Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Nervosität ist normal – so überwinden Sie sie

Selbstsicher schwierige Auftritte meistern!

Flacher Atem, wackelige Knie, es gibt Chefsituationen, vor denen Ihnen graut. Wie Sie Unsicherheiten überwinden und überzeugen, verrät eine Trainerin, die sonst Schauspielern und Priestern auf die Bühne hilft.

Lampenfieber - ist normal -
Foto: bilderbox

Auch auf tatkräftigen Machern lasten Verantwortung, Druck und Erwartungen manchmal schwer. Wer verstünde nicht Aufregung, wenn ein haariges Kundengespräch ansteht, eine entscheidende Akquise oder eine Situation, in der alle Augenpaare auf den Steuermann gerichtet sind.

Stimmtrainerin Gabriele Baumann kennt Lampenfieber in allen Ausprägungen. Ihr Erfolgsrezept: Aufrichten, atmen und lächeln! Und das gilt in allen Lebenslagen! Hier die Zusammenfassung für handwerk.com!

10 Tipps für Sicherheit in herausfordernden Situationen

1. Alles ist Bühne
Wer seinem Instinkt folgt, gewissen Situationen lieber auszuweichen, der tut sich keinen Gefallen, stellt Baumann klar. Denn streng genommen ist alles Bühne, erklärt die Dozentin an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover.

"Lernen Sie wahrzunehmen, welche Signale Sie mit Körperhaltung und Stimmklang aussenden, denn diese Botschaften übertragen sich unbewusst auf Ihr Publikum und Ihr Gegenüber", empfiehlt Baumann. Am besten trainieren Sie das in entspannter Atmosphäre. So können Sie in kniffligen Gesprächssituationen aus dem Vollen schöpfen und sind für Vorträge gewappnet.

2. Öffnen Sie sich – in Ihrer Haltung
Als Erstes rät die Stimmtrainerin dazu, Standpunkt zu beziehen, das heißt, beide Füße stehen fest auf dem Boden, hüftbreit (der Bodenkontakt gibt Ihnen Sicherheit), die Knie sind locker. So stehen Sie fest und doch beweglich. Sie sind sich Ihrer sicher und können jederzeit auf alles reagieren. Sie vermitteln, ich stehe zu meinen Aussagen.

Für Kraft und Klarheit sorgt die Bauchatmung. Atmen Sie tief ein, gegen die Gürtelschnalle.

Nächste Seite: Sie wollen Interesse? Dann kommen Sie aus der Deckung heraus!

3. Zeigen Sie etwas von sich!
 -
Foto: bilderbox

Auf Sicherheit spielen, sich an einem Manuskript festklammern, schon die Sprache entlarvt, dass dies keine Erfolgsstrategien sind. Wer Sicherheit nur spielt, wirkt unecht auf sein Gegenüber. So, als habe er etwas zu verstecken. Wer dagegen bereit ist, etwas von sich preiszugeben, wird interessant für sein Publikum.

"Wenn jemand eingesunken steht, hat er keine Aussagekraft, er vermittelt Desinteresse", erklärt Baumann. Signalisieren Sie Offenheit: Richten Sie sich im Brustbereich auf (die Muskeln an der Wirbelsäule halten Sie), öffnen Sie sich für Ihre Stärken. Das erhöht Ihre Glaubwürdigkeit und wird auch in Ihrem Stimmklang hörbar.

Außerdem wird ein Kunde an Ihrer Körperhaltung merken, ob Sie ihm um jeden Preis etwas verkaufen wollen oder ob Sie auf ihn eingehen. Nur wenn er sich gut aufgehoben fühlt, können Sie tatsächlich überzeugen.

4. Angst kommt von draußen, bleiben Sie bei sich!
Mit Gedanken wie "Zittert meine Stimme?", "Komme ich eigentlich gut rüber?", „Der da hinten gähnt schon wieder, ob er sich langweilt?“, konzentrieren Sie sich auf Ihre Außenwirkung. Hilfreich ist das nicht. Denn so starten sie eine Gedankenschleife, die mit Ihrem Ziel zu überzeugen wenig zu tun hat. Ihre Unsicherheit überträgt sich über Ihre Haltung und Ihre Stimme nach außen.

Bleiben Sie bei sich: "Seine Ängste wahrzunehmen, ist völlig in Ordnung. Konzentrieren Sie sich dann aber auf Ihre Stärken!", betont Baumann.

Präsenz gewinnen Sie, indem Sie zurück zur Sache kommen. Machen Sie sich klar, dass Sie in Ihrem Fachgebiet sind, hinter Ihrer Botschaft stehen und konzentrieren Sie sich auf den Gedanken, den Sie gerade aussenden.

Nächste Seite: In Ihrem Atem liegt die Kraft! So fühlen Sie sich gleich wohler.

5. Holen Sie Atem, schöpfen Sie Kraft, wenn die Luft dünn wird!

"Wer gut bei Atem ist, ist auch gut bei Kraft", sagt Gabriele Baumann. Und: "Diese Kraft steckt in jedem neuen Atemzug." Sollten also die Knie zittern, die Stimme dünn werden, nehmen Sie sich die Zeit, gut einzuatmen.

