Als kurzer Kastenwagen ist der Nissan Townstar EV bereits seit Herbst bestellbar, der Kombi (links) folgt „in Kürze“.
Foto: Christian Frederik Merten
Als kurzer Kastenwagen ist der Nissan Townstar EV bereits seit Herbst bestellbar, der Kombi (links) folgt „in Kürze“.

Inhaltsverzeichnis

Fahrbericht

Nissan Townstar EV: Elektrisch für die City

Der Townstar fährt auf Kangoo-Basis vor. Also gibt´s auch Nissans Kompakt-Transporter vollelektrisch – und mit ziemlich schnellem AC-Laden.

Townstar EV heißt der neue elektrische Kompakttransporter von Nissan. Anders als sein Vorgänger e-NV200 ist er ein technischer Zwilling des Renault Kangoo. Als Benziner steht der Nissan Townstar schon seit Frühjahr 2022 bei den Händlern, später legte Nissan beim Kasten mit den Elektro-Varianten nach. Bereits im Herbst in der 4,49 Meter langen L1-Version. Und zum Jahresbeginn öffneten die Japaner auch die Bestellbücher für den Townstar EV in der L2-Variante (4,91 Meter), der dann im Spätsommer auf die Straße rollen soll. Auch den Townstar Kombi plant Nissan vollelektrisch, hier sollen Bestellungen „in Kürze“ möglich sein.

Damit zeigt sich auch hier Nissans Fokus auf den Elektroantrieb. Denn was die Varianten angeht, bekommt der Townstar EV einen deutlich Vorsprung vor dem Benziner: Mit dem Benziner unter der Haube kommt der lange Kasten nämlich erst im Laufe des Jahres, für den langen Benziner-Kombi steht sogar noch gar kein genaues Startdatum fest. Auf den Markt kommt er aber auf jeden Fall, so Nissan.

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Townstar EV: Bekannte Technik vom Renault Kangoo

Laut Nissan rollen schon heute 80 Prozent aller für Deutschland bestimmten Townstar-Kastenwagen vollelektrisch vom Band. Seine Kangoo-Verwandtschaft sieht man dem Kompakttransporter sofort an, trotz Nissan-Frontend mit eigenen Leuchten und eigenem Grill. Letzterer dient auch zur Differenzierung vom Verbrenner-Townstar: Wie bei Nissans Elektro-SUV Ariya ist er im Kumiko-Stil gehalten, ein geometrisches Muster, das seinen Ursprung in der japanischen Holzverarbeitung hat. Wie dem auch sei: Der geschlossene Grill soll beim Elektro-Transporter vor allem für eine bessere Aerodynamik sorgen.

Technisch ändert sich aber nichts: Wie der Renault kommt der Townstar EV mit netto 45 kWh großen Lithium-Ionen-Akku, der kombiniert für maximal 301 (L1) oder 275 (L2) Kilometer WLTP-Reichweite sorgt. Das sollte für viele Einsatzzwecke reichen, spricht Nissan als Hauptzielgruppe doch kleinere und mittlere Unternehmen und vor allem Handwerksbetriebe an. Und die, so Bernhard Hohns, Produktmanager LCV bei Nissan in Deutschland, sind in der Regel im urbanen Umfeld unterwegs beziehungsweise im Kurzstreckenverkehr mit nicht mehr als 100 Kilometer Strecke pro Tag.

Bis zu 22 kW AC-Laden im Nissan Townstar EV

Und weil diese Zielgruppe gerade am Einsatzort nicht immer eine Schnellladesäule vorfindet, profitiert sie besonders von einem Alleinstellungsmerkmal des Townstar EV: Ab der zweiten Ausstattungslinie Acenta lädt der kompakte Elektro-Transporter schon an der AC-Säule mit 22 kW. 11 kW gibt es in der Basis, ein Downgrade auf 11 kW ist ausschließlich für den Acenta buchbar und spart 1.040 Euro (alle Preise netto zzgl. USt.). Wem die 22 kW AC-Ladeleistung nicht reichen, der bekommt für 840 Euro einen 80-kW-Schnellladeanschluss. Der Basis gönnt Nissan das CCS-System allerdings nicht.

Strom zapft der Nissan Townstar EV über einen Ladeanschluss im Kühlergrill. Dann sei das Kabel beim Beladen des Kompakt-Transporters nicht im Weg, sagt Nissan. Mit 11 kW ist der Townstar in rund fünf Stunden komplett geladen. Von 15 auf 80 Prozent dauert es mit 22 kW etwa eineinhalb Stunden und beim Schnellladen knapp 40 Minuten. Für eine optimale Ladesituation soll die Wärmepumpe sorgen, wobei das Thermomanagement nicht mit dem – ausstattungsabhängig verfügbaren – Navi verknüpft ist und auch nur mit dem 22-kW-AC-Ladesystem kommt. Für mehr Effizienz auf der Strecke gibt es drei Rekuperationsstufen, jedoch ohne One-Pedal-Funktion.

