Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Heftige Streichliste

So klappt’s auch mit den Öffis

Was müsste geschehen, bevor Sie sich wieder an einer öffentlichen Ausschreibung beteiligen würden? Eine Chefin bringt 6 krasse Vorschläge ins Spiel. Können Sie die Streichliste nachvollziehen?

Weg damit - Welche Kostenstellen muss ein Betrieb zerschlagen, um wettbewerbsfähig zu bleiben?
Welche Kostenstellen muss ein Betrieb zerschlagen, um wettbewerbsfähig zu bleiben?
BilderBox.com

Wieder einmal. Und wieder einmal „hoch motiviert“. Als sich der Meisterbetrieb kürzlich an einer öffentlichen Ausschreibung beteiligte, hatte die Chefin mit dem „spitzesten Bleistift gerechnet, den wir finden konnten“.

Es ging um die Fliesenarbeiten in einem Kindergarten einer „umliegenden Gemeinde“. Und es hätte ein schöner Auftrag werden können. Hätte. Denn das Submissionsergebnis ist ernüchternd, der Bleistift war nicht spitz genug. „Wir sind auf einem mittelprächtigen Platz gelandet“, sagt die Unternehmerin.

Die Differenz zum Gewinner: 12 Prozent. Die Differenz vom teuersten Anbieter zum billigsten: mehr als 20 Prozent, teilweise gebe es Unterschiede von mehr als 40 Prozent.

Die Chefin hat sich jetzt überlegt, was eigentlich geschehen müsste, damit sie bei einer  öffentlichen Ausschreibung den Zuschlag bekommen könnte.

Nüchterner "6 Punkte-Plan" oder "Streichliste des Horrors" - lesen Sie Seite 2.

Tariftreue? Ausbildung? Zu teuer!
Die Guten ins Töpfchen - Die Teuren ins Kröpfchen
Die Teuren ins Kröpfchen
Foto: Qyzz - Fotolia.com













Hier der etwas andere 6 Punkte-Plan:

  • Nicht mehr ausbilden.
  • Auf keinen Fall Sozialkassenbeiträge für die Mitarbeiter bezahlen.
  • Nur noch mit Nachunternehmern arbeiten (durch „Subis“ lassen sich schließlich auch Beiträge an die Berufsgenossenschaft einsparen).
  • Kein Original-Material verwenden, sondern nur noch No-Name-Produkte anbieten.
  • Aus der Innung und dem Baugewerbeverband austreten.
  • Die Tariftreueerklärung, die der Betrieb bei der Ausschreibung abgeben muss, nicht sonderlich ernst nehmen.
Wirklich erst dann, wenn Sie diese Liste abgearbeitet hätte, könnte ihr Betrieb „vielleicht einmal einen Blumentopf gewinnen“, sagt die Chefin.
 
Und andererseits? Eigentlich wollen sie und ihre Leute lieber das bleiben, was sie sind: „Ein Handwerksbetrieb, für den Qualität zählt und der seine soziale Verantwortung ernst nimmt.“ Vielleicht ernster, als die, die dafür sorgen, dass nur "das wirtschaftlichste Angebot“ gewinnen darf?

Können Sie der Kollegin zustimmen – oder übertreibt sie? Und um welche Punkte würden Sie die Liste ergänzen? Schreiben Sie uns!
 
 Auch interessant:(sfk)
Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Wer billig baut, baut zweimal

Ausschreibungen: Ab in die runde Ablage

Wie machen die das? Wie kalkulieren Betriebe so billig, dass sie die Vergabe öffentlicher Aufträge gewinnen – und dabei auch noch Geld verdienen? Ein handwerk.com-Leser schießt mit seinem Vorschlag den Vogel ab.

Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Landesgesetze erweisen sich als "zahnlose Tiger"

Landesgesetze erweisen sich als "zahnlose Tiger"

Bayern, das Saarland und Sachsen-Anhalt haben bereits eigene Vergabegesetze verabschiedet. Zwar weisen alle drei Gesetze deutliche Unterschiede auf. Die Bundesländer haben jedoch bei der Durchführung ähnliche Erfahrungen machen müssen.

Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Ausschreibungen

„Nicht automatisch an den Billigsten“

Neue Regeln bei der Vergabe öffentlicher Aufträge: Nicht nur nach dem Preis entscheiden. Nicht ohne Unbedenklichkeitsbescheinigung. Nicht ohne Kontrollen. So stellen sich hessische Handwerker das vor. Genügt das?

Image
Handwerk Archiv
Foto: handwerk.com

Öffentliche Ausschreibungen? So nicht!

9 Forderungen an die Öffis!

Was muss sich bei öffentlichen Aufträgen ändern, damit Sie sich wieder beteiligen? Hier die Forderungen der handwerk.com-Leser!

Wir haben noch mehr für Sie!

Praktische Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte von Kollegen gibt es dienstags und donnerstags auch direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an - schnell und kostenlos!
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.