 -
Foto: bilderbox

Weder der Atem, noch die Gedanken Ihrer Zuschauer sind rasend schnell. Machen Sie sich bewusst: "Ich darf mir Zeit nehmen, einzuatmen und zu denken, damit ich jeden Gedanken klar äußern kann." Wenn Sie so rigoros bei sich bleiben, finden Sie auch das richtige Sprechtempo und eine gute Stimmlage.

6. Üben Sie den Wohlfühleffekt!
Damit Sie aus Stresssituationen heraus in gutes Fahrwasser kommen, rät Gabriele Baumann dazu, im Alltag zu üben, wie sich eine gute Bauchatmung anfühlt. Je genauer Ihr Gespür dafür ist, desto leichter schalten Sie bei Bedarf um. Wer tief atmet, fühlt sich wohler.

Auf dem Weg dahin, gehen Sie geduldig mit sich um. So lernen Sie gleichzeitig, Geduld mit Ihrem Gegenüber zu haben.

Nächste Seite: Schöne Stimme – steckt in Ihnen! Holen Sie sie raus!

7. Eine Stimme können Sie nicht tauschen – holen Sie raus, was in Ihnen steckt
Ihre Stimme ist ein wichtiges Instrument -
Foto: bilderbox

Eine wohlklingende Stimme macht auch aus Ihrem Vortrag eine runde Sache. Denn sie entscheidet maßgeblich darüber, ob Sie Ihrem Gegenüber auf Anhieb sympathisch sind. Wer im Brustton der Überzeugung sprechen möchte, braucht seinen ganzen Klangkörper statt vornehmer Zurückhaltung. Baumann lehrt: "Je mehr Sie zum Schwingen bringen, desto voluminöser und wohliger Ihr Stimmklang."

Weil oft die Rückenresonanzen zu schwach sind, noch ein Tipp: Richten Sie sich auf, denken Sie an Ihr Rückgrat. Viele Redner beugen sich automatisch Ihrem Publikum zu und verzichten damit auf wichtigen Klang. Stellen Sie sich wohlwollende Hörer in Ihrem Rücken vor.

8. Achtung: Stimmlage
Die Stimmlage ist gerade bei Frauen sozial bestimmt. Geben Erziehung und Umgebung vor, dass Niedlichkeit erwünscht ist, spiegelt sich das in einer höheren Stimmlage wider.

Gleiches gilt für Stress. Lösen Sie sich innerlich von dieser Tiefstapelei, Sie dürfen stark und sympathisch klingen. Versuchen Sie es mehrfach laut mit dem Ausspruch "Ach nö", sehr wahrscheinlich finden Sie dabei heraus, wo ihre eigentliche Wohlfühl-Stimme liegt.

Nächste Seite: die letzten Minuten, die letzten Schritte vor dem Auftritt

9. Bevor es losgeht, zentrieren Sie sich
Stimmtrainerin Gabriele Baumann -
Foto: privat

Ihre Gedanken und Gefühle spiegeln sich äußerlich wider. Umgekehrt können Sie mit verbesserter Körperhaltung auch innerlich wachsen. Legen Sie kurz vor Ihrem Auftritt doch einmal die Hand auf Ihr Brustbein. "Sie werden Ihren Herzschlag spüren und sich wieder dreidimensionaler wahrnehmen. Das zentriert ungemein", sagt die Stimmtrainerin.

Machen Sie sich Ihre eigene Stärke bewusst. Dabei helfen Gedanken wie: "Ich bin stark und sympathisch", "meine Seele lacht" oder "mein Licht strahlt". Entscheiden Sie selbst, ob einer dieser Sätze zu Ihnen passt oder schaffen Sie sich Ihren eigenen persönlichen Zuspruch.

10. Lächeln Sie!
In der kurzen Zeit zwischen Aufbruch und Ankommen bei Ihrem Publikum liegt eine große Chance. Lächeln und atmen ist die Devise auf dem Weg dorthin. Am Ziel: Standpunkt beziehen, Offenheit signalisieren, Rückgrat zeigen. Dann sind sie gut am Rednerpult angekommen. Sie starten kraftvoll. Wenn Sie innerlich strahlen, ergreifen Sie auch Ihr Publikum.

Hier finden Sie weitere Informationen

(kö)
Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

7 Tipps für konzentrierte Akquise

Lampenfieber vor dem Neukunden?

Ein wichtiger Neukunde zeigt Interesse. Ein ganz fetter Fisch. Sie haben sich super vorbereitet – doch je näher der Termin rückt, desto nervöser werden Sie. So bekommen Sie Lampenfieber in den Griff!

Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

So verabschieden Sie Ihren Ärger und arbeiten ausgeglichener

Entfrusten Sie sich!

Ihnen ist eine Laus über die Leber gelaufen und Sie pampen den nächstbesten Lieferanten an? Das muss nicht sein: So entladen Sie Ihren Frust schnell und ohne Reue.

Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Erfolgreiche Telefonate

Telefonieren unter Stress: So finden Sie den richtigen Ton

Gestresst am Telefon? Das spüren auch Kunden und Mitarbeiter – und rufen schlimmstenfalls nicht mehr an. 4 Tipps, wie Sie andere den Stress nicht mehr spüren lassen.

Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Körpersprache bewusst einsetzen

Die richtige Haltung überzeugt!

Körperhaltung und Mimik verraten viel über einen Menschen. Wer Eindruck machen will, sollte seine Körpersprache beherrschen. Mit diesen Tipps wirken Sie selbstbewusst!

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.