Im zweiten Halbjahr 2018 mussten Lieferanten länger auf ihr Geld warten als bisher.
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Creditreform-Studie

Schlechte Zahlungsmoral: Lieferanten kürzen Zahlungsziele

Unternehmen lassen ihre Lieferanten länger auf ihr Geld warten. Die reagieren und räumen Geschäftskunden jetzt kürzere Zahlungsfristen ein.

Lieferanten müssen immer länger auf ihr Geld warten. Das ist das Ergebnis einer Analyse von Creditreform. Demnach waren deutsche Unternehmen bei ihren Lieferanten im zweiten Halbjahr 2018 durchschnittlich 10,70 Tage im Verzug. Im Vorjahreszeitraum waren sie beim Begleichen von Rechnungen im Schnitt 10,58 Tage überfällig.

Die Lieferanten haben auf diese Entwicklung reagiert. Laut Creditreform kürzten sie ihren Kunden die Zahlungsfristen um fast einen Tag. Während die Kreditgeber im zweiten Halbjahr noch Zahlungsfristen von durchschnittlich 32,57 Tagen einräumten, kappten sie diese im zweiten Halbjahr 2018 im Durchschnitt auf 31,60 Tage.

Die Analyse offenbart allerdings deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen. So hatten Metall- und Elektrounternehmen im zweiten Halbjahr durchschnittlich 36,43 Tage Zeit, offene Rechnungen zu begleichen. Das sind 0,65 Tage weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch im Baugewerbe kappten die Lieferanten die Zahlungsziele. Sie haben im Schnitt allerdings nur 28,37 Tage Zeit. Im zweiten Halbjahr 2017 lag das Zahlungsziel für Baubetriebe im Schnitt noch bei 29,35 Tagen.

Das Zahlungsverhalten von Großkunden hat sich zuletzt besonders verschlechtert. So sind Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern durchschnittlich 10,10 Tage im Zahlungsverzug, das sind 0,85 Tage mehr als im zweiten Halbjahr 2017. Kleinere Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern lassen sich beim Begleichen der Rechnungen allerdings mit 12,97 Tagen im Schnitt deutlich länger Zeit.

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