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Nutznießer des Notstands

Nutznießer des Notstands

Insolvenzverwalter haben Hochkonjunktur. Doch der Beruf ist ins Gerede gekommen. "Kleine Betriebe sind ihren Verwaltern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert“, sagt Sonja Kirchner, Landesvorsitzende des „Vereins für Kreditgeschädigte und in finanzielle Not geratene Menschen“ in Sachsen-Anhalt.

Insolvenzverwalter haben Hochkonjunktur. Doch der Boom-Beruf ist ins Gerede gekommen. "Kleine Betriebe sind ihren Verwaltern ausgeliefert, sagt Sonja Kirchner, Landesvorsitzende des Vereins für Kreditgeschädigte und in finanzielle Not geratene Menschen in Sachsen-Anhalt.

Geschichten über Nachlassmanager, die im Insolvenzverfahren nur Masse sammeln, um ihre eigene Arbeit zu finanzieren, würden sich häufen, sagt Kirchner. Die Vereinsvorsitzende fordert radikale Änderungen der Insolvenzordnung. Ihre Begründung: Die Paragrafen helfen nur Kirch, Holzmann und Co, also nur den Unternehmen, die sich teure Berater leisten können.

Nach Kirchners Ansicht müssten Anwälte erfolgsorientiert bezahlt und psychologisch ausgebildet werden. Und: Angeschlagene Betriebe sollten sich ihren Verwalter selbst aussuchen dürfen. In der aktuellen Situation rät die Vereinsvorsitzende den Betrieben sogar dringend davon ab, einen Insolvenzantrag zu stellen: Da geben sie den Kopf gleich mit ab. Kleine Unternehmer sollten lieber versuchen, sich außergerichtlich mit den Gläubigern zu einigen.

Auf die Vorteile der Insolvenzordnung verweist Tilman Bettendorf, Geschäftsführer des Hamburger Wirtschaftsinformationsdienstes Bürgel. Das Insolvenzrecht gebe den Unternehmen die Möglichkeit, den Insolvenzantrag in einem sehr frühen Krisenstadium zu stellen.

Früher hätten die Betriebe das Insolvenzverfahren erst beantragen können, wenn die Zahlungsunfähigkeit feststand, verdeutlicht Bettendorf. Seit 1999 sei dies bereits bei drohender Zahlungsunfähigkeit machbar: In der Regel verfügt auch ein angeschlagenes Unternehmen dann noch über genügend Kapital für ein ordentliches Verfahren.

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Umweltmanagement

Eigenes Zertifikat in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt gibt es bereits eine Umwelt-Zertifizierung speziell für Betriebe: 22 Unternehmen können sich dort mit dem „Umweltsiegel des Handwerks“ schmücken.

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Sachsen-Anhalt

Eine Kooperation hilft bei der Ausbildung

Die schwache Konjunktur ist auch auf dem Ausbildungsmarkt spürbar. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze in Ost und West ist rückläufig. Wie Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den Nachwuchs für ihre Betriebe sichern können, zeigt eine Kooperation von Haustechnik-Betrieben in Sachsen-Anhalt.

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Fonds sollen aus der Klemme helfen

Private Hilfe in der Not

In Sachsen-Anhalt will ein Bürgermeister private Risikofonds aufbauen, die Betrieben Kredite gewähren können. „Es geht dabei um Betriebe, die nur kurzfristig in einen Engpass geraten sind – beispielsweise, weil ein Kunde nicht zahlt", sagt Bürgermeister Udo Rönnecke.

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Existenzgründung

Erfahrung zahlt sich aus

Trotz Strukturkrise und schwacher Auftragslage: Auch im schwer gebeutelten Baugewerbe haben Existenzgründer noch eine Chance. Das beweist die Salzwedeler Brücken- und Ingenieurbau GmbH (SBI) aus Sachsen-Anhalt. Während der Deutschen Gründer- und Unternehmertage in Berlin wurde der Handwerksbetrieb für seine Leistungen als „Gründerchampion 2002“ ausgezeichnet.

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