Der Geschäftsführer einer Gerüstbaufirma wurde wegen Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt.
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Politik und Gesellschaft

Schwarzarbeit: Mehr als 2 Jahre Haft für Geschäftsführer

Der Chef einer Gerüstbaufirma zahlte seinen Mitarbeitern einen Teil der Löhne schwarz. Das bezahlt er jetzt nicht nur mit seiner Freiheit.

Im Kampf gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung führt die Finanzkontrolle Schwarzarbeit regelmäßig Kontrollen durch. Bei einer Solinger Gerüstbaufirma wurden die Fahnder fündig. Dem Hauptzollamt Düsseldorf zufolge hat der Betrieb „Arbeitnehmer in einem deutlich größeren Umfang“ beschäftigt, „als er gegenüber den Einzugsstellen“ erklärt habe. Im Klartext heißt das: Das Unternehmen hat einen Großteil der Löhne schwarz ausgezahlt und nicht in der Buchführung registriert.

Durch ein neues Gesetz erhält der Zoll mehr Befugnisse und mehr Personal, um gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung vorzugehen.

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Die ausgezahlten Schwarzlöhne sowie die Gewinne habe der Geschäftsführer gegenüber den Behörden mit Hilfe von Abdeckrechnungen verschleiert, so der Zoll. Dazu habe der mehrfach Vorbestrafte über einen Strohmann eine Scheinfirma gegründet, mit der er für den Gerüstbaubetrieb Abdeckrechnungen ausschrieb.

Dieses Vorgehen hat jetzt Folgen für den 32-jährigen Geschäftsführer: Laut Zoll verhängte das Amtsgericht gegen den Mann wegen Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt eine Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten. Zudem müsse er den entstandenen Schaden bei der Sozialversicherung, der Sozialkasse und der Berufsgenossenschaft begleichen. Und das dürfte teuer werden: Denn allein der ermittelte Sozialversicherungsschaden soll bei mehr als 1,8 Millionen Euro liegen.

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