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Personalbeschaffung

Nullnummer im Bewerbungsgespräch

Das ZDF hat sich mit dem Fachkräfteproblem in deutschen Betrieben befasst. Ganz nebenbei präsentieren die Fernsehmacher ein Phänomen, das Handwerksmeister diesen Satz sagen lässt: „Ich krieg‘ die Krise.“

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Fachkräftemangel: ZDF-Reportage sieht das „Handwerk in der Krise“
  • Malermeister: Bewerber sagen Vorstellungsgespräche nicht ab, versetzen ihn.
  • Quote: Nur einer von fünf Bewerbern erscheint zum Termin. Ein realistischer Wert?

von Heiner Siefken

Die Auftragsbücher: „Voll.“ Die Wirtschaft: „Brummt.“ Und überhaupt: „Es könnte nicht besser laufen.“ Zu Beginn der ZDF-Reportage „Handwerk in der Krise“ präsentiert ein Sprecher überaus positive Fakten. Allerdings gebe es da auch dieses „Riesenproblem“. Der Malermeister Andreas Romanow sagt: „Facharbeiter fehlen. Auszubildende fehlen. Arbeit hätten wir genug, wir sind ausgebucht bis nächstes Jahr.“

Bewerber lässt Vorstellungsgespräch platzen

Die Kamera begleitet Romanow durch seinen Betrieb in München, ein Kandidat für einen Praktikumsplatz hat sich für ein Bewerbungsgespräch angekündigt – und kommt nicht.

9 Uhr morgens in Deutschland, Zeit für die erste Krise des Tages.

Romanow: „Wenn so ein junger Kerl nicht mal absagt, bin ich stinksauer. Das ist einfach eine Frechheit.“ Denn da ist diese leise Hoffnung. Aus dem Praktikanten könnte ein Azubi werden. Und aus dem Azubi ein Facharbeiter, der die kommenden „20 Jahre bei mir im Betrieb arbeitet“.

Der „Akademisierungswahn“ geht um

Romanow lebt in einer Art Notstandsgebiet für die Suche nach Fachkräften: der bayerischen Landeshauptstadt. Die Konkurrenz ist extrem. „Wer was drauf hat, studiert oder macht seine Lehre in München, oft bei Siemens oder BMW“, sagt die ZDF-Stimme aus dem Off.

Der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Alzey Worms erscheint im Bild. Dirk Egner spricht vom „Akademisierungswahn“.

Romanows Ziel: „Ein Auszubildender in jedem Lehrjahr. Einen im Ersten, einen im Zweiten, einen im Dritten.“ Die Realität: „Momentan habe ich zwei im zweiten Lehrjahr. Außerdem suche ich noch Gesellen, da habe ich dieses Jahr auch keinen Erfolg gehabt.“

Einige der Bewerber hätten sich im Vorstellungsgespräch „ein bisschen doof“ angestellt, andere seien gar nicht erst erschienen.

Nur einer von fünf Bewerbern kommt zum Termin

Romanow müsse damit leben, sagt der ZDF-Sprecher, dass lediglich „jeder fünfte Bewerber zum Vorstellungsgespräch erscheint“. Nur jeder Fünfte?

Der Malermeister präsentiert die Mappen der Bewerber, die er in den zurückliegenden zwei Monaten zum Gespräch gebeten hatte. Kandidat 1: keine ausreichenden Deutschkenntnisse. Kandidat 2: zwei Vorstellungstermine verschoben, den dritten nicht bestätigt. Kandidat 3: spricht kein Deutsch. Kandidat 4: nicht erschienen. Kandidat 5: nicht erschienen. Kandidat 6: nicht erschienen.

Ein bitteres Ergebnis. Aber ist es realistisch? Wie oft lassen Bewerber Sie sitzen? Kommentieren Sie hier, oder schreiben Sie uns!

Zum guten Schluss: Azubi unterschreibt!

„Es ist schmutzig. Es ist staubig. Es ist laut.“ Dass mit der Ausbildung zum Maler und Lackierer gewisse Nickeligkeiten verbunden sind, sagt Romanow einem Bewerber, der tatsächlich zum Termin erschienen ist. Der junge Mann soll wissen, worauf er sich einlässt.

Und unglaublicherweise antwortet er: „Mir ist klar, dass der Beruf dreckig ist. Aber das ist für mich kein Problem, das finde ich sogar besser, als würde ich im Büro sitzen und den ganzen Tag vorm PC.“

Wahnsinn! Happy End im Handwerk!

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