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Frühjahrsputz am PC

So bekommen Sie Ihren Rechner wieder flott

Patchen, putzen, präparieren – auf den meisten Rechnern sammelt sich immer mehr Datenmüll an. Die Folge: selbst leistungsstarke Hardware wird zur lahmen Schnecke. Was hilft? Ein ordentlicher Frühjahrsputz! Worauf es dabei ankommt? Das lesen Sie hier.

 - Machen Sie einen Frühjahrsputz am Rechner. Das setzt auch bei älteren Geräten ungeahnte Leistungsreserven frei.
Machen Sie einen Frühjahrsputz am Rechner. Das setzt auch bei älteren Geräten ungeahnte Leistungsreserven frei.
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Neue Programme, die vorhergehende Programmversionen ersetzen. Updates. Fotos, Texte, Angebote, E-Mails. Im Laufe der Zeit sammeln sich auf vielen Rechnern “Berge” digitaler Daten an. Das Datenvolumen umfasst schnell mehrere Gigabyte.

Na und, werden Sie jetzt vielleicht sagen. Dafür habe ich doch eine große Festplatte im Rechner stecken. Das stimmt natürlich. Aber moderne Betriebssysteme wie Windows 8 oder Mac OS X haben meist sehr leistungsstarke Suchmechanismen integriert. Angenehm für den Nutzer: Über den zentralen Suchschlitz finden Sie bestimmte Daten auf Anhieb. Dabei ist es egal, wo diese Daten auf Ihrem Rechner liegen. Denn die Suchroutine Ihres Betriebssystems registriert genau, wo die Daten lagern. Und zwar sofort, nachdem Sie sie dort abgelegt haben.

Doch genau diese permanente Indizierung von Daten kostet den Rechner ein gutes Stück seiner Leistung. Wenn Sie von Zeit zu Zeit selbst für Ordnung sorgen und überflüssiges Material über Bord werfen, kitzeln Sie selbst aus nicht mehr ganz taufrischer Hardware noch ordentliche Leistungsreserven heraus.

Wie das Großreinemachen am Rechner funktioniert?

Dafür haben wir für Sie 7 Tipps zusammengestellt:

Bevor Sie anfangen!
 - Beim Frühjahrsputzen sollten Sie Ihre Daten auf externen Speichermedien oder in der Cloud speichern.
Beim Frühjahrsputzen sollten Sie Ihre Daten auf externen Speichermedien oder in der Cloud speichern.
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1.) Wiederherstellungspunkt setzen
Bevor Sie loslegen: Setzen Sie unbedingt einen Wiederherstellungspunkt. Das geht am einfachsten, wenn Sie unter Windows 8 auf den Startbutton unten links in der Ecke klicken und dort mit der rechten Maustaste auf Computer drücken. Danach öffnen sich die Systemeigenschaften von Windows 8. Am Kopf des Fensters finden Sie unter anderem den Reiter “Computerschutz”. Darin ist der Befehl für das Setzen eines Wiederherstellungspunktes zu finden.

Einfacher geht das beim Mac-Betriebssystem, wenn Sie die Time-Machine genannte Systemwiederherstellung nutzen. Wählen Sie im entsprechenden Menü am Kopf des Bildschirms einfach die Funktion “Backup jetzt erstellen”. Dann ist auch hier die Möglichkeit gegeben, zum Ausgangspunkt zurückzukehren, wenn bei den folgenden Punkten etwas schiefgehen sollte.

2.) Daten sichern
Als nächstes ist es ratsam, sämtliche Daten, wie Fotos, Texte, Angebote etc. auf einem externen Archiv-Laufwerk zu speichern. Behalten Sie nur das auf Ihrem Arbeitsrechner, was Sie wirklich aktuell brauchen. Alles andere ist an externen Speicherorten besser aufgehoben. Denn zum einen bremsen zu große Datenmengen, wie eingangs beschreiben, den Rechner. Zum anderen sind die Daten so sicher, wenn Ihr Rechner mal ausfallen sollte.

