Foto: Thomas Vahle

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Werkzeugtest

Milwaukee Fuel M18 FTS210: Tischler testen Tischkreissäge

Ganz neu ist die Akku-Tischkreissäge Fuel M18 FTS210 von Milwaukee auf dem Markt. Die Gesellen der Tischlerei Wehrhahn haben sie getestet.

Auf einen Blick:

  • Kein zweiter Akku: Milwaukee setzt beim Zeitmanagement der Fuel M18 FTS210 auf eine starke Stromquelle und die Überwachung durch sein One-Key-System.
  • Keine Schlepperei: 22 Kilo kann auch ein Mitarbeiter allein tragen.
  • Keine Ungenauigkeit: Die Tischkreissäge überzeugt durch hohe Präzision.

Anfangs waren Björn Wente und seine Kollegen überrascht: „Das Paket, das uns geliefert wurde, war sehr klein“, erzählt der 27-jährige Tischlergeselle lachend. Geöffnet offenbarte sich jedoch der Blick auf eine neue Generation Tischkreissägen mit Akku – auf die Fuel M18 FTS210 von Milwaukee. Die Skepsis war zunächst groß, zumal Wente und seine Kollegen von der Tischlerei Wehrhahn in Nettelrede vorher keine Berührung mit Werkzeugen und Maschinen von Milwaukee hatten. Auch Chef Kai Wehrhahn nicht, der während des Tests im Urlaub war. „Da hat der Meister was verpasst“, sagt Wente.

Allesschneider für den Bau

54V XR Flexvolt – Dewalt baut mit der neuen Akku-Technologie sein Programm weiter aus. Das Ziel: Die kabellose Baustelle. Der nächste Schritt dorthin: Die Handkreissäge DCS576. Wie die im Test abgeschnitten hat, lesen Sie hier.
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Handlich, mobil, leistungsstark: die Milwaukee Fuel M18 FTS210

Im Laufe des Tests änderte sich sein Urteil und das seiner Kollegen schnell: Aus „klein“ wurde „schön handlich“ und aus „Milwaukee“, ein Werkzeug, das man „ernst nehmen kann“. „Für die Baustelle ist die FTS210 super, 22 Kilo kann man alleine tragen. Wir haben hier noch zwei ältere Tischkreissägen, die sind sehr sperrig – und natürlich kabelgebunden“, schwärmt Wente, der die FTS210 unter die Lupe genommen hat: Der 18-Volt-Akku mit zwölf Amperestunden treibe die Säge gut an. Ein Unterschied zu einem kabelgebundenen Gerät sei nicht zu spüren, sagt er. Mit ihrem dünnen Sägeblatt schneide die FTS210 gut. Als Beweis macht Wente einen Schnitt in Plattenmaterial und tatsächlich ist die Oberseite perfekt. Auf der Unterseite sind die Ausrisse kaum der Rede wert.

Präzision durch Parallelanschlag und Schnellspanner

Für eine sichere Auflage des Materials und genaue Maßhaltigkeit sorgt der weit ausziehbare Parallelanschlag. „Der Anschlag lässt sich sehr gut und einfach verfahren. Der Winkelanschlag ist etwas klein geraten, das ist aber der Konstruktion geschuldet: Es ist eine Tischkreissäge und bei einem kleinen Tisch habe ich dafür eben wenig Platz“, stellt der Tischler fest. Was auch noch zur Präzision beiträgt, ist die hohe Standsicherheit der Maschine. Dafür sorgen der geschlossene Rahmen und die Gummifüße. Auf Wunsch liefert Milwaukee einen Arbeitstisch für die FTS.

Zudem ist den Tischlern in Nettelrede die Einstellung über Schnellspanner positiv aufgefallen: „Bei unseren älteren Tischkreissägen erfolgt die Einstellung mit Stellschrauben, das ist deutlich unpräziser als an der Milwaukee-Säge“, sagen sie. Das einzige Werkzeug, das die FTS210 benötigt, ist ein Schraubenschlüssel, um das Sägeblatt zu wechseln. Und dieser Schraubenschlüssel hat seinen festen Platz unten am Maschinenrahmen – da muss niemand lange suchen. Ist tatsächlich mal ein Wechsel nötig, verriegelt sich das Sägeblatt auf Knopfdruck, damit man es lösen kann. Der Spaltkeil und die Abdeckung lassen sich schnell werkzeuglos entfernen, um verdeckte Schnitte zu ermöglichen.

„Holzfalle“: einfach und effektiv

„Alles ist sehr komfortabel und selbsterklärend. Nur bei diesem Ding habe ich überlegt, was es sein soll.“ Wente hält ein gezacktes Metall in der Hand, das auf den ersten Blick an einen missglückten japanischen Wurfstern oder eine Reifenfalle erinnert. Tatsächlich ist es aber eine Art „Holzfalle“: Sie verhindert, dass das Holz hochschlagen kann. „Eine einfache, aber effektive Lösung“, sagt der Tischler, der auf der Suche nach einer Erklärung die Gebrauchsanweisung studiert hat. Die, so sagt er, sei so, wie eine Gebrauchsanweisung immer sein sollte: übersichtlich und mit sehr vielen Illustrationen.

190 Meter Schnittweite ohne Zweit-Akku?

Eine Kleinigkeit haben die Tischler aber doch zu kritisieren: „Im Lieferumfang fehlt eindeutig ein zweiter Akku. Sonst kann es passieren, dass ich auf der Baustelle ganz schnell dumm dastehe“, sagt Wente. Milwaukee verspricht zwar mit seiner neuen Akku-Technologie „praxistaugliche Einsatzzeiten“ und bis zu 190 Meter Schnittreichweite in 19 Millimeter starken OSB-Platten. Aber darauf mag sich Wente nicht verlassen: „Ich kann ja nicht wissen, wie viel der Kollege am Vortag geschnitten hat.“ Bei der Überwachung kann das Smartphone in Verbindung mit dem cloudbasierten One-Key-System von Milwaukee helfen, das ist aber für die Kollegen in Nettelrede erst einmal kein Thema. Sie verlassen sich lieber auf einen zweiten Akku.

Hat denn die Fuel M18 FTS210 in der Tischlerei Wehrhahn eine Zukunft? „Auf jeden Fall“, sagt Wente. „Und ich hoffe, der Meister sieht das auch so.“

Daten

Name: Milwaukee Fuel M18 FTS210

Akku: 18 V/12 Ah

Akkus im Lieferumfang: 1

Leerlaufdrehzahl: 6.300 U/min

Sägeblattdurchmesser: 210 mm

max. Schnitttiefe 90°: 63,5 mm

max. Schnitttiefe 45°: 44 mm

Neigungseinstellung: 47°

Preis: 649 Euro zzgl. MwSt.

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