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Umweltbundesamt: ab 3,5 Tonnen soll gezahlt werden

Lkw-Maut bald auch für Transporter?

Dieser Vorschlag dürfte Handwerkern nicht gefallen: Auch für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen Nutzlast ist eine Maut im Gespräch. Für einen Großteil der Betriebe würde das Mehrkosten für den Fuhrpark mit sich bringen.

Bald auch für Transporter mit 3,5 Tonnen Gesamtzulassung? - Eine Maut für diese Fahrzeuge ist im Gespräch.
Eine Maut für diese Fahrzeuge ist im Gespräch.
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Allein in 2013 verursachten Lkw in Deutschland rund 38,7 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2). Das haben Ermittlungen des Umweltbundesamtes (UBA) ergeben. Deshalb ist die UBA-Präsidentin jetzt mit einer Forderung vorgeprescht: „Es wäre sinnvoll, die Lkw-Maut auf Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen auszuweiten“, sagt Maria Krautzberger. Es müsse endlich intensivere Diskussionen über CO2-Grenzwerte von Lkw geben. „Wir brauchen hier anspruchsvolle Regelungen“, betont sie.

In der Praxis würde das für die meisten Handwerksbetriebe eine große finanzielle und organisatorische Belastung bedeuten. Denn fast jeder Unternehmer hat mindestens einen Transporter, der das Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen Nutzlast erreicht. Fahrten zum Kunden oder zur Baustelle könnten dann erheblich teurer werden. Oder organisatorisch anspruchsvoll, falls mautpflichtige Straßen umfahren werden sollen.

Ziel: Gütertransport auf der Straße reduzieren

Hintergrund der Forderung des Umweltbundesamtes: Zwischen 2000 und 2013 sei der Gütertransport auf den Straßen um 31 Prozent gestiegen. Und die meisten Treibhausgasemissionen im Verkehr verursache nach wie vor der Straßenverkehr, teilt das UBA mit. „Wir raten dringend dazu, mehr Gütertransport von der Straße auf die Schiene und das Schiff zu verlagern“, sagt Krautzberger.

Der Verkehr hierzulande auf den Straßen verursache derzeit etwa 18 Prozent der Treibhausemissionen Deutschlands. Davor liegt noch die Energiewirtschaft, mit 39 Prozent.

Insgesamt sind in Deutschland mehr als 30.000 Kilometer des Straßennetzes mautpflichtig. Darunter 25.700 Kilometer Autobahn und etwa 4700 Kilometer Bundesstraßen.

Mautgelder werden für umstrittene ÖPP-Projekte verwendet

Die Maut-Einnahmen fließen in den Verkehrshaushalt des Bundes. Von dem Geld will das Verkehrsministerium unter anderem die Infrastruktur des Landes modernisieren und Autobahnen erneuern. Dafür setzt Verkehrsminister Alexander Dobrindt auf öffentlich-private Partnerschaften. Auch dieses Vorgehen stößt beim Handwerk auf Kritik.

Ihre Meinung: Was halten Sie von dem Vorschlag? Finden Sie eine Ausweitung der Lkw-Maut auf Transporter für gerechtfertigt? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!



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