Mit dem umfangreichen Facelift erinnert die Frontpartie an Robotisches aus dem Comic-Universum.
Foto: Dennis Gauert

Fuhrpark

Mitsubishi L200 im Praxistest

Das Facelift des Mitsubishi L200 ist zur Hälfte ein Neuaufbau und mit 26.966 Euro Basispreis sehr günstig. Wir sind den Japan-Pick-up gefahren.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Klare Kante: Mitsubishi hat seinem L200 ein umfassendes Facelift spendiert. Mehr als 50 Prozent aller verbauten Teile sind neu. Und das Design des 5,29 Meter langen Pick-ups wurde deutlich nachgeschärft.
  • Kraftquelle: Er faucht und zischt – der 2,3 Liter große Diesel-Motor zaubert aus 150 PS bis zu 400 Newtonmeter Kraft auf die Antriebswelle des L200. Dabei gestaltet sich die Fahrt durchaus alltagstauglich. Ein Spurtgenie ist der 2.147 Kilo schwere Japaner allerdings nicht.
  • Innere Werte: Die Fahrgastzelle ist fast schon luxuriös ausgestattet. Perforierte Ledersitze, beheizbares Lederlenkrad, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, großes Infotainmentsystem und zahlreiche Helfer und Assistenten lassen den Nutzfahrzeugcharakter des Pick-ups schnell in Vergessenheit geraten.
  • Kraftklotz? Eigentlich die Paradedisziplin der modernen Pritschenwagen. Doch bei Nutzlast und Zugkraft muss sich Mitsubishis L200 mit knapp einer Tonne auf der Ladefläche und 3,1 Tonnen Maximalbelastung am Haken, vielen Konkurrenten geschlagen geben.
  • Preistipp: Mit 26.966 Euro (zzgl. MwSt.) steigen Mitsubishi-Kunden günstig ein in die Pick-up-Welt. Wer es allerdings gediegen mag und die Top-Ausstattung unseres Testwagens bevorzugt, muss knappe 10.000 Euro mehr auf den Ladentisch des Händlers legen.

Runde Sachen gehören bei den Japanern der Vergangenheit an – zumindest wenn es ums Design geht. Mitsubishi hat bei der Modellpflege der seit 2015 gebauten L200-Generation nicht nur mehr als 50 Prozent der Bauteile erneuert, sondern auch das Markengesicht geschärft. So kommt der L200 ab günstigen 26.966 Euro nun mit einem Transformer-Gesicht aus LED-Scheinwerfern und angedeuteten Hamsterbacken zum Kunden. Der neue Look sichert ihm auf der Straße eine ungeheure Präsenz.

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Der 2.2 DI-D ist kräftig aber zäh

Für den Satz nach vorne sorgt ein 150 PS starker Turbodiesel mit 2,3 Litern Hubraum, der akustisch auf dem Schoß mitfährt: Er faucht und zischt bei jeder Lastbewegung, um das maximale Drehmoment von 400 Newtonmetern abzurufen. Denn der Ladedruck übernimmt die Regie. Kombiniert mit einer Sechs-Stufen-Automatik (1.597 Euro) ist der Diesel sicher alltagstauglich, aber zäh zu fahren. Im Schubbetrieb wird der Turbo wenig angesprochen, sodass Überholvorgänge gut geplant werden wollen.

Der Mitsubishi Pick-up ist durstig im Alltag

Am Lenkrad befinden sich Schaltwippen für den manuellen Gangwechsel, die aber so gut wie nicht zum Einsatz kommen müssen – schließlich kann der Wählhebel ebenfalls manuell durch die Automatik navigiert werden. Mit einer abgelesenen Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h und 13,2 Sekunden auf Tempo 100 km/h ist der L200 sicher kein Sport-Pick-up, aber allen täglichen Aufgaben gewachsen. Das Geräuschniveau ist auch auf der Autobahn vorbildlich in dieser Klasse. Anders der Verbrauch: Zehn Liter Diesel müssen es im Mittel schon sein.

Einzigartiges Antriebssystem "Super Select 4WD-II"

Den Matsch putzt sich der L200 leicht von den Schuhen. Zwar fällt seine Wattiefe im Klassenvergleich mit 50 Zentimetern um ein Sechstel früher ins Wasser als bei der Konkurrenz, dafür begeistert das Allrad-System: „Super Select 4WD-II“ heißt Mitsubishis Interpretation eines modernen Vierradantriebs, der sich souverän durch den Matsch wühlt. Als Bonus fällt der L200 erst bei einem Winkel von 45 Grad auf die Seite und schafft 70 Prozent Steigung. Der Böschungswinkel von 30 Prozent vorne und 22 Grad hinten ermöglicht starke Steigungen ohne Aufsetzen.

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