Tischlergeselle Constantin Golze.
Foto: Thomas Vahle

Die Japansäge

Paneelsäge C3610DRA von Hikoki im Praxistest

Hikoki bietet mit der C3610DRA eine Paneelsäge, die sich wahlweise mit Akku oder Kabel betreiben lässt. Constantin Golze hat die Japansäge für uns getestet.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick

  • Praxistest: Hikokis neue Paneelsäge C3610DRA war für ein paar Wochen in der Tischlerei Biesel im Einsatz. Geselle Constantin Golze hat dem Akku-Werkzeug auf den Zahn gefühlt.
  • Geringes Gewicht: Hikoki setzt auf ein eigenes Akku-System und verspricht, dass die 36-Volt-Kraftpakete kleiner und leichter sind als die anderer Hersteller.
  • Gutes Handling: Saubere Schnitte, großer Arbeitsbereich, Lasermarkierung, Arbeitsleuchte, leichte Verstellbarkeit – unser Tester hat viele positive Eigenschaften der Paneelsäge schätzen gelernt.
  • Abzüge in der B-Note: Positiv ist nach Worten des Testers der große Durchmesser für die Aufnahme des Staubsacks. So nimmt das System wirklich viel Dreck auf. Beim stationären Einsatz im Betrieb kehrt sich der Vorteil allerdings zum Nachteil: Denn ohne den passenden Adapter lässt sich die Säge nicht an die Staubabsaugung anschließen.
  • Fazit: Auch wenn die Gummifüße der Maschine größer und der Motor leiser sein dürften – alles in allem lässt die Säge aus Sicht des Testers keine Ausstattungswünsche offen. Und was die Arbeit mit der Maschine angeht, gibt sie keinerlei Anlass für Kritik. Im Gegenteil: Insbesondere die Kraftentfaltung des Werkzeugs überzeugte auf ganzer Linie.

Für Maschinen hat Constantin Golze eine Menge übrig. Insbesondere, wenn ein Akku sie antreibt. „Es ist schon toll, wie sich die Technologie entwickelt hat. Vor einigen Jahren hätte niemand daran gedacht, ein Gerät in dieser Größe mit einem Akku auszurüsten“, sagt der 24-Jährige. Nebenbei macht er einen Schnitt durch 80x80-Konstruktionsvollholz – mit einer Hikoki C 3610DRA. Hinter der etwas kryptischen Bezeichnung verbirgt sich eine neue Paneelsäge, die seit Beginn des Jahres auf dem Markt ist. Und das japanische Unternehmen Hikoki war früher mal Hitachi. Wir haben hier also quasi eine „Japansäge“ in groß.

„Die Kraftentfaltung ist bemerkenswert“, berichtet Golze, der über einige Wochen die Säge getestet hat. „Wir haben vor kurzer Zeit eine Kappsäge eines anderen Herstellers gekauft, da habe ich jetzt den direkten Vergleich. Die ist allerdings netzgebunden“, berichtet der Geselle, der bei der Tischlerei Biesel in Langenhagen bei Hannover arbeitet. Und damit sind wir schon beim ersten wichtigen Unterschied: dem Akku. Wie die meisten Hersteller setzt auch Hikoki auf eine eigene Plattform. Bei den Japanern heißt es Multi-Volt-System. Dahinter verbergen sich Akkus mit 36 Volt, die sich aber auch an 18-Volt-Geräten verwenden lassen. Hikoki deckt so insgesamt 54 Maschinen aus seinem Lieferprogramm ab. Laut eigenen Angaben sind die Stromspender kleiner und leichter als die Produkte anderer Hersteller. Ob das tatsächlich so ist? Wir haben es nicht nachgewogen.

Leicht und gut zu transportieren

„Fakt ist, die Maschine ist sehr durchzugsstark“, meint Golze: „Und mit etwas mehr als 20 Kilo Gewicht ist sie eine leichte und gut zu transportierende Montagesäge.“ Dabei schätzt er besonders den großen Arbeitsbereich: Schnitte bis zu einer Länge von fast 30 Zentimetern sind möglich – ganz genau sind es 292 Millimeter. Bei der 90-Grad-Einstellung besitzt die C 3610DRA eine Schnitttiefe von 89 Millimetern – und das ohne zu schwächeln. „Das ist eine gute Höhe, wenn ich zum Beispiel große Fußleisten schneide“, berichtet der Tischler von der Baustelle.

Für den sauberen und exakten Schnitt sind nicht nur die verstellbaren und hohen Anschläge nützlich, sondern insbesondere auch die Lasermarkierung. Die hat sich in den vergangenen Jahren bei hochwertigen Maschinen etabliert und da wollen natürlich auch die Japaner nicht hintenanstehen. Ebenso verhält es sich mit der eingebauten Arbeitsleuchte, die Golze zwar schätzt, aber „nicht so oft“ benutzt hat. Wenn er 30 Jahre älter ist, wird er sie vermutlich noch mehr schätzen.

Absaugung mit Adapter

„Mit dem einstellbaren Tiefenanschlag kann ich wunderbar Nuten anfertigen, die stufenlose Winkel-Verstellung hat Rasten an den gängigsten Grad-Zahlen und der Staubsack fängt zumindest bei 90-Grad-Schnitten die meisten Späne auf“, berichtet Golze weiter von der Baustelle. Doch hier ergibt sich für den jungen Gesellen auch ein Kritikpunkt: „Der Durchmesser der Aufnahme für den Staubsack ist sehr groß. Das ist gut, weil der Beutel viel auffängt. Aber für eine Absaugung bräuchten wir ein großes Adapterstück“, hat er beobachtet. Und wo er gerade bei der Kritik ist: Große Gummifüße wären wünschenswert, der Motor dürfte etwas leiser sein und es wäre schön, wenn der Schraubenschlüssel für den Blattwechsel einen festen Platz an der Maschine hätte. „Das sind aber nur Kleinigkeiten, insgesamt ist die Hikoki eine Säge, die keine Ausstattungswünsche offenlässt und mit der sich sehr gut arbeiten lässt“, stellt Golze fest.

Der Arbeitsfortschritt mit der CJ36DA ist beachtlich.
Foto: Thomas Vahle

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