Dank der Führungsschiene liefert die Tauchkreissäge sehr exakte Ergebnisse.
Foto: Vahle

Die MT55 von Mafell

Sie taucht, sie kreist, sie sägt: ganz ohne Kabel

Kabellos und gut? Mafell hat seiner Tauchsäge MT55 cc Akkus spendiert. Wie sich die Kombination in der Praxis schlägt, lesen Sie hier.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick

  • Werkzeugspezialist Mafell hat seine Tauchkreissäge MT55 weiterentwickelt. Im Unterschied zur MT 55 cc zeichnet sich die neue MT55 18M bl vor allem durch das fehlende Kabel aus.
  • Statt dessen setzen die Maschinenbauer bei der MT55 18M bl auf moderne Akkutechnik.
  • Wie sich die in der Praxis schlägt, zeigt unser Test.

Upotussaha – das ist die finnische Bezeichnung für Tauchsäge. So steht es zumindest auf dem Handbuch für die neue MT55 18M bl von Mafell. Das muss man nicht wissen. Sehr wohl wissen sollte man aber, was im deutschen Teil dieser Anleitung geschrieben steht – damit die vielfältigen Funktionen des wertvollen Stücks kein Geheimnis bleiben und der vollständigen Nutzung nichts im Wege steht.

Die MT55 18M bl ist nicht wirklich neu: Eigentlich ist sie die weiterentwickelte MT 55 cc. Nur mit dem Unterschied, dass ihr die Entwickler das Kabel abgeschnitten und dafür einen Akku verpasst haben.

57 mm Schnitttiefe

Der steht aber mit seinen 18 Volt und 99 Wattstunden dem Stromnetz gefühlt in nichts nach. 57 Millimeter Schnitttiefe sind laut Mafell in Holz- und Verbundwerkstoffen möglich. Wir können es in unserem Test leider nicht nachprüfen, so dickes Material haben wir gerade nicht zur Hand. Wohl aber eine 35 Millimeter dicke Spanplatte, die wir einfach mal mit einem großen Loch versehen.

Dank der Führungsschiene, hier das Modell F160 von Mafell, kommen wir zu sehr exakten Ergebnissen. Die Nut der MT55 passt übrigens auch auf Schienen anderer Hersteller. Das Eintauchen geht sehr leicht von der Hand. Kein Rucken, kein Ziehen, sehr exakte Führung – da verlieren Tauchschnitte ihren Schrecken.

Ferkelei trotz Staubbeutel

Eine Anmerkung am Rande: Der kleine Staubbeutel am Ende der Maschine nimmt die Späne sehr gut auf; ein staubfreieres Ergebnis ist ohne Absaugung wohl kaum zu erzielen – was eindeutig der vorbildlich geschlossenen Schutzhaube zu verdanken ist. Dennoch ist die Absaugung auf Dauer unverzichtbar. Zum einen aus gesundheitlichen Gründen und zum anderen, weil es keinen Spaß macht, immer das kleine Beutelchen auszuleeren.

Spaßeshalber probieren wir die MT 55 noch an einer Gipskartonplatte aus – mit dem gleichen Ergebnis: Es staubt sehr wenig, aber es bleibt auf Dauer eine Ferkelei.

Ausrissfreie Schnitte

Einige furnierte Platten haben wir noch im Bestand, an denen die MT55 eine ihrer weiteren Eigenschaften beweisen soll: die Vorritzfunktion. Das Ergebnis erstaunt uns nicht mehr. Wir bekommen tatsächlich erstklassige ausrissfreie Schnitte. Da wir frei Hand schneiden, können wir uns auch gleich von der korrekten Funktion des nachgeführten Risszeigers überzeugen. Die korrekte Schnitttiefe zeigt uns eine Skala an – das funktioniert mit oder ohne Schiene gleichermaßen.

Großen Wert legt Mafell auf einen möglichst unkomplizierten Sägeblattwechsel. Dafür entriegelt man einfach die Abdeckung, klappt sie hoch und schraubt mit dem angeklipsten Inbus-Schlüssel das Blatt ab. Dabei entdecken wir auf dem Gehäuse neben dem Motor eine kleine Stellschraube. Ein Blick ins Handbuch klärt uns auf: Damit nehmen wir die Feineinstellung vor, wenn das Sägeblatt bereits etwas abgenutzt ist – und zwar bis auf den Zehntel Millimeter genau.

Keine Wünsche offen

Zugegeben, geschenkt gibt es die Mafell MT55 18M bl nicht und es tut schon ein wenig weh, so tief in die Tasche zu greifen. Aber Ausstattung, Verarbeitung und Präzision lassen keine Wünsche offen. Eine richtig schöne „Upotussaha“ haben die Spezialisten aus Oberndorf da gebaut. Oder auch eine „Dyksav“, wie der Däne sagt.

Daten

Name: MT55 18M bl

Leerlaufdrehzahl: 4.850 U/min

Schnitttiefe 0°/45°: 57/40,5 mm

Schwenkbar: –1°/0–48 °

Sägeblattdurchmesser max./min.: 162/149 mm

Gewicht mit Akku: 4,5 kg

Preis (mit T-Max): 899 Euro zzgl. MwSt.

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