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Mit dem Probewagen ins Wochenende?

Probefahrt ins Wochenende?

Die Indikatoren für eine schlechte Wirtschaftslage sind zahlreich. Folgende Nachricht könnte dazugehören: Der Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes hat angeregt, dass Autohändler in bestimmten Fällen Gebühren für Probefahrten nehmen sollten.

Die Indikatoren für eine schlechte Wirtschaftslage sind zahlreich. Folgende Nachricht könnte dazugehören: Der Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) hat angeregt, dass Autohändler in bestimmten Fällen Gebühren für Probefahrten nehmen sollten.

Das hört sich kurios an, ist aber ernst gemeint. Gerade wenn die Temperaturen steigen, leiden Deutschlands Autohändler laut ZDK unter einem Missbrauch. Da fahren junge Männer 300 Kilometer, nur um ihre Freundin mit einem schicken neuen Cabrio zu beeindrucken oder sie geben vor, dass sie den Wagen übers Wochenende testen wollen, verdeutlicht ZDK-Sprecher Helmut Blümer. Ohne jede Kaufabsicht, versteht sich.

Damit soll jetzt Schluss sein. Bei der klassischen Probefahrt müsse natürlich alles beim Alten bleiben, sagt Blümer: Wir brauchen für den Verkauf das Produkterlebnis. Aber Sie können sich doch den Anzug auch nicht ausleihen, am Wochenende heiraten und ihn Montag wieder abgeben.

Der Prokurist des BMW-Vertragshändlers Block am Ring, Horst Ebeling, kann den ZDK-Vorstoß nicht nachvollziehen: Das Problem gibt es seit 20 Jahren, aber das ist nun wirklich nicht drängender als alle anderen Probleme, die ein Autohändler haben kann. Im BMW-Händlerverband wird das nicht diskutiert.

Der Schutz gegen die windigen Exemplare unter den Autoliebhabern ist nach Ebelings Darstellung denkbar einfach: Mit dem Kunden reden. Die Verkäufer der Block-Niederlassungen in Braunschweig, Magdeburg, Wolffenbüttel und Goslar würden sehr schnell merken, ob einer tatsächlich an den mobilen Schätzen interessiert sei oder nur mal eben durch den Harz fahren will.

Den BMW Z4 gebe ein Händler jedenfalls nicht ohne weiteres aus der Hand: Und eine Vereinbarung für eine Probefahrt schließen wir sowieso ab schon aus rechtlichen Gründen. Da steht bereits drin, dass er zahlen muss, wenn er ein bestimmtes Kilometerlimit überschreitet.

ZDK-Sprecher Blümer begründet die Forderung nach einer Gebühr mit der miserablen wirtschaftlichen Situation vieler Autohändler: Die Hersteller haben uns die Margen gekürzt, da können nicht mehr alle Dienstleistungen kostenlos sein. Der Autohändler ist nicht der Depp der Nation.

Was Blümer besondes aufregt: "Verbrauchermagazine empfehlen mittlerweile ganz offen: Geh zum Händler, teste, gib den Wagen wieder ab, kaufe im Internet." 0,67 Prozent des Kaufpreises pro angefangene 1000 Kilometer seien als Vergütung angemessen, wenn aus der Probe- eine Nutzungsfahrt werde.

Dass es neben dem jugendlichen "Hallodri" noch einen weiteren Kundentypus gebe, der mit dem Probewagen Eindruck schinden wolle, berichtet Ebeling: Der Geschäftsmann, der den 7-er BMW testet, um seinen Geschäftspartnern zu zeigen, dass er solvent ist.

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Kein Preisvorteil für Supermarkt-Punto

Kein Preisvorteil für Supermarkt-Punto

„Es bleibt verboten, Autos im Supermarkt zu verkaufen", sagt Helmut Blümer, Sprecher des Zentralverbands des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) gegenüber handwerk.com. Anderslautende Meldungen, die durch den bundesdeutschen Blätterwald geistern würden, seien „sachlich falsch".

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Autohandel

Armutszeugnis für Autohäuser

Viele Autoverkäufer wollen offenbar eins nicht: Autos verkaufen. Stattdessen warten sie im Kundengespräch mit Arroganz und Inkompetenz auf. Das behauptet eine aktuelle Studie.

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Falscher Sprit

Probefahrt mit fatalen Folgen

Ein potenzieller Kunde tankt während einer Probefahrt – dummerweise Benzin statt Diesel. Das Autohaus stellt dem Mann daraufhin mehr als 10.000 Euro in Rechnung. Der Beginn eines jahrelangen Prozesses.

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Keine Chance für virtuelle Verkäufer

Keine Chance für virtuelle Verkäufer

Das Meinungsforschungsinstitut forsa hat exakt 1003 Autofahrer zu ihrem Kaufverhalten befragt. Das Ergebnis der Studie ist eindeutig, meint Rolf Leuchtenberger, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK): „Das Internet wird mittelfristig keine Bedeutung große Bedeutung als Verkaufskanal haben."

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