122 PS leistet der Elektromotor des Townstar EV, dessen Potenzial wir auf unserer sehr kurzen Teststrecke nicht ausreizen konnten. Auch die Verbrauchsangabe ist nach knapp über 30 Kilometern Fahrt nur ein Näherungswert. 20,0 kWh je 100 Kilometer standen bei uns bei Fahrtende auf dem Display, ziemlich viel für eine reine Stadttour.

E-Transporter in der Basis ohne Schiebetüren

Apropos Laden: Mit flexiblem Trenngitter schluckt der kurze Townstar EV 3,9 Kubikmeter Fracht, die Langversion maximal 4,9 Kubikmeter. Mit fester Trennwand verringern sind es 3,3 oder 4,3 Kubikmeter. Keine Unterschiede zum Verbrenner also, was für die Zuladung nicht gilt: Maximal 537 Kilogramm beträgt sie beim Townstar EV L1 und bis zu 702 Kilogramm beim Townstar EV L2. In den kurzen Benziner-Townstar lassen sich je nach Version 571 bis 775 Kilogramm Fracht einladen. Unverändert dagegen die Anhängelast: Egal welcher Motor unter der Haube, Nissans Kompakttransporter darf bis zu 1,5 Tonnen ziehen.

Den Laderaum erreichen Townstar-EV-Fahrer immer durch die asymmetrische verblechte Flügeltür am Heck. Eine verblechte Schiebetür rechts ist in der Langversion immer Serie, im L1 jedoch erst ab der Acenta-Ausstattung. Nur mit der Schiebetür rechts gibt es auch die optionale Luke links (350 Euro). Wer verglaste Hecktüren möchte, zahlt 250 Euro (ab Acenta) oder zusammen mit verglasten Schiebetüren links und rechts 600 Euro (ab N-Connecta). Die „Open Sesame Door“ wie beim Renault Kangoo, also den Wegfall der B-Säule rechts für eine bessere Beladbarkeit durch dir Schiebetür, bietet Nissan im Townstar nicht an.

Vier Ausstattungslinien für den Townstar EV

Zu haben ist der Nissan Townstar EV ab 33.750 Euro. Für den langen L2 berechnet Nissan 1.000 Euro Aufpreis (Basis: 1.350 Euro). LED-Scheinwerfer oder auch das Mode-3-Ladekabel sind immer Serie; nützliche Dinge wie die 22 kW AC-Ladeleistung, eine Klimaautomatik, ein Radio, den höhenverstellbaren Fahrersitz oder aber auch die Wärmepumpe ab dem Niveau Acenta (ab 36.700 Euro). Ein 8-Zoll-Touchscreen mit Apple Carplay und Android Auto, Rückfahrkamera, elektrische Fensterheber und ausgewählte Assistenten gibt es ab N-Connecta (ab 39.200 Euro), 10-Zoll-Digitalinstrumente, ein Navi, induktives Smartphone-Laden, Sitzheizung und 360-Grad-Kamera sind im Topmodell Tekna Serie (ab 41.750 Euro).

Für die Townstar-Basis bietet Nissan bis auf Metalliclack und Mode-2-Ladekabel überhaupt keine Optionen an. Acenta, N-Connecta und Tekna lassen sich mit verschiedenen Paketen aufrüsten. Und: Mit Ausnahme der Basis baut Nissan für 300 Euro Aufpreis auch eine Doppelsitzbank anstelle des Beifahrersitzes ein. Aber egal welche Ausstattung man wählt, fünf Jahre Garantie auf das Fahrzeug und acht Jahre auf die Antriebsbatterie sind beim Townstar immer dabei, vorausgesetzt man hält die Grenze von 160.000 gefahrenen Kilometern ein. Bestellt man einen individuellen Townstar EV L1, liegt die Lieferzeit laut Nissan bei derzeit etwa vier Monaten.

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Technische Daten Nissan Townstar EV:

  • Segment: Kompakttransporter
  • Karosserie: Kastenwagen
  • Länge | Höhe: 4.488 | 1.822 mm (L1) und 4.910 | 1.854 mm (L2)
  • Elektro: 122 PS | 17,4 – 35,1 kWh | 0 g CO2 | ab 33.750 Euro
  • Max. Ladeleistung (AC/DC): 22/80 kW
  • Max. Reichweite: 301 km
  • Max. Ladevolumen: 3,9 (L1) | 4,9 (L2) m3
  • Max. Zuladung: 537 (L1) | 702 (L2) kg
  • Max. Anhängelast: 1.500 kg
  • Verbrauch, Emissionen und Reichweiten nach WLTP; Preise netto zzgl. USt.

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Der neue Nissan Townstar basiert auf dem Renault Kangoo und kommt als Elektro-Transporter (links) sowie als Benziner.

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