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Das Handwerk schlägt zurück

Neues vom Handwerkerhasser

Kennen Sie schon den "Handwerkerhasser"? Ein echt fieser Kunde, der im Internet ständig über Handwerker lästert. Doch jetzt schlagen die Handwerker zurück - mit "Schmerzensgeld" und "geschultem" Personal!

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Kürzlich hatten wir über den "Handwerkerhasser" berichtet: einen notorisch unzufriedenen Kunden, der in einem Blog über Handwerker herzieht. Nach seiner Ansicht sind Handwerker grundsätzlich zu teuer, inkompetent, faul und nie um eine Ausrede verlegen. Darum lässt er fast nur schwarzarbeiten - was die Sache nicht wirklich besser macht.

Das Handwerk schlägt zurück!
So langsam scheinen allerdings auch die Handwerker dahinter zu kommen, was für ein Kunde das ist. Jedenfalls klingen die neuesten Einträge im Handwerkerhasser-Blog danach.

45 Prozent Preissteigerung in 6 Jahren!
Gerade erst hat der Handwerkerhasser seine Therme warten lassen: 53,55 Euro netto plus Mehrwertsteuer. Ausnahmsweise nicht schwarz gemacht - weil ihm der Handwerker dabei zu wenig entgegen gekommen ist.

Das hat den Handwerkerhasser wohl dermaßen schockiert, dass er sich jetzt vorsorglich gleich nach den Wartungspreisen für 2012 erkundigt hat. Hätte er doch lieber erst einmal Gras über die Sache wachsen lassen. Denn jetzt will der Heizungsbetrieb satte 67,50 Euro netto. Fahrtkosten inklusive.

Was den Handwerkerhasser am meisten ärgert: 2005 waren es noch 46,50 Euro netto.. Ganz nebenbei: Wieso hebt der bei all der Schwarzarbeit eigentlich die Quittungen auf?

"Das ist eine Steigerung von 45 Prozent! Innerhalb von sechs Jahren!", hat der Handwerkerhasser ausgerechnet.

Unsere Vermutung: Der Handwerker hat wohl nicht nur die Fahrtkosten aufgeschlagen, sondern auch noch ein sattes Schmerzensgeld für Aufträge bei diesem speziellen Kunden.

Womit ein Kunde das verdient hat? Hier ein paar gute Gründe!

Handwerker-Psychologie aus dem Selbstbaukasten!


Der Handwerkerhasser ist genau der Kunde, auf den wir alle gut verzichten können. Einer, dem alles zu teuer ist. Der am liebsten schwarzarbeiten lässt. Und dann ständig danebensteht und kontrolliert.

Doch damit nicht genug: Der Handwerkerhasser betätigt sich nebenbei auch "Handwerker-Psychologe"! Hier ein paar seiner Erkenntnisse:

Wie reagieren Handwerker auf Kritik?
Handwerkerhasser: "Echte Argumente hat er nicht (vor allem natürlich nicht, wenn es berechtigte Kritik ist), sich der Kritik zu stellen, ist ihm ebenfalls unmöglich, weil er dann über Fähigkeiten verfügen müsste, die dem Handwerker per se abgehen: Reflexion, Kritikvermögen, Selbstzweifel und der Wille, nachhaltig gute Arbeit zu leisten."

Wie reagiert ein Handwerker, wenn man ihm Pfusch vorwirft?
Handwerkerhasser:  "Eine Möglichkeit, wie der Handwerker damit umgeht, ist "auf Durchzug" zu stellen. So zu tun, als sei nichts durch ihn verursacht worden oder - noch dreister, aber deswegen nicht minder häufig anzutreffen - als sei gar nichts passiert, gar nichts ungewöhnlich, gar nichts falsch - obwohl das offensichtlich nicht so ist ..."

Was hilft bei solchen Typen, wenn es zum Streit kommt? Eine professionelle Abfuhr!

Zu professionell für den Handwerkerhasser!

Erst vermisst der Handwerkerhasser bei Handwerkern die Professionalität - jetzt wird es ihm plötzlich zu viel. Der Grund? Ein Handwerker wird plötzlich sehr professionell ... allerdings am Telefon.

Der Anlass: Die Therme ist defekt  - irgendwie lustig, hatte er die nicht gerade erst warten lassen?

Jedenfalls erscheint der Handwerker nicht zum vereinbarten Termin.

Anruf in der Firma: Der Termin sei doch eingetragen und müsste längst erledigt sein, heißt es dort, für den Handwerkerhasser eine "erstaunlich prompte und professionelle Antwort, die geradezu Kompetenz verströmt".

Die Mitarbeiterin am Telefon fasst beim Monteur nach. Das Ergebnis: Der Monteur habe zweimal angerufen, doch es habe sich niemand gemeldet. Auch auf sein Klingeln hin habe niemand geöffnet. "Und ich vertraue unserem Monteur!", schiebt die Mitarbeiterin noch nach.

Da fällt dem Handwerkerhasser nun nichts mehr ein: "Die sind inzwischen auf Rhetorikseminaren gewesen, verflucht."

Geschieht ihm recht! Ruhig reden kann man mit ihm jedenfalls nicht.
Ein Schreiner hat es versucht - und wurde prompt angemacht!

Wer disst denn hier wen?

Kann man mit dem Handwerkerhasser nicht auch vernünftig reden? Ein Schreiner hat es vor ein paar Tagen mit zwei kurzen Kommentaren im Blog vom Handwerkerhasser probiert:

" Der Handwerker der bei Ihnen arbeiten muss, tut mir leid. Von seinem Arbeitgeber wird er verarscht und von Ihnen dumm angemacht ..." schreibt an einer Stelle.

Und an einer anderen: "...  Bin seit 30 Jahren Schreiner und Meister und trage mit Stolz täglich meine Arbeitshose und werde immer häufiger von Kunden herablassend und sogar beleidigend behandelt ..."

Prompter Gegenkommentar im Handwerkerhasser-Blog: Der Schreiner wolle doch nur "dissen" - also den Blog schlechtmachen, heißt es da.

Hallo? Geht's noch? Wer disst denn da wen?

Und wie reagieren Sie auf solche Kunden? Die alles wissen, alles können, nix zahlen wollen und ständig kontrollieren? Stellen Sie auf Durchzug? Halten Sie dagegen? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

(jw)


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