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Trauerfälle

So übermitteln Sie Beileid richtig

Das Schreiben von Beileidsbekundungen ist nicht jedermanns Sache: Fettnäpfchen lauern und es ist nicht leicht, den richtigen Ton zu treffen. Acht Tipps, wie Sie Ihr Beileid an Kunden oder Geschäftspartner in angemessener Form übermitteln.

Inhaltsverzeichnis

Auf einen Blick:

  • Stirbt ein Kunde oder Geschäftspartner, ist ein Beileidschreiben eine angemessene Würdigung der Person.
  • Ein Brief kommt in den meisten Fällen besser an als eine Karte. Handschriftlich oder individuell geschriebene Beileidschreiben sind persönlicher als ein Vordruck.
  • Gliedern Sie das Schreiben wie ein Brief, achten Sie auf eine angemessene Anrede und würdigen Sie den Verstorbenen mit ein paar persönlichen Worten.
  • Wichtig: Nehmen Sie den Anlass ernst und schreiben Sie nicht zu kurz, das kann einen schlechten Eindruck hinterlassen, rät ein Redenschreiber.Von Martina Jahn

Der Tod eines Kunden oder Geschäftspartners kommt meist überraschend. Schnelles Handeln ist gefragt: Karte kaufen, Text schreiben und ab in die Post.

Wie Sie Ihr Beileid am besten ausdrücken und auf welche Formalitäten Sie dabei achten müssen, verrät Profi-Texter Andreas Franke, von der Akademie für Management-Kommunikation und Redenschreiben in Bonn.

Reagieren Sie so schnell wie möglich

Sobald Sie vom Tod eines Geschäftspartners – sei es von einem Dritten oder aus der Zeitung - erfahren, sollten Sie Ihr Beileid schriftlich übermitteln. Je eher die Post bei der Familie des Verstorbenen ist, desto besser. Wenn Ihr Brief oder Ihre Karte erst als allerletzte eintrifft, mach das keinen guten Eindruck.

Ausnahme: Sie erfahren erst mit Verzögerung von dem tragischen Ereignis. Reagieren Sie trotzdem. In diesem Fall ist Ihnen keiner böse, wenn die Post erst später ankommt.

Beileid per Brief oder Karte?

Ein von Hand geschriebener Brief ist immer persönlicher als eine vorgedruckte Karte. Der Brief kann durchaus auf Geschäftspapier geschrieben sein, muss aber in einem gefütterten Umschlag stecken oder in einem mit einer dezenten schwarzen Linie.

Wenn Sie eine Karte vorziehen, sollte das Motiv zu Ihrem Stil passen. Kannten Sie den Verstorbenen persönlich, wählen Sie eins, das auch ihm gefallen hätte.

Achten Sie beispielsweise darauf, dass Sie nicht etwa zu einem religiösen Motiv greifen, wenn Sie wissen, dass sich der Verstorbene von der Kirche distanziert hat.

Schreiben Sie nicht zu kurz

Wenn Sie einen Brief schreiben, ist eine Seite angemessen. Länger braucht ein Beileidschreiben nicht sein.

Entscheiden Sie sich für eine Karte, dann schreiben Sie diese voll. Denn mit Ihrem Text ehren und würdigen Sie die verstorbene Person ein letztes Mal. Wenn Sie lediglich "Mein herzliches Beileid" schreiben, werden Sie dieser Aufgabe nicht gerecht. Genauso ist es, wenn Sie eine vorgedruckte Karte einfach nur unterschreiben.

Nehmen Sie die Sache ernst

Wichtig für alles, was Sie schreiben: Es muss aufrichtig gemeint sein und von Herzen kommen. Ob Ihre Beileidsbekundung ernst gemeint ist, oder nicht, spürt der Empfänger. Ist sie oberflächlich oder übertrieben schwülstig, nimmt er Ihnen das wahrscheinlich sogar übel.

So gliedern Sie ein Beileidschreiben

1. Der Anlass

Beginnen Sie ein Beileidschreiben damit, wie Sie vom Tod der Person erfahren haben. Zum Beispiel: „In der Zeitung habe ich vom Tod von XY gelesen und bin sehr schockiert.“

2. Details zur Person

Dies ist der Hauptteil Ihres Schreibens. Darin würdigen Sie den Verstorbenen, indem Sie einen Bezug zwischen sich und ihm herstellen. Was Sie konkret schreiben und wie lang dieser Teil ist, ist natürlich von Fall zu Fall unterschiedlich. Schreiben Sie z.B. "Ich habe sie/ihn als Mensch mit Visionen und Tatendrang kennengelernt" und geben Sie dafür ein Beispiel. Berichten Sie von Momenten, die Ihnen in Bezug auf die Person in Erinnerung bleiben, um Trost zu spenden.

Wichtig: Erwähnen Sie über einen Verstorbenen nur Positives! Auch wenn Sie in Ihrer Geschäftsbeziehung miteinander Differenzen hatten, nutzen Sie das Beileidschreiben nicht "als finale Abrechnung".

3. Wehmut

Im letzten Teil übermitteln Sie Wehmut. Etwa indem Sie schreiben: "In tiefer/stiller Trauer", "Wir trauern mit Ihnen" oder "In Gedenken an…".

So finden Sie die richtige Anrede und den richtigen Gruß

Reden Sie die Angehörigen so an, wie Sie es sonst auch tun würden. Kennen Sie die Familie persönlich, schreiben Sie „Liebe Frau…“ oder „Lieber Herr…“. Kennen Sie sie nicht, schreiben Sie „Sehr geehrte Frau…“ oder „Sehr geehrter Herr…“ – damit wahren Sie die nötige Distanz.

Ihre Schlussformel können Sie mit der „Wehmut“ verbinden. Zum Beispiel: „Es grüßt in stillem Gedenken“. Stehen Sie den Angehörigen nahe, bietet sich auch „Ihr“ bzw. „Ihre“ an.

Wann sind Zeitungsanzeigen angebracht?

Für besonders bekannte Persönlichkeiten: War der Verstorbene in Ihrer Region besonders bekannt oder war er besonders bedeutend für Ihren Betrieb, können Sie Ihre aufrichtige Anteilnahme mit einer Zeitungsanzeige zusätzlich unterstreichen. Sie erweisen dem Verstorbenen besonderen Respekt - nicht nur, weil die Anzeige Geld kostet.

Schreiben Sie beispielsweise: "Unsere Firma trauert um unseren langjährigen Geschäftspartner / Kunden XY".

Für Mitarbeiter Ihres Betriebs: Stirbt ein ehemaliger oder gar aktiver Mitarbeiter Ihres Unternehmens, sollten Sie auf jeden Fall eine Zeitungsanzeige schalten. Das ist nicht nur ein schönes Zeichen an die Angehörigen, sondern auch an Ihre Beschäftigten, Ihre Kunden und Ihre Geschäftspartner.

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