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Nach zweifelhaften Sprüchen

Rassismus? Das Netzwerk schlägt zurück!

Damit hatte er nicht gerechnet: Ein Handwerksunternehmer, der via Facebook rassistische Gedanken gepostet haben soll, hat reichlich Gegenwind bekommen – und der trifft direkt seinen Betrieb.

Satte Gerade - Nach zweifelhaften Facebook-Einträgen: Schule kündigt Bäcker Liefervertrag.
Nach zweifelhaften Facebook-Einträgen: Schule kündigt Bäcker Liefervertrag.
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Der Besitzer einer Bäckerei in Dormagen soll in einem Post davor gewarnt haben, dass "Afrikaner uns überrennen". Und auch um die „Ausrottung der eigenen Rasse" soll sich Werner M. laut verschiedener Medienberichte gesorgt haben.

Dass der (gedankliche) Schuss nach hinten losging, vermeldet unter anderem spiegelonline (spon). Bislang hatte M. die Cafeteria der Schule mit Brötchen beliefert. Hatte, wohlgemerkt.

Eine Schülerin des Dormagener Leibniz-Gymnasiums war über den Eintrag gestolpert und meldete ihre Entdeckung. Ihre Reaktion ist naheliegend, denn die Schule ist eine von 2.000 des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage". Und damit eine von 2.000 Schulen, die sich verpflichtet haben, aktiv gegen jede Form von Diskriminierung vorzugehen. Der Förderverein des Gymnasiums kündigte M. den Liefervertrag, ein neuer Brötchenlieferant wurde beauftragt.

Gegenüber spon hat M. Rassismusvorwürfe von sich gewiesen: "Ich habe einige Sachen geschrieben, die vielleicht etwas zu emotional waren. Aber ich bin kein Rassist und war auch nie rechtsorientiert." Die Zukunft seines Familienbetriebes sei jetzt ungewiss, er habe nicht nur den Förderverein, sondern noch einen weiteren großen Kunden verloren. M. sorgt sich vor allem um die Arbeitsplätze seiner Mitarbeiter, die ja nichts für seine Einträge könnten.

Dass seine Äußerung "solch hohe Wellen" schlagen würde, habe er nicht erwartet, sagt M. in der Neuß-Grevenbroicher Zeitung.

Die Diskussion um den Bäckereibesitzer und die Schule ist – wie so oft auf Facebook – aus dem Ruder gelaufen, Hitzköpfe haben sich gegenseitig als „intolerante Stiefellecker“ und „krankhafte Hetzer“ beschimpft. Schließlich hat sich sogar Dormagens Bürgermeister mit einem „Aufruf an alle“ zu Wort gemeldet, Erik Lierenfeld schreibt: „KOMMT RUNTER! Bleibt oder werdet sachlich, sucht die Diskussion miteinander. Streitkultur statt Niederschreien! Zurückhaltung statt aufbauschen!“

Ein schönes Schlusswort.

Und so geht's auch – in zwei aktuellen Fällen haben sich Handwerksunternehmer gegen rassistische Kunden gewehrt:

(sfk)
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Abschied von rassistischen Kunden

„Wir verkaufen keine Arier-Brötchen“

Würden Sie sich von Kunden vorschreiben lassen, wen Sie einstellen dürfen? Bäckermeister Klaus Brand musste sich entscheiden. Seine Reaktion: klasse.

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Ihr Kündigungsrecht bei rechter Hetze

Entpuppen sich Mitarbeiter als Rassisten, können Sie handeln. Da gibt es mehrere Möglichkeiten.

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Blutdruck auf 180

Kollege kündigt rassistischer Kundin

Via Facebook hatte ein Handwerksunternehmer den Rassismus einer Kundin enttarnt. Jetzt muss er selbst auf Vorwürfe reagieren. Auf absurde Vorwürfe.

(v.l) Thomas Bröring und Fredereck Warneke.
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Politik und Gesellschaft

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Das Team dieses Handwerksbetriebs tritt Ausländerfeindlichkeit geschlossen entgegen. Und bekommt dafür viel Zuspruch.

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