatz zu finden, ließ Kapune in diesem Frühjahr einen Faltflyer drucken. „Liebe Kunden, Partner und Freunde von Julius Möbel“, ist auf der Deckseite zu lesen. „Oftmals haben wir Ihnen bei Innenausbaulösungen und Bautischlerarbeiten geholfen. Heute benötigen wir Ihre Hilfe!“ Im Innenteil ist das Stellenangebot zu sehen, dazu der Satz „Wir freuen uns auf Ihre persönlichen Empfehlungen und Bewerbungen!“ Daneben ein großes Foto von einem fröhlichen Chef und 14 fröhlichen Mitarbeitern, die munter Sägespäne in die Luft werfen. „Die Resonanz war groß, gerade bei den Stammkunden“, erzählt der Unternehmer. Viele Interessenten hätten sich daraufhin bei ihm gemeldet.

Was sich Kapune noch so alles einfallen ließ, erfahren Sie auf Seite 2.

Jobangebote den Rechnungen beigelegt

Seine Stellenangebote streut Kapune auch über seine Internetseite, soziale Netzwerke wie Facebook und schwarze Bretter in Baumärkten und Berufsschulen. Außerdem hat er einen Handzettel mit verschiedenen Motiven konzipiert. Zum Beispiel ist darauf ein Vogelhaus zu sehen, das Kinder bei ihm im Betrieb gebaut haben. Darüber der Slogan „Wir bauen nicht nur Vogelhäuser“, darunter das Stellenangebot. Diese Handzettel legt er seinen Angeboten und Rechnungen bei – als ein weiteres Mittel, um seine Kunden in die Bewerbersuche einzubeziehen. Zum Teil druckt er die Jobangebote sogar direkt auf das Geschäftspapier.

Der Aufwand zahlt sich aus
Auf diese Weise habe er 2014 sämtliche Stellen besetzen können, als er gleich fünf Mitarbeiter auf einen Schlag einstellen wollte, erzählt der Unternehmer. Rund 70 Praktikanten hätten 2014 bei ihm im Betrieb probegearbeitet, in diesem Jahr seien es schon über 40 gewesen. „Gerade haben wir einen neuen Auszubildenden eingestellt“, fügt er hinzu. „Für das Jahr 2016, denn die guten Kandidaten sind sonst weg.“

Freie Stellen zu 50 Prozent über persönliche Kontakte besetzt
Für die nächsten Einstellungen will sich Jörg Julius Kapune wieder etwas Neues einfallen lassen. „Wenn man immer das Gleiche macht, sind die Leute schnell gelangweilt“, argumentiert der Firmenchef. Auf jeden Fall werde er weiterhin stark auf persönliche Kontakte setzen: „Etwa 50 Prozent unserer Mitarbeiter sind über persönliche Empfehlungen zu uns gekommen.“

Binden Sie Ihre Kunden ebenfalls in die Bewerbersuche mit ein? Oder Ihre Mitarbeiter, Lieferanten und Geschäftspartner? Und wie genau machen Sie das? Schreiben Sie an redaktion@handwerk.com.

(afu)

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