Seit 1. April 2018 müssen sich versicherungspflichtige Handwerksmeister jetzt direkt bei der Rentenversicherung melden.
Foto: Stockfotos-MG - stock.adobe.com

Politik und Gesellschaft

Rentenversicherung: Neue Meldepflicht für Handwerksmeister

Seit dem 1. April 2018 gibt es in der gesetzlichen Rentenversicherung neue Meldepflichten. Wer ihnen nicht nachkommt, für den kann es teuer werden.

Von den neuen Meldepflichten in der gesetzlichen Rentenversicherung betroffen sind Inhaber, die einen Betrieb in einem zulassungspflichtigen Gewerk führen. Allerdings nur, wenn sie ihren Meistertitel später erlangten und bis dahin einen Betriebsleiter mit dieser Befähigung in ihrer Firma beschäftigten.

Hintergrund: Für Handwerksunternehmer besteht eine Versicherungspflicht in der Rentenversicherung, wenn sie:

  • in Anlage A der Handwerksordnung eingetragen sind,

  • einen Befähigungsnachweis haben und

  • ihre selbstständige Tätigkeit auch wirklich ausüben.

In der Regel übernehmen die Kammern nach dem Eintrag in die Rolle die Meldung der zulassungspflichtigen Handwerker an die Rentenversicherungsträger. Problem: „Erwerben Unternehmer ihren Meistertitel erst später, sind die Kammern nicht verpflichtet, dies in die Handwerksrolle einzutragen. Somit geht auch keine Information an die Rentenversicherung“, sagt Gundula Sennewald von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Bisher sei die mögliche Versicherungspflicht deshalb zum Teil gar nicht oder zumindest nicht rechtzeitig erfasst worden. „Dadurch kam es zum Teil zu hohen Beitragsnachforderungen“, sagt Sennewald.

Nun müssen Betriebsinhaber den nachträglichen Erwerb eines Befähigungsnachweises dem Rentenversicherungsträger melden. „Wer das trotzdem nicht macht, riskiert unter Umständen zu den Forderungen auch Säumniszuschläge“, sagt Sennewald. Im schlimmsten Fall kann die Rentenversicherung die Beiträge bis zu vier Jahre rückwirkend einfordern. Außerdem kann ein Bußgeld von bis zu 2.500 Euro fällig werden.

Auch interessant:

Rentenversicherung: 2018 sinkt der Beitragssatz

Lohnnebenkosten sind für Arbeitgeber ein großes Thema. Betriebe können im kommenden Jahr mit einer Entlastung bei den Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung rechnen.
Artikel lesen
Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Zur falschen Altersvorsorge verpflichtet?

Zur falschen Altersvorsorge verpflichtet?

Die HWO-Reform hat die Rentenversicherungspflicht für selbstständige Handwerker verschärft. Jetzt stehen wichtige Abschnitte wieder auf dem Prüfstand. Das Hin und Her wift eine Frage auf: Ist der Zwang zur Vorsorge überhaupt noch zeitgemäß?

Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Existenzgründung

Acht Schritte zum eigenen Betrieb

Mit der Gründung eines Unternehmens sind zahlreiche Anmeldeformalitäten verbunden. Meister-Dozent Adolf Spaniol gibt einen Überblick über wichtige Vorschriften bei der Gründung eines Handwerksbetriebes.

Einen Bestandsschutz durch bisherige Betriebsprüfungen gibt es bei der Rentenversicherung nicht
Foto: Robert Kneschke - stock.adobe.com

Unternehmensfinanzierung

Neue Pflicht: Rentenversicherung prüft Angehörige

GmbH-Geschäftsführer und im Betrieb mitarbeitende Familienangehörige müssen mit strengeren Betriebsprüfungen durch die Rentenversicherung rechnen.

Die Parkettleger gehören auch dazu.
Foto: Ingo Bartussek - Fotolia.com

Politik und Gesellschaft

Rückkehr zur Meisterpflicht: Referentenentwurf liegt vor

Die Pläne der Bundesregierung zur Wiedereinführung der Meisterpflicht werden konkreter. Ein Referentenentwurf liegt nun online vor.

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.