Chefs und Mitarbeiter aus fünf Tischlereien arbeiten an ihrer Digitalisierungsstrategie.
Foto: Denny Gille

Digitalisierung + IT

Digitalisierungswerkstatt: Hier werden Wünsche wahr

Die eigenen Bedürfnisse formulieren und mit Fachunterstützung umsetzen. Dafür steht die Digitalisierungswerkstatt. Was wollen diese Betriebe optimieren?

Auf einen Blick:

  • Wie geht man die Digitalisierung am besten an? Indem man Digitalisierung nutzt, um die größten Nervfaktoren im Betriebsalltag auszuschalten. Diesen Ansatz verfolgen die fünf Betriebe in der Digitalisierungswerkstatt.

  • Entlastung durch Digitalisierung versprechen sich die 5 Tischlereien in der Digitalisierungswerkstatt in Bereichen, die vielen Betriebe aus diversen Handwerksbranchen bekannt sein dürften.

  • Die konkreten Optimierungswünsche betreffen unter anderem: Zeiterfassung, Lageroptimierung, Kommunikation.

Wie schnell würden Sie diesen Satz unterschreiben? „Was jedem Meister fehlt, ist ein ITler an seiner Seite.“ Steckt eigentlich alles drin, oder? Das Zeitproblem, neben Tageshauptgeschäft und Büro eine digitale Strategie zu entwickeln. Die Schwierigkeit, die digitalen Bedürfnisse zu formulieren und das nötige Know-how parat zu haben, dafür passende Lösungen zu finden. Die Erkenntnis, dass einem kleinen Handwerksbetrieb die personelle Schlagkraft fehlt, um die Digitalisierungswelle ganz vorn mitzureiten.

Digitalisierung ist eine Chance, wo sie Entlastung schafft

Der Satz stammt von Karl-Wilhelm Steinmann, dem Präsidenten der Handwerkskammer Hannover. Und er hat auch noch einen kleinen Tipp für Unternehmen, sich trotz der Schwierigkeiten der Digitalisierung nicht entmutigen zu lassen: „Sehen Sie nicht nur die Hürden der Digitalisierung, sondern auch die Chancen.“ Genau so sollen auch die fünf Unternehmen, die zur Digitalisierungswerkstatt geladen sind, ihre Digitalisierungsprojekte angehen.

Ein wichtiges Ziel: In dem Projekt der Handwerkskammer Hannover und des Verbandes des Tischlerhandwerks Niedersachsen/Bremen im Auftrag des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk werden die Betriebe die Bereiche digitalisieren, die sie aktuell als Hemmschuh empfinden.

Schrittweise nähern sich die Betriebe in der Digitalisierungswerkstatt diesem Ziel. Chefs und ausgewählte Mitarbeiter der fünf Unternehmen haben sich zum Workshop versammelt. Noch sitzen sie geordnet an ihren Tischen, bis per Losverfahren ganz neue Gruppen gemischt werden. In denen diskutieren die Mitglieder nun, was Digitalisierung im Handwerksbetrieb für sie bedeutet. Dieser vermischte Austausch fördert einen Perspektivwechsel. Außerdem hilft die Übung, ein Gespür für die eigenen Bedürfnisse und Erwartungen zu bekommen. Die Ergebnissicherung zeigt: Die Betriebe nehmen die Digitalisierung vor allem als zusätzliches Werkzeug wahr. An das knüpfen sie verschiedene Hoffnungen, etwa eine bessere Vernetzung und Kommunikation untereinander.

3 Wünsche an die Digitalisierung

Die Digitalisierungswerkstatt findet homogen für ein Gewerk statt. Den Anfang machten 2016 Metallbauer. Jetzt sind ausschließlich Tischlereien vertreten. Das Gewerk mag speziell sein. Die drängendsten Wünsche, die die Betriebe an die Digitalisierung haben, dürften jedoch vielen Unternehmen aus diversen Handwerksbranchen aus der Seele sprechen.

  • Matthias Warneke von der Tischlerei Matthias Warneke will unter anderem, dass einfach keine Informationen mehr untergehen. Der Wunsch: „Alle Informationen, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort.“ Ein klar formuliertes Ziel, für das es sich zu arbeiten lohnt.

  • Erleichterungen in Organisation und Dokumentation wünscht sich beispielweise das Unternehmen Möller Tischlerei & Innenausbau GmbH. Ihr Traum: In mobilen Endgeräten werden nicht nur die Arbeitszeiten erfasst, sondern gleichzeitig auch die Zeitaufwände für die einzelnen Projekte dokumentiert. Das alles soll automatisch in die Branchensoftware einfließen.

  • Manuel Wesemann von der Tischlerei Hans Mundrzik GmbH fällt bei der Digitalisierung sofort das Lager der Tischlerei ein. Wie wäre es, wenn man die Lagerbestände digital einsehen könnte und eine klare Materialzuordnung hätte? Jeder wüsste, was wo ist und Überraschungen vor dem nächsten Baustellentermin wären Vergangenheit. Das wünscht er sich von der Digitalisierung: „Wir wollen immer das passende Material für das richtige Projekt parat haben.“

Digitalisierung anpacken

Was man aus den Unternehmen ebenso hört, sind Schlagworte, wie: „Zettelwirtschaft beenden“, „bessere Kommunikation“, „Transparente Infos für alle“. Am 21. Juni fanden die Unternehmen sich wieder zusammen, um mit Unterstützung der Fachexperten von der Digitalisierungswerkstatt ihre Strategien zu entwickeln und um diese Ziele zu erreichen. Insgesamt ein Jahr haben sie für die Umsetzung Zeit.

Was würden Sie am liebsten in Ihrem Unternehmen digitalisieren? Kommentieren Sie hier oder schreiben Sie an gille@handwerk.com

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