Über 60 Prozent der Handwerksbetriebe will auch in den kommenden Monaten Preise anheben.
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Umfrage unter Handwerkern

Preise steigen, Privatkunden zahlen

Die Mehrheit der Handwerksbetriebe hat bereits ihre Preise erhöht oder plant, die Preise anzuheben. Die Stimmung im Handwerk ist nach wie vor gut, ergibt eine aktuelle Creditreform-Umfrage.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Die Auftragslage im Handwerk ist stabil, die Umsatzerwartungen der Betriebe ebenfalls: Das ergibt eine aktuelle Umfrage der Creditreform unter mehr als 1000 Handwerkern.
  • Viele Betriebe haben im vergangenen Jahr die Preise angehoben. Einige Handwerksunternehmen wollen in den nächsten Monaten auch ihre Preise erhöhen.
  • Die Fachkräftesicherung bleibt das vorherrschende Thema im Handwerk, so das Ergebnis der Umfrage.

Die Preise für Handwerksleistungen sind gestiegen: Mehr als 60 Prozent der Betriebe gaben in einer aktuellen Umfrage der Creditreform an, in den vergangenen Monaten die Preise erhöht zu haben. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um mehr als sieben Prozent. Knapp zwei Drittel der Betriebe hat vor, auch 2019 ihre Preise anzuheben.

Gute Auftragslage

Gut drei Viertel der über 1.000 befragten Handwerksbetriebe schätzen ihre Auftragslage als sehr gut bis gut ein, ergibt die Umfrage. Am höchsten – wenn auch verhaltener als im Vorjahr – sind die Zustimmungswerte im Baugewerbe.

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Positiv entwickelten sich auch die Umsätze: Knapp 41 Prozent der Befragten verbuchten 2018 ein Umsatzplus. Allerdings nahm der Anteil der Betriebe mit Umsatzeinbußen von knapp sieben Prozent auf knapp zehn Prozent zu. Umsatzminus verzeichneten vor allem Betriebe aus dem Baugewerbe.

Trotz Fachkräftemangels stellten fast 29 Prozent der befragten Betriebe neues Personal ein. Jeder achte Betrieb verkleinerte sein Team. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass viele Betriebe einen höheren Personalbedarf haben, als der Arbeitsmarkt derzeit anbietet. In den kommenden Monaten suchen mehr als ein Viertel der Handwerksbetriebe neues Personal. 68 Prozent der Betriebe wollen den momentanen Personalbestand halten.

Vorsichtige Ertragsprognosen

Was die Ertragsprognosen angeht, herrscht im Handwerk derzeit weiter Optimismus vor. Von den negativen Konjunkturmeldungen haben sich die Betriebe aus dem Handwerk offenbar (noch) nicht anstecken lassen. Dennoch hat in allen Handwerksbereichen der Anteil der Betriebe zugenommen, die künftig mit sinkenden Erträgen rechnen.

Vorsichtig sind insbesondere Betriebe aus dem Metall- und dem Kfz-Gewerbe. Vergleichsweise viele Optimisten gibt es hingegen im Ausbaugewerbe und im Dienstleistungshandwerk.

Gute Zahlungsmoral – zumindest von Privatkunden

Die Zahlungsmoral der Kunden scheint für viele Handwerksbetriebe vorbildlich zu sein. Fast 94 Prozent der Befragten gaben an, dass zumindest die Privatkunden ihre Rechnungen innerhalb von 30 Tagen bezahlen. Die Zahlungsfristen der öffentlichen Hand seien länger. Immerhin erhalten über 77 Prozent der Betriebe ihr Geld aber innerhalb der 30-Tage-Frist.

Forderungsausfälle sind gestiegen

Dennoch beklagen Betriebe einen Anstieg der Forderungsausfälle. 12 Prozent der

Befragten mussten dadurch Verluste von mehr als einem Prozent ihres Umsatzes hinnehmen. Das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt bleibt nach Angaben der Creditreform nur jeder siebte Handwerker von Ausfällen gänzlich verschont.

Positive Bewertung der Wiedereinführung der Meisterpflicht

Die Pläne der Bundesregierung zur Wiedereinführung der Meisterpflicht in den seit 2004 zulassungsfreien Gewerken nehmen die meisten (80 Prozent) Handwerksbetriebe positiv auf. Sie sehen in diesem Fall positive Auswirkungen auf die Qualität der Handwerksleistungen. Über 72 Prozent glauben, dass das dem Handwerk in Sachen Nachwuchsgewinnung hilft. Auch die wirtschaftliche Situation der Handwerksbetriebe in Deutschland würde von einer solchen Änderung profitieren, so die Meinung von knapp 72 Prozent der Befragten.

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