Handwerkerausnahme: Die EU-Staaten dürfen entscheiden, ob sie Fahrzeuge zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen von der Lkw-Maut befreien.
Foto: thombach - stock.adobe.com
Handwerkerausnahme: Die EU-Staaten dürfen entscheiden, ob sie Fahrzeuge zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen von der Lkw-Maut befreien.

Eurovignette

Lkw-Maut: EU-Parlament bestätigt Handwerkerausnahme

Fahrzeuge zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen dürfen von den EU-Mitgliedsstaaten von der Lkw-Maut ausgenommen werden. Der Beschluss sorgt im Handwerk für Erleichterung.

Das Europaparlament hat die Handwerkerausnahme (Eurovignette) für Transporter zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen beschlossen. EU-Mitgliedsstaaten dürfen nun selbst entscheiden, ob sie Fahrzeuge dieser Gewichtsklassen außerhalb des Transportgewerbes von Maut- oder Nutzungsgebühren ausnehmen.

„Das ist eine sehr gute Entscheidung für das Handwerk“, kommentiert Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) den Beschluss. Für Handwerksbetriebe mit ihren kleinen und mittelschweren Transportern seien dadurch gezielte Ausnahmeregelungen möglich. In Deutschland wären ohne diese Ausnahme regional tätige Betriebe, die zu Kunden oder auf die Baustelle fahren, durch das extrem große Mautnetz finanziell stark belastet worden, betont Schwannecke.

Teile der Lkw-Maut werden zurückerstattet

Aufgrund einer Gesetzesänderung zum 1. Oktober 2021 können sich Betriebe die Lkw-Maut anteilig zurückzahlen lassen. Das ist über ein Online-Portal ab 3. November möglich.
Artikel lesen

Der ZDH begrüßt „die praxistauglichen Ausnahmen, die den Transport eigener Materialien durch Handwerksbetriebe ausnehmen und diesen somit zusätzliche Bürokratie erspart“.

„Die Handwerkerausnahme ist dringend erforderlich“, sagt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB). Denn das deutsche Mautnetz erstrecke sich neben den Autobahnen auch über das gesamte Bundesstraßensystem – auf insgesamt 52.000 Kilometer.

Besonders wichtig sei der Beschluss zur Eurovignette „mit Blick auf die so dringenden Leistungen des Baugewerbes für den Wohnungsbau, die energetische Sanierung und die Ertüchtigung der Verkehrsinfrastruktur“, erläutert Pakleppa.

ZDH und ZDB betonen, dass es jetzt darum gehen muss, die europäische Lösung in Deutschland in die Praxis umzusetzen und die gegebenen Möglichkeiten zu nutzen.

Tipp: Wenn Sie mehr zum Thema Fuhrpark erfahren möchten, abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter von handwerk.com. Jetzt gleich anmelden!

Auch interessant: 

Anfahrtskosten: Wie viel dürfen Handwerker verlangen?

Die Anfahrtskosten auf Rechnung sind häufig Anlass für Streit mit Kunden. Wie viel dürfen Handwerker ansetzen und welche Möglichkeiten haben sie die Anfahrt abzurechnen?
Artikel lesen

E-Transporter für Ihren Fuhrpark

Das Angebot an rein elektrischen Autos nimmt Fahrt auf. Auch die Auswahl an Elektro-Transportern wird immer größer. Eine Marktübersicht.
Artikel lesen

Aufbewahrungsfristen 2022: Diese Unterlagen können weg!

Aufbewahren oder entsorgen? 7 Tipps zeigen, welche Rechnungen, Unterlagen und Belege Sie 2022 vernichten können.
Artikel lesen

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.
Handwerk Archiv

EU-Erweiterung

Erfolgreich kooperieren in den EU-Beitrittsstaaten

Tipps zum wirtschaftlichen Engagement in den neuen EU-Mitgliedsstaaten gibt Aneta Holtmann, Koordinatorin der Osteuropa-Agentur der Vereinigung der Handwerks-kammern Niedersachsen.

    • Archiv
Handwerk Archiv

EU

Brüssel fordert Hilfe für die Nachfolge

Die meisten EU-Mitgliedsstaaten böten kleinen und mittleren Unternehmen zu wenig Unterstützung bei der Betriebsübergabe, mahnt die EU-Kommission. Jetzt soll ein Aktionsplan den reibungslosen Generationswechsel in kleinen und mittleren Unternehmen gewährleisten.

    • Archiv
Handwerk Archiv

Umweltbundesamt: ab 3,5 Tonnen soll gezahlt werden

Lkw-Maut bald auch für Transporter?

Dieser Vorschlag dürfte Handwerkern nicht gefallen: Auch für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen Nutzlast ist eine Maut im Gespräch. Für einen Großteil der Betriebe würde das Mehrkosten für den Fuhrpark mit sich bringen.

    • Archiv

Fuhrpark

Ausweitung der Lkw-Maut: Das kommt auf Handwerksbetriebe zu

Auch auf Bundesstraßen gilt bald die Lkw-Maut. Handwerksbetriebe sind von dieser Ausweitung betroffen. Doch was ist zu beachten?

    • Fuhrpark