Wenn Sie wirklich auf Nummer sicher gehen wollen: Dann suchen Sie sich entweder einen Anbieter von Speicherplatz in der Cloud (Achtung: Datenschutzrechtlich sind Sie verpflichtet, einen Anbieter auszuwählen, der sicherstellt, dass Ihre Daten auf einem Server innerhalb der EU abgelegt sind.) oder schaffen Sie sich ein Backup-System an, dass mindestens aus zwei Festplatten besteht, die untereinander gespiegelt sind. In der Praxis nutzen Sie solch einen “Raid-Verbund” wie ein einzelnes Laufwerk. Richtig eingerichtet, speichert das System die Daten jeweils auf beiden zum Verbund gehörenden Festplatten. Geht eine davon kaputt, haben Sie immer noch die andere Platte.

3.) Überflüssigen Ballast abwerfen
Wenn Sie die Daten gesichert haben – löschen Sie sie wirklich von Ihrem Rechner. “Ach, wenn ich die da behalte, dann bin ich doch noch sicherer …” Natürlich ist das nicht falsch. Aber ganz ehrlich: Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen Rechner und Back-Up-System gleichzeitig in die Knie gehen, ist nun wirklich nicht so groß, um die Chance auf einen entrümpelten Rechner nicht zu nutzen. Tun Sie es. Und Sie werden sehen, dass sich das bei der täglichen Arbeit wirklich auszahlt.

Wie Sie überflüssig gewordene Programme wirklich loswerden, lesen Sie auf der nächsten Seite.

Alte Programme wirksam entfernen
 - dank leistungsstarker Suchroutinen, komfortable Suchfunktionen. Nutzen Sie sie als Archiv, entstehen schnell beachtliche Datenmengen.
dank leistungsstarker Suchroutinen, komfortable Suchfunktionen. Nutzen Sie sie als Archiv, entstehen schnell beachtliche Datenmengen.
Screenshot: Hamacher

4.) Alte Programme deinstallieren
Ach ja: im Sommer 2013 haben Sie doch das neue Office-Paket installiert. Und eine neue Lightroom-Version (unser Test beschreibt noch die alte) ist auch dazugekommen. Haben Sie die alten Programme auch deinstalliert? Wenn nicht, sollten Sie das schleunigst nachholen. Denn alte Programme blockieren gerne mehrere Gigabyte an Speicherplatz, die Sie definitiv besser nutzen könnten.

Bei Windows-Systemen sollten Sie fürs Deinstallieren von Programmen die entsprechende Funktion in der Systemsteuerung nutzen. Nur so stellen Sie sicher, dass Programme wirklich restlos entfernt werden. Am Mac geht auch das einfacher. Hier reicht es aus, wenn Sie den gesamten Programmordner der alten Software in den elektronischen Papierkorb werfen.

Tipp am Rande: Achten Sie bei neuen Programmen auf die Abwärtskompatibilität, sodass Sie auch Dokumente, die mit alten Programmen erstellt worden sind, weiter nutzen können. Insbesondere bei steuerrelevanten Daten sind Sie dazu sogar gesetzlich verpflichtet.

5.) E-Mail-Postfach ausmisten
Ebenfalls ein echter Speicherplatzfresser kann das E-Mail-Programm sein. Gerade bei modernen Programmversionen von Outlook oder dem Mail-Programm im Mac-Betriebssystem sind leistungsstarke Such-Optionen vorhanden, in denen selbst größte Datenmengen in Bruchteilen von Sekunden ausgelesen werden. Das verlockt natürlich dazu, die Programme als Archiv zu nutzen. Bedenken Sie aber, dass Ihr Rechner dann schnell mehrere tausend E-Mails mit allen Anhängen indizieren muss. Das kostet wiederum wertvolle Rechenzeit und belegt leicht mehrere 100 Megabyte auf der Festplatte. Daher ist auch hier regelmäßiges Aufräumen angesagt.

