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Sieben goldene Regeln der Kommunikation

So kommunizieren Sie richtig

Wie klappt es bei Ihnen im Betrieb mit der Kommunikation? Reden Sie mitunter aneinander vorbei? Gibt es Geheimnisse? Oder sogar dicke Luft? Hier einige Tipps für ein besseres Gesprächsklima.

Wenn Sie einige Regeln beachten, erreichen Sie Ihr Gegenüber wesentlich besser.
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Eine gute Kommunikation lässt sich trainieren. Das Ergebnis werden weniger Missverständnisse, mehr Kontakt und ein besseres Verhältnis zu den Menschen in Ihrem Umfeld sein. Das Maß an Offenheit oder Verheimlichung ist ganz entscheidend für das Betriebsklima. Gesunde Organisationen zeichnen sich durch eine hohe Toleranz und einen offenen Umgang mit Meinungsverschiedenheiten aus. Hier einige Regeln, die Sie kennen sollten:

Benennen Sie den Absender
Die erste Fähigkeit für eine gute Kommunikation lautet, von sich selbst zu sprechen und nicht vom anderen. „Ich spreche mit dir“ bedeutet, einen klaren Absender zu haben, anstatt Formen wie „man“, „jemand“ oder „du“ zu benutzen. Lösen Sie sich von der Du-Form, sprechen Sie in der Ich-Form. Es geht darum, persönlich zu sein und als individuelle Persönlichkeit wahrgenommen zu werden.

Benennen Sie den Empfänger
Ebenso wichtig ist es, einen klaren Empfänger zu haben: „Ich spreche mit dir“, „Ich meine dich“ anstelle genereller Aussagen wie „einige“ oder „viele“. Eine Aussage wie „Es ist so schwierig, hier zu Wort zu kommen“ oder „Es gibt einige, die immer dominant sein müssen!“ sind Beispiele für Aussagen mit unklarem Empfänger. Oft rufen sie Unbehagen bei den anderen hervor. 

Lesen Sie auf Seite 2, warum aktives Zuhören wichtig ist und wie Sie richtig auf Feedback reagieren.

Hören Sie aktiv zu

Beim Zuhören sollten Sie keine passive Rolle einnehmen, in der Sie dasitzen und nicken, während Ihre Gedanken ganz woanders sind. Ganz im Gegenteil: Zuhören ist ein aktiver, empathischer und reagierender Prozess, der ein hohes Maß an Konzentration erfordert. Dann werden Sie einen guten Dialog erreichen.

Überprüfen Sie Ihre Vorstellungen
Nun wollen wir einen der gängigsten Mechanismen für Missverständnisse und schlechte Kommunikation betrachten: Sie haben viele Vorstellungen über andere Menschen. Oft trauen Sie sich nicht, sie zu formulieren oder zu überprüfen, ob sie stimmen. Sie übertragen Meinungen, Fantasien und Vorstellungen auf andere und verhalten sich, als seien diese wahr. Wenn Sie derartige Fantasien haben, sollten Sie die Gedanken im nächsten Schritt ans Tageslicht bringen. Gehen Sie zu dem Betreffenden hin und sagen Sie: „Ich habe den Eindruck, dass du … Ist das richtig?“ Diese drei kleinen Worte – „Ist das richtig“ – machen den Unterschied.

Feedback ist Gold wert
Wenn es um Rückmeldungen anderer Menschen geht, beginnt man schnell, sich zu verteidigen, verschließt sich oder ignoriert die erhaltenen Informationen. Dennoch: Feedback ist Gold wert, und zwar ungeachtet des Inhaltes. Das ist vielleicht schwer zu verstehen, aber wir spiegeln uns in unserer Umgebung, und ohne Rückmeldungen bewegen wir uns in einem Vakuum.

Die schockierendsten Rückmeldungen sind oft jene, die Seiten an Ihnen ansprechen, die Sie selbst nicht sehen wollen. Sie haben sicherlich schon eine Situation erlebt, in der Sie irgendeine Rückmeldung bekommen und dann geantwortet haben: „Nein, nicht ich bin so, sondern du“, und so geht die Diskussion dann unendlich weiter. Es ist nichts weiter als eine Verteidigung, um der Auseinandersetzung mit den eigenen Schwächen zu entgehen. Versuchen Sie lieber zu sagen: „Danke, erzähle mir mehr darüber“.

Wie Sie Ihr Gegenüber spiegeln können und warum Vorwürfe nur die halbe Wahrheit sind, lesen Sie auf Seite 3.

Spiegeln Sie Ihr Gegenüber

Eine weitere wichtige und wesentliche Kommunikationsfähigkeit ist die bestmögliche Spiegelung des Gegenübers. Im ersten Schritt geht es darum, sich so hinzusetzen, wie der andere es tut, oder zu versuchen, die Körpersprache des anderen zu imitieren. Das bewirkt beim anderen das Gefühl, verstanden und gesehen zu werden. Gleichzeitig kann der Zuhörer sich auf diese Weise besser in den Sprechenden hineinversetzen.

Zusätzlich zu diesem nonverbalen (nicht sprachlichen) Spiegel können Sie auch den Inhalt dessen spiegeln, was der andere sagt. Beginnen Sie mit den Worten: „Habe ich dich richtig verstanden, wenn du meinst …?“ Auf diese Weise wiederholen Sie das, was Sie verstanden haben. Oft sind wir überrascht, wenn der andere entgegnet: „Naja, das war nicht wirklich das, was ich gesagt habe.“

Ein Vorwurf ist nur die halbe Wahrheit
Kritik, Vorwürfe und Schuldzuweisungen sind häufig der Grund dafür, dass es denen, die sie aussprechen, schlecht geht. Typische Ausdrucksweisen wie „Hättest du nur …“ oder „Wenn du doch bloß …“ haben auch zur Folge, dass Sie sich abhängig und hilflos machen. Dann müssen Sie darauf warten, dass der andere sich verändert, wenn Sie glücklich werden wollen. Es ist wichtig, statt über Vorwürfe lieber über die eigenen Bedürfnisse zu sprechen. Das ist natürlich schwieriger und macht verletzlicher, als wenn man dem anderen die Schuld gibt.

Der Inhalt dieses Artikels stützt sich auf das Ratgeberbuch „Ich coache mich selbst!“ von Gunnar Cramer und Dag Furuholmen. Wir stellen es Ihnen auf der nächsten Seite vor.

(afu)

Gunnar Cramer und Dag Furuholmen: Ich coache mich selbst!  - Das Erfolgstraining gegen Stress, Angst und andere Belastungen. humboldt-Verlag 2013, 3. Auflage, ISBN 978-3-86910-496-6, 9,95 Euro. Auch als E-Book erhältlich.
Das Erfolgstraining gegen Stress, Angst und andere Belastungen. humboldt-Verlag 2013, 3. Auflage, ISBN 978-3-86910-496-6, 9,95 Euro. Auch als E-Book erhältlich.
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