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„Säumige Zahler sind ein Massenproblem"

„Säumige Zahler sind ein Massenproblem"

Die Zahlungsmoral von Handwerkskunden hat sich kaum verbessert. Das vor gut einem Jahr in Kraft getretene Gesetz zur Beschleunigung der fälliger Zahlungen hat kaum Wirkung gezeigt. Zu diesem Ergebnis kommt der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) nach einer Umfrage unter 1100 west- und ostdeutschen Handwerksbetrieben.

Die Zahlungsmoral von Handwerkskunden hat sich kaum verbessert. Das vor gut einem Jahr in Kraft getretene Gesetz zur Beschleunigung fälliger Zahlungen hat kaum Wirkung gezeigt.. Zu diesem Ergebnis kommt der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) nach einer Umfrage unter 1100 west- und ostdeutschen Handwerksbetrieben, darunter 893 Betriebe der Bau- und Ausbaugewerke.

80 Prozent sehen keine Verbesserungen

Das Ergebnis ist nach Einschätzung von ZDH-Präsident Dieter Philipp #8222;in seiner Deutlichkeit kaum zu überbieten": 80 Prozent der Befragten hätten demnach angegeben, dass sich die Zahlungsmoral nach in Inkrafttreten des Gesetzes nicht verbessert habe.

Fristgerechte Bezahlung ist die Ausnahme

Der Normalfall, die termingerechte Bezahlung, sei offenbar die Ausnahme. Nur 8,5 Prozent der Betriebe berichteten, dass ihre Kunden regelmäßig zum Fälligkeitstag überweisen. Die schlechte Zahlungsmoral hat nach Philipps Einschätzung #8222;katastrophale Folgen für die Handwerkswirtschaft": 8,5 Prozent aller Handwerksbetriebe fühlten sich dadurch in ihrem Bestand bedroht, knapp 40 Prozent seien #8222;stark betroffen". Noch höher liegen diese Zahlen im Bauhandwerk. Dort sehen sich 10,7 Prozent in ihrer Existenz gefährdet, 45,4 Prozent gaben an, sie seien stark betroffen.

Philipp: "Dringender Handlungsbedarf"

Philipp sieht vor diesem Hintergrund dringenden Handlungsbedarf: #8222;Säumige Zahler sind ein Massenproblem und belasten vor allem die ohnehin erhebliche unter Druck befindliche Bau und Ausbauwirtschaft." Der ZDH hat daher eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen erarbeitet:

Wenn der Bauherr ein Werk abgenommen hat, solle der Generalunternehmer die Abnahme gegenüber dem Subunternehmer nicht mehr verweigern dürfen.

Die im #8222;Gesetz zur Sicherung von Bauforderungen" geregelte Pflicht des Bauherren, über den Eingang und die Verwendung von Baugeldern genau Buch zu führen, solle in das Bürgerliche Gesetzbuch übernommen werden.

Es müsse Rechtssicherheit bei der Fertigstellungsbescheinigung geschaffen werden. Das Gesetz müsse erlauben, dass die Bescheinigung auch ausgestellt werden darf, wenn der Sachverständige unwesentliche Mängel feststellt, das Werk aber ansonsten frei von den vom Besteller behaupteten Mängeln ist.

Bauprozesse sind langwierig und kostspielig. Häufige liege das daran, dass Gerichte auch für einfach gelagerte Fälle Sachverständigengutachten einholen. Deshalb fordert der ZDH, Baukammern bei Landgerichten und Bausenate bei Oberlandesgerichten einzurichten.

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