Komfortabel geht das zum Beispiel im Outlook von Microsoft. Dort können Sie sich sogenannte persönliche Ordner anlegen - etwa für jedes Quartal eines Jahrgangs einen oder einen für jeden Monat. Mails, die Sie abgearbeitet haben, aber aufheben wollen, können Sie dort hinterlegen, ohne den aktiven Mail-Speicherplatz zu belasten.

Auch hier gilt - gesicherte Daten sollten im Hauptverzeichnis komplett gelöscht werden. Doppelt und dreifache Datenhaltung führt unweigerlich zu einem unübersichtlichen Dickicht von Daten, die weder zu erhöhter Sicherheit noch zu besserer Auffindbarkeit führen.

Was jetzt noch zum perfekten Frühjahrputz fehlt, lesen Sie auf der letzten Seite.

Patches für Sicherheit, Defragmentierung für schnellen Zugriff
 - Haben Sie Ihren Rechner auf Vordermann gebracht, sollten Sie abschließend mit dem Defragmentierungs-Tool die Festplatte aufräumen.
Haben Sie Ihren Rechner auf Vordermann gebracht, sollten Sie abschließend mit dem Defragmentierungs-Tool die Festplatte aufräumen.
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6.) Patches installieren
Haben Sie Ihren Rechner von allem Ballast befreit, wird es Zeit, alle verfügbaren Patches einzuspielen. Nutzen Sie dafür die automatischen Updatefunktionen der Betriebssysteme beziehungsweise der einzelnen Programme. Patches schließen Sicherheitslücken und optimieren die Funktionsweise der Software. Viele Updates laden moderne Betriebssysteme und Anwendungen automatisch. Dennoch macht es Sinn, sowohl bei Windows als auch am Mac die Softwareaktualisierung von Zeit zu Zeit manuell zu starten. Denn automatisch werden meist “nur” die elementaren Updates gezogen. Komfortverbesserungen sind dagegen manchmal nur manuell verfügbar. Bei Windows müssen Sie dafür den Startbutton unten links in der Ecke anklicken und im Suchschlitz das Wort “Update” eintippen. In der Programmauswahl sollte Ihnen dann “Windows updates” angezeigt werden. Am Mac starten Sie über den Apfel links oben am Hauptbildschirm die Softwareaktualisierung.

7.) Festplatte defragmentieren
Der Rechner ist von überflüssigen Daten befreit und alle Patches sowie Updates sind eingespielt? Dann wird es Zeit für den großen Auftritt eines kleinen Windows-Tools: Dem Tool zur Defragmentierung der Festplatte. Eine Festplatte besteht in ihrem Inneren aus mehreren kreisrunden Magnetplatten. Die drehen sich mit hoher Geschwindigkeit durch die seitlich montierten Schreib- und Leseköpfe. Diese verteilen die Daten auf den einzelnen Sektoren der Magnetplatten. Ist ein solcher Sektor voll, springt der Schreib-Lese-Kopf an den nächsten freien Ort weiter und schreibt dort weiter. Wenn nun ein Programm gestartet oder eine Datei ausgelesen wird, die derart auf der Festplatte verteilt liegt, bremst das den Leseprozess. Natürlich sprechen wir hier bei durchschnittlichen Rotationsgeschwindigkeiten von bis zu 7200 Umdrehungen pro Minute nicht von Stunden. Dennoch summiert sich das Hin und Her auf der Platte schnell auf.

Das Defragmentierungstool fasst die auf der oder den Festplatte(n) gespeicherten Daten in ihrer logischen Form zusammen. Die Folge: Der Rechner kann Programme und Dateien schneller starten beziehungsweise laden.

Beim Apple-Betriebssystem OS X ist das nicht erforderlich. Denn Apple lagert Daten gänzlich anders ab, als Windows das tut.

8.) Weiterarbeiten
Wenn Sie Ihren Rechner derart durchgeputzt haben, sollten Sie spürbar schneller arbeiten können. Reichen die Bordmittel nicht aus, gibt es im Netz unzählige Tools und Programme, die weiterhelfen können. Einen zwar schon fast ein Jahr alten aber immer noch guten Überblick finden Sie hier.

(ha)

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