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Diebstahlsicherung

So schützen Sie Ihren Betrieb vor Einbrechern

Alle zwei Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Diebe haben neben Privathäusern auch Gewerbehallen und kleine Betriebe im Visier. Mit modernen Überwachungsanlagen sichern Sie Ihr Unternehmen ab. Wie, lesen Sie hier.

von Kai-Kirstin Thies

 - Foto: Bilderbox
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Hinter Einbrüchen in Gewerbegebieten stecken häufig organisierte Banden. "Die wissen genau, was sie stehlen wollen", weiß Stefan Kühn von Kühn Sicherheit in Hildesheim. "Häufig Rohmaterial wie Kupfer und andere Metalle, aber auch Maschinen, Geräte und Fahrzeuge."

Die Schwachpunkte in einem Gebäude sind meist Fenster und Türen. Schutz bieten einfache Mittel wie "aushebelsichere Scharniere, Dreipunktverriegelung und Schließzylinder mit Sicherheitsbeschlag", erklärt Kühn, der gemeinsam mit seinem Bruder Mathias und 120 Mitarbeitern an vier Standorten private und betriebliche Räume in Sachen Sicherheit betreut.

Viele Unternehmer möchten potentielle Einbrecher gar nicht erst aufs Gelände lassen. Doch Lichtschranken und Zaunüberwachungs-Anlagen seien eher etwas für große Betriebe mit Werkschutz.

Zwar würde mittels Sensoren den Dieben das Durchschneiden oder Anheben des Elektrozaun vermiest. Aber: "Viele Anlagen können nicht zwischen Hase und Mensch unterscheiden. Bei schlechtem Wetter kommt es nicht selten zum Fehlalarm", sagt Kühn. Zudem sei das für mittlere und kleine Betriebe teuer.

Überwachung per Video lohnt sich

Sicherheitsexperte Stefan Kühn aus Hildesheim - Foto: Privat
Foto: Privat

In Produktionshallen ist eine "Außenhautüberwachung" sinnvoll, rät der Fachmann. Dabei werden alle Zugänge, Fenster und sonstige Öffnungen sowie Wände, Decken und Böden überwacht. Ein elektronisches System registriert jeglichen Versuch in das Gebäude zu gelangen, ob durch das Fenster oder durch massive Wände.

Videofernüberwachung ist ein weiteres Mittel gegen ungebetene Gäste. Vorteil: "Bei Einbruchsalarm wird zunächst per Bildschirm in der Wachzentrale die Situation kontrolliert und erst im Ernstfall werden Folgemaßnahmen eingeleitet." Videoüberwachung sei im Zusammenhang mit einer Wachzentrale auch sehr gut für den Außenbereich geeignet, betont der Fachmann.

Alarmanlagen sind sinnvoll, Wachhunde weniger effektiv

Im Betriebsstättenschutz haben sich nach Kühns Worten kabelgebundene Alarmanlagen als vorteilhaft erwiesen. Zum einen sei in Hallen die Optik meist egal, Kabel könnten hier auch über Putz installiert werden. Außerdem seien meist genügend Kabelrohre vorhanden – eine Nachrüstung der Sicherheitstechnik also kostengünstig realisierbar. Außerdem "laufen diese Anlagen stabiler und sind nicht so störanfällig durch andere, ortsnahe Funknetze".

Was hält der Unternehmer Kühn von Wachhunden? "Sie wirken mit ihrem Gebell auf Gelegenheitsdiebe abschreckend. Aber eine Maschine können sie nicht ersetzen." Einbrecher im Gewerbegebiet planten die Anwesenheit von Hunden oft schon im Vorfeld mit eingeplant. Den Wachhund, der mit einem Fetzen Fleisch zur Ruhe gebracht werden kann, gibt es eben nicht nur in Spielfilmen.

Warum sich in Gewerbegebieten besonders ein Wachdienst lohnt und welche Schutzsysteme Versicherungen unterstützen, lesen Sie auf der nächsten Seite.

Wachdienst mit anderen Betrieben teilen

Sinnvoller sei deshalb der Einsatz von Wachdiensten. Gerade in Gewerbegebieten nutzen Firmen häufig die Gelegenheit und nutzen den Service gemeinsam. Das spare Kosten. Und der Wachmann kann seinen Rundgang auf dem Gelände – besser variieren. Die Überwachung erfolgt dann in unregelmäßigen Abständen. "Diebe haben schlechte Chancen."

Bestimmte Schwachstellen wie Tore oder Fenster werden während des Rundgangs mittels digitaler Lesegeräte kontrolliert. Die Daten gehen direkt an die Wachzentrale. "Bei Bedarf werden die Folgemaßnahmen eingeleitet", erklärt der Sicherheitsexperte. Polizei, Wachmann, Betriebsinhaber und eventuell weitere Personen werden je nach Vereinbarung benachrichtigt.

"Die Bereitschaft der Täter, störende Personen anzugreifen, ist enorm gestiegen." Unternehmer, die auf ihrem Firmengelände leben, sollten deshalb einen Notknopf am Bett, in der Küche o. ä. installieren. Der löst bei Bedarf einen stillen Alarm aus, der an eine externe Meldestelle gesendet wird. "Mit Sirene und Warnlicht könnten Sie den Täter noch mehr provozieren oder in Panik versetzen", warnt der Experte.

Ein finanzieller Tipp: Ihre Versicherung gewährt unter Umständen einen Prämienrabatt für den Einbau von Sicherungssystemen. Die Allianz Deutschland beispielsweise gibt Betrieben, für deren Versicherungsschutz grundsätzlich keine Einbruchmeldeanlage vorgeschrieben ist, einen Nachlass. Bei Malern oder Dachdeckern sei das die Regel, weiß der Experte.

Laut VGH Versicherungen ist meist eine vom Verband der Schadenversicherer e.V. (VdS) anerkannte Einbruchmeldeanlage Voraussetzung. Die Rabatthöhen würden je nach Sicherungsgrad variieren. "So können bei einer örtlichen beziehungsweise akustischen Alarmierung mit zusätzlicher Aufschaltung zu einem Wachunternehmen spürbare Prämienermäßigungen gewährt werden", erklärt die VGH.

"Allein aus dem Prämiennachlass lässt sich zwar keine Alarmanlage finanzieren", räumt Sicherheitsexperte Kühn ein. Aber ein ausführliches Gespräch mit der Versicherung sei unabdingbar.

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