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Stopp! Sexuelle Belästigung rechtfertigt eine fristlose Kündigung.

Urteil

Kuss wider Willen: Fristlose Kündigung gerechtfertigt?

Auf einer Tagung bedrängt ein Mitarbeiter seine Kollegin und will sie gegen ihren Willen küssen. Hat die fristlose Kündigung des Mannes vor Gericht Bestand?

Eine fristlose Kündigung erfordert einen wichtigen Grund, der die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar macht. Dass sexuelle Belästigung dazugehört, stellten die Richter des Landesarbeitsgerichts Köln in einem aktuellen Urteil klar.

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Der Fall: Bei einer zweitägigen Teamveranstaltung, bei der abends gefeiert wurde, drängte sich ein Mann seiner Kollegin auf. Er machte unerwünschte Annäherungsversuche in der Hotelbar, begleitete sie gegen ihren Willen zum Hotelzimmer und küsste sie, obwohl sie ihn abzuwehren suchte. Die Frau vertraute sich später ihrem Vorgesetzten an, dem Mann wurde fristlos gekündigt. Dieser klagte und berief sich auf seine lockere Art und den hohen Alkoholkonsum an dem Abend. Zu einem Kuss sei es nicht gekommen. Eine Abmahnung hätte deshalb ausgereicht.

Das Urteil: Die Richter entschieden im Sinne des Arbeitsgebers. Die fristlose Kündigung sei gerechtfertigt. Eine Abmahnung sei nicht erforderlich gewesen, denn mit der erwiesenen sexuellen Belästigung seiner Kollegin habe der Mann eine rote Linie überschritten. Sie mache eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar. Der Arbeitgeber sei verpflichtet, weibliche Mitarbeiter vor sexuellen Belästigungen zu schützen. Das Verhalten des Mannes sei in diesem Sinne eine erhebliche Pflichtverletzung der Interessen des Arbeitgebers. Eine Revision ließen die Richter nicht zu.

Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln vom 21. Mai 2021, Az. 8 Sa 798/20.

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