Hat seit 1. Januar 2023 das Amt des ZDH-Präsidenten inne:  Dachdeckermeister und Diplom-Hochbauingenieur Jörg Dittrich.
Foto: ZDH/Sascha Schneider
Hat seit 1. Januar 2023 das Amt des ZDH-Präsidenten inne:  Dachdeckermeister und Diplom-Hochbauingenieur Jörg Dittrich.

Inhaltsverzeichnis

Politik und Gesellschaft

Neuer ZDH-Präsident nimmt Arbeit auf: das ist Jörg Dittrich

Seit 1. Januar 2023 ist Dachdeckermeister Jörg Dittrich neuer Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Wer ist er und wofür steht er?

Auf einen Blick

  • Jörg Dittrich heißt der neue Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Er löst Hans Peter Wollseifer ab, der dem ZDH als Präsident neun Jahre lang vorgestanden hat.
  • Vier Schwerpunktthemen will der neue ZDH-Präsident in seiner Amtszeit bearbeiten. Dazu zählen Fachkräftesicherung und Innovationen.

Der Dachdeckermeister aus Dresden war der einzige Kandidat für das höchste Amt im deutschen Handwerk. Sein Vorgänger durfte nach drei Amtsperioden nicht mehr zur Wahl antreten. Jörg Dittrich erhielt beim deutschen Handwerkstag in Augsburg 96 Prozent Ja-Stimmen und damit ein eindeutiges Votum. „Ich freue mich über das große Vertrauen der ganzen Handwerksorganisation. Aus der klaren Wahlentscheidung nehme ich viel Rückenwind für die anstehenden Aufgaben mit. Das Leitmotto ‚Ein Handwerk – eine Stimme‘ gilt heute mehr denn je“, betonte der neue ZDH-Präsident.

Das sind die Schwerpunkte des neuen Präsidenten

Vier Schwerpunktthemen will Jörg Dittrich in seiner Amtszeit vorantreiben:

  • Fachkräftesicherung: Dafür will Dittrich die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung durchsetzen.
  • Digitalisierung und Innovation stärken: „Wir werden mit einer geringer werdenden Zahl an Beschäftigten die Produktivität steigern müssen“, so der oberste Handwerker. Das sei nur mit Innovationen möglich.
  • Starke Beteiligung an der Mobilitäts- und Energiewende: „Handwerk kann und will Umsetzer im Klimaschutz sein“, betonte der ostdeutsche Handwerkspolitiker.
  • Reform der sozialen Sicherungssysteme: „Wir müssen diskutieren wie wir den Faktor Arbeit entlasten wollen“, erklärte Dittrich.

Dittrich stehe für einen unabhängigen Wirtschaftszweig Handwerk, fest verortet in der Mitte der Gesellschaft. „Ich werde mich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass es auch in Zukunft im Handwerk nur darauf ankommt, wohin Du willst, und nicht, woher Du kommst“, betonte der neue Handwerkspräsident. 

Werdegang des neuen ZDH-Präsidenten

Mit 28 Jahren übernahm Dittrich den von seinem Urgroßvater gegründeten Familienbetrieb in vierter Generation. Das Dresdner Unternehmen mit einer Niederlassung in Berlin beschäftigt 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gewerken Dachdeckerei, Dachklempnerei, Zimmerei und Trockenbau. 1998 gründete der Unternehmer mit einem polnischen Geschäftspartner einen Betrieb in Breslau, der überwiegend in Polen Dach- und Fassadenarbeiten ausführt. Zur Firmengruppe gehören zwei weitere Betriebe, die im Bereich Komplettsanierung sowie Dach- und Fassadenbegrünung in Dresden tätig sind. Dittrich ist verheiratet und hat sechs Kinder. Sein Sohn Maximilian ist als Dachdeckermeister und Kalkulator im Betrieb tätig, genau wie seine Frau Anne als kaufmännische Leiterin. Sein Neffe Johannes ist ebenfalls Dachdeckermeister und leitet die Niederlassung Berlin.

Der 53-jährige Dachdeckermeister und Diplom-Hochbauingenieur ist nicht nur erfahrener Unternehmer, sondern auch Handwerkspolitiker. Seit über zehn Jahren ist Dittrich sowohl regional als auch auf Bundesebene aktiv: Zuerst nur als Präsident der Handwerkskammer Dresden, drei Jahre später dann auch im ZDH-Präsidium und seit 2021 zusätzlich als Präsident des Sächsischen Handwerkstages. Jörg Dittrich will alle Mitglieder der Handwerksfamilie vertreten: Arbeitgebende, Arbeitnehmende und Auszubildende. Er wirbt für das enge Miteinander der Handwerkskammern, Fachverbände, Innungen und Kreishandwerkerschaften – wie sein Vorgänger Hans Peter Wollseifer, der jetzt einstimmig gewählter ZDH-Ehrenpräsident ist.

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