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Ein Blumenstrauß auf Firmenkosten – reicht das für eine Kündigung?
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Ein Blumenstrauß auf Firmenkosten – reicht das für eine Kündigung?

Urteil

Fristlose Kündigung nach Blumenstraußkauf – geht das?

Reicht einmaliges Fehlverhalten aus, um einen Mitarbeiter fristlos zu feuern? Ein Streit um Blumen, Gebäck und eine Weihnachtsfeier landete vor Gericht.

Eine fristlose Kündigung darf nur aus einem wichtigen Grund erfolgen. Außerdem darf es für den Arbeitgeber nicht zumutbar sein, den Mitarbeiter bis zum Ende der Kündigungsfrist weiter zu beschäftigen. Ob ein Blumenstrauß, Gebäck und eine Weihnachtsfeier solche Gründe liefern können, hat jetzt das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz entschieden.

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Der Fall: Der Leiter der Finanzabteilung hatte in den Augen seines Arbeitgebers gleich drei Gründe für eine fristlose Kündigung geliefert:

  • Er hatte einer kranken Mitarbeiterin seines Teams einen Blumenstrauß auf Firmenkosten zukommen lassen.
  • Für eine Besprechung mit anschließender Weihnachtsfeier ließ er Gebäck auf Firmenkosten liefern.
  • Nach Ende des dienstlichen Teils der Feier versäumte er, sich aus dem Zeiterfassungssystem abzumelden.

Der Arbeitgeber wertete das als Veruntreuung und Arbeitszeitbetrug und kündigte fristlos. Der Abteilungsleiter klagte.

Das Urteil: Das Landesarbeitsgericht entschied im Sinne des Mitarbeiters. Es liege weder ein Grund für eine fristlose, noch für eine fristgerechte Kündigung vor. Die Ausgaben für Gebäck und Blumen, insgesamt rund 130 Euro, seien durch die firmeninterne Repräsentations- und Bewirtungsrichtlinie im Wesentlichen gedeckt. Dass sich der Mitarbeiter bei der Weihnachtsfeier nicht aus dem Zeiterfassungssystem abmeldete, wertete das Gericht ebenfalls nicht als hinreichenden Grund, sondern als einmaliges Fehlverhalten. Eine Abmahnung hätte in allen drei Punkten ausgereicht, so die Richter. (LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 03. August 2021, Az. 8 Sa 361/20)

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