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Praxis: Glaserarbeiten aus einer Hand

Glasermeister Hermann Hagemann in Peine setzt auf Komplettleistungen. Seine solide Geschäftsidee brachte seiner Firma "glaser" nach kurzer Zeit schon eine Menge Erfolg.

Im Sommer 1999 hat der 34-jährige Glasbautechniker und Glasermeister in der ehemaligen Gaststätte seiner Großeltern eine Glaserei eröffnet. Prompt belegte das Unternehmen beim bundesweiten StartUp-Wettbewerb den dritten Platz im Landesentscheid und räumte 7500 Euro Preisgeld ab.

Mit einer Idee eine Marktlücke erschließen
Hagemanns Erfolgskonzept: Er bietet seinen Kunden ein Komplettangebot verschiedener Handwerksleistungen aus einer Hand #150; im Zusammenhang mit einer Glaserleistung. Dafür hat er gleich zum Betriebsstart einen Tischler- und wenig später auch einen Malergesellen unter Vertrag genommen. "Ich will es den Kunden so einfach wie möglich machen", beschreibt der Jungunternehmer sein geschäftliches Credo. "Wer ein neues Fenster braucht, bekommt es von uns mit allem, was dazugehört #150; ohne dass er gleichzeitig etwa mit einem Maler, einem Tischler und einem Glaser drei verschiedene Gewerke engagieren und koordinieren muss." Außerdem setzt Hagemann dabei auf Schnelligkeit und Flexibilität, "denn das ist eine Marktlücke", meint er.

Berufserfahrung zahlt sich aus
Ein wesentliches Kapital für die Gründung seines eigenen Betriebes Hagemann in seiner gründlichen Ausbildung und in seiner Berufserfahrung. Schon während seiner Lehrzeit in einer Glaserei im nahen Peine habe er mit einem eigenen Firmenlieferwagen selbstständig Aufträge ausgeführt, erinnert sich Hagemann. Er absolvierte die staatliche Glasfachschule in Hadama, leitete dann in Schwerin eine Glasbaufirma mit zehn Angestellten und wechselte schließlich nach Hamburg, wo er seinem dortigen Chef, einem gelernten Kaufmann, vor allem Management-Wissen abschaute: "Da waren alle Schubladen offen", so Hagemann über seinen Ex-Boss, zu dem er noch heute gute Kontakte pflegt, "ich konnte ihn wirklich alles fragen, trotzdem ließ er mir völlig freie Hand."

Kredit für den Existenzgründer
1997 begann Hagemann mit dem Umbau der Gaststätte zur Werkstatt. Die vier Gebäude in idealer Geschäftslage mit insgesamt 680 Quadratmetern hat er zu günstigen Konditionenen von seinem Vater gepachtet. Daher reichte ihm ein Existenzgründerkredit von 100 000 Mark für die Anfangsinvestitionen aus. Der weiteren Vorbereitung diente in dreimonatiger Computerkurs an der Teuloff Schule in Peine sowie ein fünfwöchiger Intensivkurs für Existenzgründer der DAA Hannover.

Kleinigkeiten zählen
Für seinen Betrieb werben soll in erster Linie die Qualität der ausgeführten Arbeiten. "Neulich erst hat mir ein Kunde gesagt, was für einen Spaß es mit meinen Leuten gemacht hätte", so Hagemann stolz. Diesen Eindruck hinterlasse man nicht zuletzt dank einiger Kleinigkeiten: "In der Wohnung des Kunden rollen wir zuallererst eine Decke aus, damit dem Parkett nichts passiert." Ein wenig Marketing kann dabei auch nicht schaden: "Die Decken bekommt auch noch unser Logo #150; bisher haben wir es nur auf den Fußmatten."

Kontakt: hermannhagemann@t-online.de

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