Malermeister Michael Mayer findet sie praktisch und sinnvoll.

Leserstimmen

Meister-Kürzel "me.": Von Ablehnung bis Zuspruch

Die Abkürzung „me.“ für Handwerksmeister gibt es schon länger. Viele handwerk.com-Leser sehen den Mehrwert dieses Kürzels kritisch. Doch es gibt auch Betriebe, die davon profitieren.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Das Meister-Kürzel „me.“ sorgt bei den handwerk.com-Lesern für reichlich Diskussionsstoff. Von großem Zuspruch bis hin zu völliger Ablehnung sind alle Meinungen vertreten.
  • Malermeister Michael Mayer verwendet die Abkürzung schon mehrere Jahre in seiner Signatur und hat damit gute Erfahrungen gemacht, berichtet er.
  • Andere Leser schlagen Alternativen für „me.“ vor und begründen ihre Ablehnung mit verschiedenen Argumenten.

Schon seit 2015 ist das Kürzel „me.“ in der E-Mail-Signatur und auf dem Firmen-Briefpapier von Michael Mayer. „Nachdem ich gelesen habe, dass wir diese Abkürzung verwenden können, habe ich das umgesetzt“, sagt der Malermeister aus Waghäusel in Baden-Württemberg.

Ein Titel für Handwerksmeister

„Warum sollen wir so einen Titel nicht nutzen?“, fragt der Unternehmer. In anderen Berufszweigen gebe es schließlich auch gängige Abkürzungen, die viel geläufiger seien als me. Deshalb verwendet Mayer das Kürzel und freut sich, wenn es Kunden und Geschäftspartnern auffällt. „Ab und zu werde ich direkt darauf angesprochen“, betont er. Manche Kunden lassen ihn auch wissen, dass sie im Internet nachgeschaut haben, was es mit der Abkürzung auf sich hat.

Stolz auf den Meistertitel

Michael Mayer findet die Abkürzung zudem praktisch, denn „Meister im Maler- und Lackiererhandwerk“ sei recht lang – egal ob auf der Visitenkarte oder in der Signatur. Er verspricht sich von der Verwendung auch, dass Kunden, die das Kürzel nachschlagen, seinen Betrieb länger im Gedächtnis behalten. Mayer wünscht sich, dass noch mehr Handwerksmeister die Abkürzung nutzen. „Wir können stolz auf unsere Meistertitel sein und das in die Öffentlichkeit tragen“, betont er.

"Abkürzung eher unglücklich gewählt"

„Ich finde das me. unglücklich“, schreibt Sebastian J. H. Mader. Der Ingenieur aus Hamburg benenne die Meister verschiedener Gewerke seit Jahren anders, beispielsweise „DDM – Dachdeckermeister“ oder „TM –Tischlermeister“. Sein Argument dafür: Bei den Doktoren stehe schließlich auch die „Gattung“ daneben, wie zum Beispiel Dr.-Ing. oder Dr.-jur.

Aus Maders Sicht stehe der deutsche Handwerksmeister dem Akademiker keineswegs nach. Zudem habe die Ausbildung im Handwerk geholfen, dass sich keine Klassengesellschaft entwickelt habe. Mit Blick auf die Nachwuchssorgen im Handwerk regt er an, den Meister zu schützen und die Ausbildung für Jugendliche interessanter zu machen.

Auch Thomas Bertram findet eine Abkürzung an sich als eine gute Idee. Nur sei das „me.“ wenig aussagekräftig. „Mstr.“ würde seiner Meinung nach besser passen.

"Überflüssig – der Titel sagt nichts aus"

Klaus Wolf hingegen findet das „me.“ „völlig überflüssig“. Für den Elektromeister hätte die Abkürzung nur einen Wert, wenn man sich darauf verlassen könnte, dass sie etwas Besonderes wäre. Das ist aus seiner Sicht nicht der Fall. Der Grund: Er habe erfahren, dass bei der Meisterprüfung mehr als die Hälfte der Teilnehmer nur „durchgeschleust“ worden sei, ohne, dass sie etwas verstanden hätten. Das „me.“ ist seiner Meinung nach nur ein weiterer Titel auf der Visitenkarte, der nichts aussage.

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