...wenn Produktfotos mit einem Link auf einer Hersteller-Website verweisen und NICHT als Werbung gekennzeichnet sind - entschied das LG Hagen.
Foto: Robert Kneschke - fotolia.com; Montage: handwerk.com

IT-Recht

Bilder auf Instagram: Vorsicht vor Schleichwerbung

Wer Bilder auf Instagram mit einem Link zum Hersteller versieht, muss sie als Werbung kennzeichnen. Ohne Hinweis handelt es sich um Schleichwerbung, entschied das Landgericht Hagen.

Der Fall: Ein eingetragener Verein, dessen Mitglieder unter anderem Händler sind, hatte den Betreiber einer Mode-Website mit dazugehörigem Modeblog auf Instagram wegen Unterlassung in Anspruch genommen. Der Grund: Auf dem Instagram-Account hatte ein sogenannter „Influencer“ Produktfotos gepostet und mit einem Link zur Herstellerseite versehen. Der Verein sah dies als Schleichwerbung an, weil es seiner Ansicht nach von Verbrauchern als Werbung wahrgenommen wurde.

Das Urteil: Das Landgericht Hagen entschied, dass es sich bei den geposteten Bildern um Schleichwerbung gemäß § 5a Abs. 6 UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) handelt. Begründung: Die Bilder seien nicht explizit als Werbung gekennzeichnet gewesen. Ein Nichtkenntlichmachen des kommerziellen Zwecks liege dann vor, „wenn das äußere Erscheinungsbild der geschäftlichen Handlung so gestaltet wird, dass der Verbraucher ihren kommerziellen Zweck nicht klar und eindeutig erkennen kann“, hieß es in dem Urteil.

Zudem bemängelten die Richter, dass der Modeblog auf Instagram auf den ersten Blick so aussehe, als ob der Betreiber Outfits zur Unterhaltung der Nutzer veröffentlicht. Dass hingegen mit den Fotos Werbung für die Hersteller gemacht werden soll, sei nicht erkennbar. Deshalb untersagte das Landgericht Hagen die Veröffentlichung der Bilder ohne entsprechende Kennzeichnung mit „Anzeige“ oder „Werbung“. (red)

LG Hagen, Urteil vom 13. September 2017, Az. 23 O 30/17

Auch interessant:

Werbung auf Instagram muss eindeutig erkennbar sein

Wer auf Instagram bezahlte Beiträge veröffentlicht, muss sie eindeutig als Werbung kennzeichnen. Ein Hinweis mit dem Hashtag #ad reicht nicht aus, urteilte das Oberlandesgericht Celle.
Artikel lesen >

Erfahrungsbericht: Instagram bringt Aufmerksamkeit

Aufträge über Instagram gewinnen, Kontakt mit Kunden halten und mehr als 1000 Abonnenten gewinnen: Für Raumausstatter Rademann gehört Instagram einfach zum Marketing dazu.
Artikel lesen >

-Anzeige-

Recht

Werbung auf Instagram muss eindeutig erkennbar sein

Wer auf Instagram bezahlte Beiträge veröffentlicht, muss sie eindeutig als Werbung kennzeichnen. Ein Hinweis mit dem Hashtag #ad reicht nicht aus, urteilte das Oberlandesgericht Celle.

Teilen von Auto-Testberichten

Fahrzeugvorstellung bei Facebook ist Werbung

Wer als Händler bei Facebook ein Fahrzeug vorstellt, betreibt Werbung. Das hat das Oberlandesgericht Celle in einem aktuellen Urteil bestätigt.

Empfehlungen auf Instagram und Co.

Werbung auf Instagram: Was ist erlaubt?

Wer zu werblichen Zwecken Texte und Fotos auf Instagram verwendet, kann abgemahnt werden – vor allem für die falsche Verwendung von Links. 6 Tipps zeigen, worauf Sie achten müssen.

Gütesiegel von Online-Bewertungsportalen nicht übertragbar

Betreiber von Online-Shops müssen bei der Verwendung von Siegeln mit Bewertungen aufpassen: Übergreifende Bewertungen können für Nutzer irreführend sein, entschied jetzt ein Gericht.

Ihre Stimme zählt: Was können wir besser machen?

Wir wollen unsere Whatsapp-News und unsere App „Handwerk“ verbessern. Helfen Sie uns, indem Sie ein paar kurze Fragen beantworten – damit Sie die Infos bekommen, die Ihnen wirklich nützen!

Hier geht es zur Umfrage