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Erfahrungswerte

Reinkommen ist alles

Auf die Idee, Auslandsgeschäfte aufzubauen, sind zwar noch nicht viele Handwerksbetriebe gekommen, aber diejenigen, die dort erst einmal einen Fuß in der Tür haben, sind sehr zufrieden. Dieses Ergebnis brachte die bislang erste und einzige Handwerkszählung vom März 1995 mit Angaben zum Export.

Der Export ist Deutschlands Wirtschaftsmotor. Handwerksbetriebe erwirtschaften aber nur knapp zwei Prozent ihres gesamten Umsatzes im Ausland. Jeder dreißigste Handwerksunternehmer exportiert gelegentlich oder regelmäßig - und das, obwohl es Schätzungen des Seminars für Handwerkswesen an der Universität Göttingen zufolge knapp dreimal soviele sein könnten.

Die exportfreudigsten Bundesländer sind Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Hier werden fast drei Viertel des Auslandsumsatzes erwirtschaftet. Ostdeutschland dagegen bringt es auf magere fünf Prozent dessen, was das Handwerk insgesamt exportiert.

Viele Handwerksbetriebe, die regelmäßig exportieren, sehen sich im Inland einer größeren Konkurrenz ausgesetzt als im Ausland. Nur wenige mußten die Erfahrung machen, dort nicht wettbewerbsfähig zu sein.

Anlaufschwierigkeiten mit der technischen Abwicklung, mit der Informationsbeschaffung oder Schwierigkeiten mit der fremden Sprache und Mentalität, die manchem Einsteiger Kopfzerbrechen bereiten mögen, treten mit wachsender Routine in den Hintergrund. Eine grenznahe Lage und ein größerer Mitarbeiterstamm mögen dabei die ersten Schritte auf den Auslandsmarkt erleichtern, notwendige Bedingung sind sie nicht.

Handwerksunternehmen exportieren nicht nur in Nachbarländer. Dennoch halten sich über die Hälfe von ihnen lieber an EU-Staaten, ein weiteres Viertel exportiert in die Länder Mittel- und Osteuropas oder in die anderen europäischen Länder, und immerhin jeder fünfte Auslandskontakt besteht nach Übersee, so etwa zu den USA oder den reichen arabischen Staaten.

An längerfristige Kooperationen mit ausländischen Unternehmen in Form von Joint-Ventures, Filialöffnung im Ausland, Auftragsvergabe an ausländische Partnerunternehmen und Technologietransfer denken viele Handwerksunternehmen erst, wenn der Export gut angelaufen ist.

Die Daten der Handwerkszählung wurden ausgewertet vom Seminar für Handwerkswesen SfH an der Universität Göttingen. Die Ergebnisse sind Gegenstand folgender Veröffentlichungen:

Thomas Ostendorf: "Das Internationalisierungsverhalten von Handwerksbetrieben - Entscheidungsprozesse und Strategien", Duderstadt 1997.

Klaus Müller: "Neuere Erkenntnisse über das Auslandsengagement im Handwerk", Göttingen 1997.

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Produktpolitik

Was eignet sich zum Export?

Handwerksprodukte aus der Bundesrepublik haben auf dem Auslandsmarkt einen großen Standortvorteil: Ihnen eilt ein guter Ruf voraus. Deutsche Handwerker gelten als überaus sorgfältig, schnell und zuverlässig, und deutscher Ware wird nach wie vor höchste Qualität nachgesagt. Der große Nachteil ist dagegen, daß alles, was aus Deutschland kommt, im Ausland ziemlich teuer ist, denn die hohen Lohnkosten und die starke Mark heben den Preis noch einmal so richtig an.

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Umfrage

Betriebe fürchten Ost-Konkurrenz

Die EU-Osterweiterung bietet mehr Risiken als Chancen – in dieser Einschätzung sind sich Elektrobetriebe aus Ost- und Westdeutschland einig. In den neuen Bundesländern sind die Befürchtungen jedoch wesentlich größer, das hat die erste bundesweite Umfrage zu dem Thema ergeben.

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Strategie

Leichter Einstieg ins Auslandsgeschäft

Warum schaffen manche Firmen den Sprung ins Ausland, während andere noch zögern? Viel mehr Handwerker als bisher könnten den Sprung wagen - und das mit wenig Risiko. Schmiedemeister Kull macht es vor.

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