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Ausbildung

"Sehr engagiert und flexibel"

Ausländische Jugendliche finden oft bei gleicher Qualifikation keinen Ausbildungsplatz. Den Betrieben entgehen dadurch gute Arbeitskräfte.

Im Wettkampf um Ausbildungsplätze sind Jugendliche mit Migrationshintergrund im Nachteil. Wie der Berufsbildungsbericht der Bundesregierung zeigt, geht der Anteil ausländischer Auszubildender gegenüber den Deutschen zurück. Insgesamt sei ihr Anteil um neun Prozent gesunken. Zugleich belegt der Bericht, dass diese Bewerber auch bei gleichen schulischen Leistungen weniger Erfolg bei der Lehrstellensuche haben: Selbst mit sehr guten Mathe-Noten fanden nur 41 Prozent der ausländischen Jugendlichen einen Ausbildungsplatz gegenüber 64 Prozent ohne Migrationshintergrund.

Sachliche Gründe für diese Entwicklung gebe es nicht, meint Ute Ohlendorf, Berufsbildungsreferentin der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen. #132;Im Gegenteil: Wir haben viele Betriebe, die mit diesen Jugendlichen positive Erfahrungen gemacht haben. #147; Denn ausländische Bewerber weisen nach ihren Erfahrungen sogar besondere Stärken auf: #132;Die Jugendlichen sind oft sehr engagiert und flexibel. Wenn es jemand schafft, schon in jungen Jahren in eine andere Kultur zu wechseln, dann ist das schon eine Leistung. #147;

Die Leistungsbereitschaft seiner Auszubildenden lobt auch Hans Peter Müller, Geschäftsführer des Autohauses Krummrey in Hildesheim. #132;Wir bilden eine Türkin zur Bürokauffrau und einen Russlanddeutschen zum Mechatroniker aus. Beide sind durchweg zuverlässig, Integrationsprobleme gibt es nicht. #147; Die beiden Jugendlichen seien pünktlich, engagiert und brächten gute Leistungen, berichtet der Unternehmer. #132;Die wollen besser sein und sich mehr beweisen als mancher Deutsche. #147;

Als Ausbildungshindernis bei der Bewerberauswahl könnte sich Müller höchstens unzureichende Sprachkenntnisse vorstellen. Das sei aber in der Regel kein Problem, ergänzt Ohlendorf: #132;Wer hier einen Hauptschulabschluss gemacht hat, ist sprachlich mindestens ebenso begabt wie ein deutscher Jugendlicher. #147; Dann biete die Herkunft aus einer anderen Kultur sogar zusätzliche Chancen für ein Unternehmen: #132;Diese Mitarbeiter erleichtern den Zugang zu neuen Kundengruppen mit Migrationshintergrund, sei es dadurch, dass sie die gleiche Sprache sprechen oder weil sie aufgrund ihrer Erfahrungen leichter mit kulturellen Besonderheiten umgehen können. #147;

Nicht zuletzt sollten Betriebsinhaber ohnehin nicht alleine auf die Zeugnisse schauen, sondern auch auf andere Qualifikationen, empfiehlt Harald Schlieck, Leiter des Dezernats Berufsbildung der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland: #132;Viele Jugendliche haben praktische Begabungen, mit denen sie theoretische Hemmnisse ausgleichen können. #147;

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