Kommunikation

Private Smartphones im Betrieb: Vertrauen und Verbindlichkeit

Aus dem Arbeitsalltag in ihrem Betrieb sind Smartphones nicht mehr wegzudenken. Bei der privaten Nutzung vertraut Anneke Bongert ihrem Team. Damit hat sie gute Erfahrungen gemacht.

Auf einen Blick:

  • Die Nutzung von privaten Smartphones ist im Betrieb von Anneke Bongert vor allem Vertrauenssache. Damit hat die Unternehmerin gute Erfahrungen gemacht.
  • Praktisch: Wenn die Nutzung erlaubt ist, kann die Chefin die Mitarbeiter immer erreichen.
  • Klare Absprachen gibt es für die Nutzung des Diensthandys. Das hat ein Geselle und darf es ausschließlich zu dienstlichen Zwecken nutzen. Der Ofenbaubetrieb spart viel Zeit damit, Details von Baustellen vor Ort mit dem Smartphone zu fotografieren.

von Martina Jahn

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Ihre beiden Mitarbeiter erreicht Anneke Bongert tagsüber auf ihren privaten Telefonen. „Ich finde es wichtig, dass die Familie in dringenden Fällen auch während der Arbeitszeit anrufen kann“, sagt die Chefin des Ofenbaubetriebs Clou & Classic in Burgdorf. Wenn private Telefonate überhandnehmen oder sie das Gefühl hat, dass die Smartphone-Nutzung von der Arbeit ablenkt, greift sie ein.

„Aber meistens haben die Mitarbeiter ein Gespür dafür, wann für eine private Nachricht Zeit ist und wann nicht.“ Auch wenn jemand in den Laden kommt und schwatzen will, ist dafür manchmal keine Zeit – so ist es auch mit den Telefonaten. Das ist für die Unternehmerin und ihr Team eine Frage des Vertrauens – und des Gebens und Nehmens. Denn wenn sich die Arbeit häuft, packen die Mitarbeiter auch mal länger mit an. Und wenn weniger los ist, hat die Chefin nichts dagegen, wenn zwischendurch kurz privat telefoniert wird.

Klare Absprachen für die Nutzung des Diensthandys

Ein Geselle hat zudem ein dienstliches Smartphone. Der Grund: „Sein eigenes Handy hatte keine Fotofunktion“, sagt Bongert. Deshalb hat sie ihm ein einfaches Smartphone zur Verfügung gestellt und die Nutzung klar geregelt – nur für dienstliche Zwecke.

Denn bei Clou & Classic vergeht kaum ein Tag, an dem kein Foto von der Baustelle mit dem Smartphone gemacht und verschickt wird. „Es ist einfach praktisch und spart viel Zeit“, sagt Anneke Bongert. Wenn sie eine Baustelle besichtigt, macht sie beispielsweise Bilder von der Ecke, in der künftig ein Ofen stehen wird. Oder sie knipst die Typenbezeichnung des Schornsteins: Beides helfe bei der Vorbereitung und Planung eines Auftrags.

Falls sich der Arbeitsbeginn auf einer Baustelle mal um ein paar Wochen verzögert, kann sie das Foto wieder aufrufen und muss nicht noch einmal zum Kunden fahren. Das spart Aufwand und Kilometer. Auch defekte Ersatzteile werden fotografiert und dem Lieferanten geschickt. Der kann dann einfach und schnell Ersatz liefern.

Whatsapp nur, wenn die Kunden es wünschen

Einige Kunden des Handwerkbetriebs nutzen ausschließlich Whatsapp zum Verschicken und Empfangen von Fotos. „Wenn das gewünscht wird, nutzen wir den Nachrichten-Dienst auch“, sagt Bongert. Aber wenn es nicht sein muss, setzt sie auf Telegram – eine App, die ähnlich funktioniert wie Whatsapp. „Damit habe ich persönlich ein besseres Gefühl in punkto Datensicherheit“, betont sie.

Grundsätzlich verschicke der Ofenbau-Betrieb aber keine vertraulichen Daten oder Kundeninformationen mit dem Smartphone. Dafür gebe es andere Kanäle, sagt die Handwerksunternehmerin.

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