Chefs sollten ihre Ideen ernst nehmen und auf dem Weg zur Umsetzung für Transparenz sorgen.
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Ideen gemeinsam entwickeln

So fördern Sie innovative Ideen in Ihrem Betrieb!

Oft haben Mitarbeiter innovative Ideen. Chefs, die diese Ideen fördern, profitieren doppelt – durch Wettbewerbsvorteile und zufriedene Mitarbeiter.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Wenn Mitarbeiter eigene Ideen für Verbesserungen haben und im Betrieb einbringen können, steigen Motivation und Teamgeist.
  • Schaffen Sie regelmäßige Anlässe, um Ideen auszutauschen und über Innovations-Projekte zu berichten.
  • Egal, ob Sie einen Verbesserungsvorschlag umsetzen oder ablehnen: Sorgen Sie für Transparenz und erklären Sie die Gründe.
  • Denken Sie sich ein passendes Belohnungssystem aus. Geld als alleiniger Anreiz kann engagierte Mitarbeiter ausbremsen und für Neid sorgen.

Jeder Mitarbeiter entdeckt ab und zu bei seiner Arbeit Dinge, die verbessert werden könnten. Zwei Innovations-Spezialisten erläutern, wie Sie Ihr Team zum Einbringen von Ideen anspornen können – und wie dabei umsetzbare, praktische Einfälle entstehen: Christian Welzbacher, Leiter Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik, und Innovationsberater Andreas Friesenhahn von der BridgingIT GmbH.

Gemeinsame Verbesserungen stärken Teamgeist und Motivation

Christian Welzbacher schildert wichtige Effekte, die Sie durch Einbeziehen Ihrer Mitarbeiter in Verbesserungen erzielen können: „Wenn Belegschaftsmitglieder sehen, dass ihre Ideen aufgegriffen werden, steigt meistens deren Motivation, weitere Vorschläge einzureichen.“ Auch der Teamgeist kann dadurch entfacht werden. Abgesehen davon, wirken sich manche Neuerungen direkt auf die Umsatz-Zahlen aus: „Vielleicht entdecken Ihre Leute sogar Gewinn- oder Einspar-Potenziale“, sagt Welzbacher.

Nach Erfahrung des Instituts-Leiters wirkt sich der positive Umgang mit ihren Ideen sehr gut auf die Bindung der Mitarbeiter an Ihren Betrieb aus. „Sie merken, dass der Chef auf Augenhöhe mit ihnen spricht.“ Das ist eine Art der Wertschätzung, die gut bei Leuten ankommt. „Wenn alle zusammen ihre Firma nach vorne bringen wollen, sind Sie als Betriebsinhaber gut aufgestellt.“

Viele Augen sehen mehr als zwei

Ob es um einen kürzeren Weg zum Kunden, ein neues technisches Gerät am Markt oder um die Verbesserung von Abläufen geht: Oft entstehen gute Ideen ganz nebenbei im Arbeitsalltag. Und sie werden leider schnell wieder vergessen, wenn sich niemand dafür zu interessieren scheint.

Damit über diese Impulse diskutiert wird und geeignete Einfälle umgesetzt werden, rät Andreas Friesenhahn dazu, das Thema „Innovation“ zum „festen Bestandteil des Arbeitsalltags“ zu machen. Er fügt hinzu: „Sagen Sie Ihren Mitarbeitern zunächst, wie wichtig ihre Ideen für den Unternehmenserfolg sind. Dann geben Sie ihnen Beispiele mit auf den Weg, auf was sie achten sollen.“ Dazu gehört auch, wie sie Ideen festhalten sollen, etwa per Smartphone oder einem anderen digitalen System. Aber auch Karteikarten oder Ringbücher können diesen Zweck erfüllen.

Fest einrichten müssen Sie laut Friesenhahn ein Platz zum Einreichen der Vorschläge. „Eröffnen Sie ein schwarzes Brett, an das Ideen auf Zetteln geheftet werden können. Jeder kann diese mit Klebepunkten bewerten.“ Es gibt auch andere Varianten, wie einen Zettelkasten. Um ein richtiges Vorschlagssystem einzurichten, bieten viele Handwerkskammern Unterstützung an, etwa durch eine „Verbesserungswerkstatt“ für Betriebsinhaber.

Sorgen Sie für Transparenz im Innovationsprozess

Mancher Chef erstickt den Vorschlagseifer seiner Mitarbeiter durch ungeschicktes Verhalten. „Wer Äußerungen zu möglichen Innovationen sofort abbügelt, weil sie sich auf den ersten Blick kaum umsetzen lassen, macht einen Fehler“, warnt Friesenhahn. „Es gibt keine schlechten Ideen. Manche Einfälle müssen einfach nur abgewandelt werden.“

Friesenhahn warnt zudem davor, Ideen – scheinbar willkürlich – nicht umzusetzen. „Bleibt der Vorschlags-Einreicher im Unklaren, warum sein Einfall abgelehnt wird, kommt Frust auf.“ Also ist es besser, das gesamte Team regelmäßig zu Sitzungen zusammenzutrommeln. „Darin geht es um das Einbringen und Diskutieren von Vorschlägen. Projektstände oder die Gründe für die Ablehnung eines Vorschlags sollten ebenfalls offengelegt werden.“

Anreizsysteme müssen passen – Geld allein reicht nicht

Viele größere Firmen arbeiten mit ausgeklügelten Belohnungssystemen, um das Vorschlagswesen in Schwung zu halten. Von Gewinnbeteiligungen über Prämien bis hin zu Tankgutscheinen wird alles verwendet, was die Mitarbeiter nach Meinung der Führungskräfte anspornen kann.

Welzbacher sieht solche Anreize kritisch: Statt der Freude an Ideen, Verbesserungen und der Anerkennung dafür, rückt das Geld in den Mittelpunkt. „Die aus der Tätigkeit selbst kommende Motivation wird ersetzt durch eine von außen aufgesetzte. Jemand tut etwas nur noch, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.“

Übertragen auf Ihr Belohnungssystem bedeutet das: Sie müssen etwas finden, das über Geld oder Geschenk-Prämien allein hinausgeht. Denn bei solchen Dankesgaben lauert eine weitere Falle, nämlich die des Neids. Welzbacher: „Wenn der eine das Gefühl hat, seine Idee würde schlechter belohnt als die des Kollegen, drohen Zank und Streit.“

Die Freude darüber, dass der eigene Vorschlag zum Nutzen aller umgesetzt wird, sollte also im Vordergrund stehen. „Und dann schmeißen Sie als Dank eine Party für das gesamte Team. Oder Sie organisieren einen Betriebsausflug zu einem schönen Ziel.“ Er betont: „Auch das schweißt Ihre Mannschaft zusammen.

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