Bei Elektro Barth in Emden ist Handwerk auch Frauensache. Kerstin und Rainer Barth und ihre Auszubildende Eva Marie zeigen ihr Siegel des UFH.
Foto: Elektro Barth
Bei Elektro Barth in Emden ist Handwerk auch Frauensache. Kerstin und Rainer Barth und ihre Auszubildende Eva Marie zeigen ihr Siegel des UFH.

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Mädchen im Handwerk: „Frauen aus Überzeugung fördern“

Elektro Barth in Emden beschäftigt sechs Auszubildende – und zum ersten Mal ist auch eine junge Frau darunter.

  • Mädchen begegnen im Handwerk noch oft Vorteilen, vor allem in den so genannten „Männerberufen“.
  • Elektro Barth in Emden kümmert sich intensiv um Nachwuchskräfte und will gezielt auch Mädchen ansprechen.
  • Mit Erfolg: Seit einem Jahr beschäftigt der Betrieb zum ersten Mal eine junge Frau als Auszubildende zur Elektroinstallateurin für Energie- und Gebäudetechnik.

Frauen in typischen Männergewerken sind noch immer die Ausnahme. Bei Elektro Barth in Emden sind hingegen Mädchen im Betrieb ganz normal. Rainer Barth, Elektrotechnikermeister und Betriebswirt des Handwerks, und seine Frau Kerstin führen den Betrieb gemeinsam. Sie haben vier Töchter, von denen die beiden Älteren schon im Betrieb aushelfen. Doch nicht nur das: Seit einem Jahr lernt dort zum ersten Mal eine junge Frau den Beruf der Elektroinstallateurin für Energie- und Gebäudetechnik.

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Begonnen hat alles Anfang 2021, als Kerstin Barth die Website neu plante. Das Ziel: Fachkräfte, aber auch angehende Azubis und Praktikanten, sollten die Seite und alle wichtigen Informationen über die Suchmaschinen schnell finden. „Das Konzept ist voll aufgegangen“, sagt Barth, im Betrieb zuständig für Personal und das betriebliche Gesundheitsmanagement. „Wir bekommen viele Bewerbungen für Praktika, und so rekrutieren wir unsere Azubis.“ Sechs sind derzeit im 35-Mann-Betrieb beschäftigt.

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Der erste Kontakt entstand über ein Praktikum

Auch Eva Marie hat über ein Praktikum Kontakt zum Betrieb aufgenommen – und dort waren alle so begeistert, dass einer Ausbildung im Anschluss nichts im Wege stand. „Es gibt immer noch viele unsinnige Vorurteile, was Mädchen im Handwerk betrifft“, ist Kerstin Barth überzeugt. „Wir wollen aber mehr Frauenpower im Handwerk. Deshalb wollen wir sie gezielt unterstützen und ihnen zeigen, dass sie willkommen sind.“

Der Betrieb gibt sich daher viel Mühe mit angehenden Nachwuchskräften – auch mit den Jungen: Am Zukunftstag stehen die Türen (wieder) offen, Praktika sind jederzeit möglich. Praktikanten und Schüler bekommen beim Start eine Mappe mit dem internen „EnergieKonzept“, das über Betriebsorganisation und die Ausbildung zum Elektroniker/in für Energie und Gebäudetechnik informiert – zum Nachlesen, aber auch zum Vorzeigen Zuhause oder in der Schule.

Ermutigen, ausbilden und später Fachkräfte beschäftigen

Intensiv kümmert sich der Betrieb auch seine Azubis – schon bevor sie ihre Ausbildung anfangen. „Wir haben im vorigen Jahr zum ersten Mal ein Onboarding am Ferienbeginn organisiert, so dass sich alle schon vor dem ersten Arbeitstag kennenlernen konnten. Das nimmt schon viel Aufregung“, erzählt Barth. Wer während der Ausbildung Probleme in der Berufsschule habe, könne auch während der Arbeitszeit mit einem Mitarbeiter lernen oder an der „Azubi-Wand“ üben. „Dumme Fragen gibt es nicht, ist unser Motto“, sagt die Unternehmerfrau.

Ermutigen, ausbilden und später Fachkräfte beschäftigen, ist die Strategie der Barths. Deshalb wollen sie auch künftig gezielt Mädchen ansprechen. Das UFH-Siegel „Handwerk ist hier auch Frauensache“ hängt an der Eingangstür, und Kerstin Barth hofft, dass auch das Foto ihrer Auszubildenden auf der Website andere Mädchen ermutigt, sich zu bewerben.

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