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Gehaltsextras

Mitarbeitermotivation mit Spareffekt

Der Erfolg eines Betriebs steht und fällt mit der Einsatzbereitschaft seiner Mitarbeiter. Wie man Mitarbeiter mit einem höheren Nettogehalt motivieren und dabei gleichzeitig sparen kann, erfahren Sie hier.

Der Erfolg eines Betriebs steht und fällt mit der Einsatzbereitschaft seiner Mitarbeiter. Wie man Mitarbeiter mit einem höheren Nettogehalt motivieren und dabei gleichzeitig sparen kann, erfahren Sie hier.

Wer kennt diese Situation nicht. Sie sagen einem engagierten Mitarbeiter eine außertarifliche Gehaltserhöhung zu oder Sie möchten einen Bewerber mit einem möglichst üppigen Salär zum Kommen bewegen der Blick auf das Nettogehalt ist eine wahre Enttäuschung. Der Grund: Für Steuern und Sozialabgaben wandern bis zu 60 Prozent des Gehalts in öffentlichen Kassen. Das muss nicht sein. Clevere Chefs setzen auf steuer- und abgabenfreie Gehaltsextras. Der Clou daran: Der Arbeitnehmer freut sich bei gleichem Brutto über ein deutlich höheres Nettogehalt, der Arbeitgeber spart sich für solche Extras seinen lästigen Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung.

Gehalt klassisch

Gehalt clever

Bruttogehalt (bisher)

2.300,00 Euro

2.300,00 Euro

Lohnerhöhung

300,00 Euro

300,00 Euro

davon steuer- und

2.600,00 Euro

2.300,00 Euro

abzgl. Steuern

203,15 Euro

131,40 Euro

abzgl. Sozialabgaben

530,21 Euro

468,85 Euro

Nettobezüge

1.866,64 Euro

1.999,75 Euro

Beispiel: Ein Chef verspricht einem Arbeitnehmer eine klassische Gehaltserhöhung, einem anderen verspricht er Extras in gleiche Höhe. Der Spareffekt ist enorm. Auch der Chef spart. Sein Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung mindert sich insgesamt um 860 Euro. Bei 12 Arbeitnehmern summiert sich dieser Spareffekt bereits auf knapp 10.000 Euro.

Diese Gehaltsextras bringen den Vorteil

Folgende Extras sollten Sie deshalb unbedingt kennen:

Kindergartenzuschuss

Übernimmt der Chef die Gebühren für den Kindergartenplatz der Kinder seines Mitarbeiters, fallen weder Lohnsteuer noch Sozialversicherungsbeiträge an. Voraussetzung: Die Kinder dürfen noch nicht sechs Jahre alt sein oder müssen mangels Schulreife vom Schulbesuch zurückgestellt sein. Fallen Kosten für Schulkindergärten, Kindertagesstätten, Kinderkrippen, Tages- und Wochenmütter oder für Ganztagespflegestellen an, können Sie diese entweder direkt an die Einrichtung überweisen oder mit dem Gehalt auszahlen. Der Zuschuss ist nur steuerfrei, wenn Sie diesen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn leisten. Profitieren können also nur Arbeitnehmer, die eine Gehaltserhöhung bekommen oder ihr Einstiegsgehalt im Bewerbungsgespräch gezielt festlegen.

Fahrtkostenzuschuss

Zuschüsse des Arbeitgebers zu Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind steuer- und sozialabgabenfrei. Erhält der Arbeitnehmer einen Zuschuss zu den Fahrtkosten mit seinem Pkw, werden hierfür 15 Prozent Lohnsteuer fällig. Sozialversicherungsbeiträge fallen bei pauschal versteuertem Arbeitslohn jedoch nicht an.

Firmenwagen

Nie wieder Kosten für Reparaturen, Tanken oder Kfz-Versicherung haben Mitarbeiter, die einen Firmenwagen zu privaten Spritztouren nutzen dürfen. Führt ein Arbeitnehmer kein Fahrtenbuch, ist monatlich ein geldwerter Vorteil pauschal zu versteuern. Überweist der Chef mit Ihrem Gehalt eine Wagenpflege-Pauschale, ist diese bis zu 15 Euro steuerfrei (BFH, Az: VI R 122/98).

Fortbildungskosten

Zuzahlungen zu beruflich bedingten Fortbildungsveranstaltungen sind ebenfalls steuer- und abgabenfreie Gehaltsextras. Vereinbaren Sie also mit einem Bewerber, dass er die nächsten Jahre einen Englischkurs bezahlt bekommt um in der Firma englische Korrespondenz zu bearbeiten oder mit ausländischen Monteuren und Auftraggebern sprechen zu können bekommt der Arbeitnehmer diese Zuzahlungen brutto wie netto.

Geburtsbeihilfe

Sehen Mitarbeiter Elternfreuden entgegen, kann der Arbeitgeber ihnen für jedes Kind eine Geburtsbeihilfe von 358 Euro spendieren, ohne dass sie den Fiskus daran beteiligen müssen. Arbeiten beide Elternteile in derselben Firma, kann jeder von ihnen jeweils 358 Euro steuerfrei kassieren.

Mahlzeiten

Mit Essensgutscheinen vom Chef lassen sich monatlich bis zu 100 Euro einsparen. Steuert der Arbeitnehmer zu den Gutscheinen für Mittag- oder Abendessen 2,51 Euro aus eigener Tasche bei (bei Frühstück 1,40 Euro), fallen weder Lohnsteuer noch Sozialversicherung an.

Fehlgeldentschädigung

Sitzen Mitarbeiter an der Kasse und müssen Fehlgelder ausgleichen, kann der Arbeitgeber ihrem Gehalt für dieses Risiko monatlich 16 Euro steuer- und abgabenfrei zuschlagen.

Weitere steuerfreie Zuwendungen vom Arbeitgeberdarlehen bis hin zur Erholungsbeihilfe finden sich in Paragraf 3 Einkommensteuergesetz.

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