Beim Projekt Autosaw helfen Roboter Laien, individuelle konfigurierte Möbel zu fertigen.
Foto: Jason Dorfman, MIT CSAIL

Digitalisierung + IT

Aufnehmen, messen, sägen: die Robo-Handwerker kommen

Haben Sie sich mal gefragt: Wie könnte künstliche Intelligenz das Handwerk verändern? Die Antwort können Sie jetzt erleben – am renommierten MIT-Institut.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Künstliche Intelligenz erreicht das Handwerk. Forscher am US-amerikanischen Massachusetts Institut of Technologie (MIT) lassen Roboter automatisiert Möbelkomponenten bauen.
  • Technologie ist Stand der Technik: Bei der Hardware setzen die Forscher auf marktgängige Produkte. Ziel ist ausdrücklich, das Nicht-Experten damit arbeiten können.
  • Sitzt, wackelt und hat Luft: Ein MIT-Video zeigt die Robo-Fertigung in der Praxis.

Künstliche Intelligenz, Roboter, die sich frei im Raum bewegen und Produkte fertigen. Das ist doch ferne Zukunftsmusik, oder? Nein. Forscher am US-amerikanischen Massachusetts Institute of Technologie (MIT) demonstrieren die vermeintlich ferne Zukunft des Handwerks schon heute. Mit verhältnismäßig einfachen Mitteln: Handelsübliche CAD-Software kombiniert mit einer Schnittstelle für Designvorlagen, dazu ein paar mobile Roboter mit Orientierungssinn und der Fähigkeit, Sägen zu bedienen. Fertig ist die Revolution.

Ihr Name: Autosaw. Das Projekt sieht verdächtig nach dem Grundstein aus, der im Handwerk für ziemlichen Wirbel sorgen könnte. Zunächst im Holzbau.

Wie funktioniert Autosaw?

Autosaw ist dafür konzipiert, aktuell sehr einfache, maßgeschneiderte Objekte montagefertig zu produzieren. Der Endkunde sucht sich zum Beispiel am Designkonfigurator sein gewünschtes Möbelstück aus, passt die Maße seinen Bedürfnissen an und Autosaw schneidet alle benötigten Elemente zu. Die Größe des Systems erlaubt die automatisierte Fertigung sogar vor Ort auf der Baustelle. Die Montage übernimmt der Kunde zum Beispiel selbst anhand einer Anleitung. Das Ziel sei die Demokratisierung individueller Möbelanpassungen, zitiert das campuseigene Nachrichtenportal MIT News die Forscher. Ikea 4.0 sozusagen.

Schon jetzt ließen sich mit Autosaw einfache Konstruktionen, etwa ein Stuhl, ein Verschlag oder eine Veranda so vorbereiten, dass keine menschliche Hand in die Nähe einer Säge kommen muss.

Video zeigt die Roboter am Werk

Den genauen Vorgang zeigen die Forscher im Youtube-Video. Dabei arbeiten zwei Roboter (Marke Kuka Youbot) koordiniert zusammen. Sie fahren an eine Holzlatte heran, nehmen sie auf und tragen sie zu einer Kappsäge. Den Schnittpunkt scheinen sie selbst zu messen. Dann positionieren sie das Holz entsprechend der Vorgabe unter der Säge. Auch den Sägevorgang sollen die mobilen Roboter selbst steuern. Einen Tisch habe man in vergleichbarer Präzision zu der eines Menschen gebaut – etwas wacklig sieht der allerdings noch aus (im Video ab Minute 01:20 zu sehen).

Mit einem umgebauten Robo-Staubsauger der Marke Roomba – der Sauger wurde mit einer Stichsägefunktion getuned – könne das Team jede beliebige Form aus einem Brett sägen. Alles vollautomatisch.

Natürlich reichen die Pläne der Forscher noch weiter. Künftig wollen sie auch komplexere Aufgaben wie Bohren und Leimen in den automatisierten Prozess integrieren.

Ihre Meinung ist gefragt!

Was sagen Sie zu diesen Zukunftsaussichten? Ist das Chance oder Gefahr – oder ein bisschen von beidem? Kommentieren Sie hier.

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