Dachdecker verwenden oftmals PUR- und PIR-Dämmung. Doch die sind auf dem Markt derzeit nur schwer zu bekommen. Aber es gibt Alternativen.
Foto: ©karepa - stock.adobe.com

Politik und Gesellschaft

Lieferengpässe bei Dämmstoffen: Das sind die Alternativen

Derzeit gibt es Lieferengpässe bei einigen Dämmstoffen. Das hat vor allem Folgen für das Dachdeckerhandwerk – aber es gibt Alternativen.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Die Lieferengpässe bei PUR- und PIR-Dämmung haben derzeit Auswirkungen auf das Dachdeckerhandwerk. Im schlimmsten Fall kommt es zu Baustopps.
  • Sowohl bei Steil- als auch bei Flachdächern gibt es alternative Dämmstoffe.
  • Das Malerhandwerk ist nicht von den Lieferengpässen betroffen.

PU-Dämmstoffe sind in Deutschland zurzeit nur eingeschränkt lieferbar. Das bestätigte der Industrieverband Polyurethan-Hartschaum (IVPU) auf Anfrage von handwerk.com. Grund für die Engpässe lägen in der Vorproduktion.

Bei der Herstellung der Dämmstoffe PUR (Polyurethan) und PIR (Polyisocyanurat) wird die Chemikalie Diphenylmethan-Diisocyanat (MDI) verwendet. Nach Angaben des IVPU hatten mehrere Hersteller von MDI in den letzten Monaten mit Störungen zu kämpfen.

In zwei der betroffenen MDI-Anlagen sei die Produktion mittlerweile wieder aufgenommen worden. Trotzdem geht ein IVPU-Sprecher davon aus, dass es noch einige Wochen dauert, bis der Rohstoff MDI wieder in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

Die Engpässe bei der Lieferung von PU-Dämmstoffen machen sich derzeit vor allem im Dachdeckerhandwerk bemerkbar. Betroffen sind dem Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks zufolge Betriebe, die diese Dämmstoffe schon vor Beginn der Lieferschwierigkeiten fest eingeplant haben. Die Folge sind Baustopps.

Alternativen zu PUR- und PIR-Dämmung

Verbandsprecherin Claudia Büttner weist allerdings darauf hin, dass Dachdecker in Absprache mit ihren Auftraggebern auch auf Alternativen umsteigen können:

  • Bei Steildächern sind Mineralwolle oder Holzfaserdämmstoffe eine Alternative zu PUR- und PIR-Dämmungen.
  • Bei Flachdächern können Betriebe alternativ auch auf EPS-Dämmung oder Schaumglas setzen.

Keine Auswirkung auf das Malerhandwerk

Auf das Malerhandwerk hat die Knappheit von PU-Dämmstoffen keine Auswirkung, da dort vor allem Styropor und Mineralwolle zur Dämmung verwendet werden. Ganz rund läuft es trotzdem nicht: „Bei Mineralwolle ist die Lieferzeit derzeit leicht verlängert“, sagt ein Sprecher des Bundesverbands Farbe Gestaltung Bautenschutz. Das sei für den Endkunden aber kaum spürbar.

Auch interessant:

Lösung für Polystyrolabfälle rückt näher

Noch gelten die Übergangsregelungen für die Entsorgung von HBCD-haltigem Polystyrol. Jetzt hat das Bundeskabinett die Weichen für eine dauerhafte Lösung gestellt – schon im Sommer könnte es soweit sein.
Artikel lesen >

Energieeffizienz: Sanierungsrate zu niedrig

Die Bundesregierung droht, mit ihren Effizienzzielen für den Wärmebedarf in Gebäuden zu scheitern. Zur Kurskorrektur fordert die Deutsche Energieagentur bessere Förderbedingungen.
Artikel lesen >

Natur-Dämmstoff: Hanf am Haus

Rauchen war gestern. Als Dämmstoff hat Cannabis eine viel größere Zukunft. Dieser Handwerksmeister hat schon sein Eigenheim damit verpackt – und ist begeistert.
Artikel lesen >

Strategie

Natur-Dämmstoff: Hanf am Haus

Rauchen war gestern. Als Dämmstoff hat Cannabis eine viel größere Zukunft. Dieser Handwerksmeister hat schon sein Eigenheim damit verpackt – und ist begeistert.

Recht

Betriebe erwarten mehr Bürokratie durch Gewerbeabfallverordnung

Mülltrennung ist für viele Handwerker eine Selbstverständlichkeit. Sauer sind die Betriebe jedoch wegen der Dokumentationspflichten der Gewerbeabfallverordnung! Was werden sie jetzt tun?

Politik und Gesellschaft

Diesel: Das Warten auf die bezahlbare Alternative

Ja, was denn jetzt? Kommen Verbote für Diesel? Oder doch nicht? Muss ich mir Sorgen machen? Wir haben uns bei Kollegen umgehört – in einem Punkt sind sich die Handwerksunternehmer aller Branchen einig.

Podcast

hörWERK: Wie das Handwerk mobil bleibt!

Was tun in der Diesel-Krise? Einen Überblick über die Alternativen im Handwerk bietet die zweite Folge des Podcasts hörWERK.