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Inhaltsverzeichnis

Diese Informationsquellen nutzen die Finanzämter

So fliegt Steuerhinterziehung auf!

Woher bekommt das Finanzamt eigentlich seine Informationen – abgesehen von Daten-CDs aus der Schweiz? 10 Quellen, aus denen der Fiskus Informationen schöpft – auch über Ihren Betrieb!

Angst geht um unter Deutschlands wohlhabenden Steuersündern: Stehe ich auf einer dieser Daten-CDs aus der Schweiz? Ist die Steuerfahndung schon auf dem Weg?

Die allermeisten Steuerzahler haben solche Probleme nicht – mangels Geld. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Fiskus keine Informationen über Sie sammelt.

Schummeleien fliegen auf!

Im Gegenteil: In den letzten Jahren haben die Finanzbehörden immer mehr Zugriff auf immer mehr Daten, die sie mittels EDV immer schneller auswerten. Die Folge: Auch kleine Fehler und Schummeleien fliegen schneller auf.

"Wir sind auf dem Weg zum gläsernen Steuerzahler", warnt Dirk Witte, Steuerberater aus Oldenburg. Dazu trägt auch die neue Steuer-Identifikationsnummer bei, die das Sammeln und Vergleichen von Daten sehr erleichtert.

Der Experte zeigt auf, aus welchen Quellen der Fiskus seine Informationen bezieht:

1. Sozialversicherungsträger

Sozialversicherungsträger müssen unaufgefordert alle steuerlich relevanten Aspekte an das Finanzamt melden. Dazu zählen Beitragsmeldungen ebenso wie erhaltene Leistungen, etwa

  • Krankengeld,
  • Insolvenzgeld,
  • Arbeitslosengeld,
  • Renten usw.

So kann das Finanzamt feststellen, ob in der Steuererklärung alle Einnahmen angegeben wurden und ob Lohnsteueranmeldungen korrekt abgegeben wurden.

Abweichungen können zu Betriebsprüfungen führen. "Bei den Steuerberatern häufen sich die Fälle, in denen das Finanzamt fehlende Angaben über Einnahmen beanstandet, von denen sie nur durch die Sozialversicherungsträger wissen können", berichtet Witte.

Was Notare, Banken und Kunden dem Finanzamt über Sie verraten:

2. Notare

Notare sind verpflichtet, den Kaufbetrag für Grundstücke und Immobilien an das zuständige Finanzamt zu melden, das so die Grunderwerbssteuer festsetzt.

3. Kreditinstitute

Erfährt eine Bank vom Tod eines Kontoinhabers, so muss sie am Stichtag (dem Todesdatum) bestehende Guthaben und aufgelaufene Zinsen an das für die Erbschaftssteuer zuständige Finanzamt melden.

Hat ein Erbe das ererbte Geld oder Vermögen in so einem Fall nicht gemeldet, dann geht es nur noch um die Frage der Schuld: Wusste er davon und hat er es absichtlich nicht bei der Steuer angegeben? Das wäre ein klarer Fall von Steuerhinterziehung. Oder wusste er nichts von den Konten? Dann unterscheidet das Finanzamt immer noch, ob er sich zu wenig mit dem Nachlass beschäftigt hat, es aber hätte wissen können?

4. Kunden

Jede von einem Kunden beim Finanzamt eingereichte Handwerkerrechnung – etwa für den Steuerbonus – ist für den Fiskus Kontrollmaterial, ob die Leistungen versteuert wurden.

Was Sie dem Fiskus alles selbst über sich und andere verraten

5. Lohnsteuermeldungen

Lohnsteuermeldungen liefert der Betrieb selbst. Die Summe der Anmeldungen im Jahr muss mit den Daten der elektronischen Lohnsteuerbescheinigungen übereinstimmen, sonst könnte der Fiskus einen Fall von Steuerhinterziehung vermuten.

6. Umsatzsteuervoranmeldungen

Sie sollten mit der Umsatzsteuererklärung übereinstimmen, sonst wird der Fiskus neugierig.

 

7. Betriebsprüfungen

Die Betriebsprüfungen dienen nicht nur der Kontrolle der Besteuerung. Prüfer sammeln auch automatisch Informationen über Subunternehmer, Lieferanten und gewerbliche Auftraggeber und geben diese Daten als Kontrollmitteilungen an die jeweiligen Finanzämter weiter.

Wie Neid, Missgunst und Testeinkäufe dem Fiskus helfen!

8. Anonyme Anzeigen

99,9 Prozent aller anonymen Anzeigen sind vage und wandern direkt in den Papierkorb, sagt Witte. "Aber wenn die Anzeige detailliert ist, weil sie von jemandem mit Insider-Wissen stammt, dann wird das geprüft." Und wer erstattet solche Anzeigen? "Das sind meistens wütende Familienmitglieder oder ehemalige Mitarbeiter, die sich für irgendetwas rächen wollen."

9. Staatsanwaltschaft und Banken

Liegt ein Verdacht auf Steuerhinterziehung vor, dann kann die Finanzverwaltung mithilfe der Staatsanwaltschaft die Banken anzapfen. "Das sogenannte Bankgeheimnis gegenüber Finanzbehörden gibt es bei einem Verdacht faktisch nicht", warnt Witte.

Und was ist mit den Testeinkäufern des Finanzamtes?

Geschichten über Finanzbeamte, die an einem Tag zum Friseur gehen und am nächsten prüfen, ob der Haarschnitt verbucht wurde, hört man immer wieder. Was ist dran? "Das stimmt so nicht, das ist ein Märchen", berichtet Dirk Witte. "Einfach so führen Betriebsprüfer und Fahnder keine Testeinkäufe durch", weiß der Steuerberater. Wenn es ausnahmsweise tatsächlich mal einen Testeinkauf gebe, "dann haben die Steuerfahnder den Betrieb schon längst im Visier. Ohne konkreten Verdacht kontrollieren die nicht".

10. Was ist eine Zusammenfassende Meldung?

Im Finanzamt Saarlouis laufen alle Umsatzmeldungen über Ex- und Importe in der EU zusammen. Abweichungen zwischen der dabei einzureichenden "Zusammenfassende Meldung" und den Umsatzmeldungen an das eigene Finanzamt fallen auf.

Witte erklärt, wie das funktioniert: Ein deutscher Handwerker liefert an einen Unternehmer in Belgien vorgefertigte Teile. Vorher muss er prüfen, ob der Kunde eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer hat. Wenn die korrekt ist, dann darf der Handwerker seine Waren steuerfrei ins EU-Ausland exportieren. Das muss er allerdings in einer Zusammenfassende Meldung an das Finanzamt Saarlouis melden. Das Finanzamt Saarlouis erhält später eine Rückmeldung vom Finanzamt des Handwerkers. Der Handwerker ist nämlich verpflichtet, seinen Export auch dort zu melden.

Viele denken jedoch nicht an die Zusammenfassende Meldung in Saarlouis – und schon gibt es eine Abweichung, die zu Kontrollen führt. Das gleiche Problem besteht, wenn ein Handwerker etwas aus dem EU-Ausland importiert.

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